Rheinpfalz Was würde Jesus „liken“?

Teil der Firmvorbereitung war die Teilnahme am Hungermarsch zum Winterkirchel. Dort trugen Firmlinge während des Gottesdienstes
Teil der Firmvorbereitung war die Teilnahme am Hungermarsch zum Winterkirchel. Dort trugen Firmlinge während des Gottesdienstes die Fürbitten vor.

Am morgigen Sonntag wird der Speyerer Weihbischof Otto Georgens in der Hauensteiner Christkönigskirche über 50 Jugendlichen aus der Pfarrei Katharina von Alexandrien, die die Kirchengemeinden Hauenstein, Lug und Schwanheim umfasst, das Sakrament der Firmung spenden. Der feierliche Gottesdienst beginnt um 10 Uhr in der Christkönigskirche und wird musikalisch von der Schola begleitet.

Vorbereitet wurden die 15- bis 17-jährigen Firmlinge von Gemeindereferentin Amanda Wrzos, die von einem Team von elf Katecheten aus der Pfarrei unterstützt wurden. Die Firmlinge absolvierten gemeinsam drei Firmwochenenden: Freitags und samstags traf man sich jeweils für vier Stunden, um in der Groß- und in Kleingruppen über Gott und die Welt zu sprechen, sich über Fragen des Glaubens, der Kirche und der Religion auszutauschen, sich seiner eigenen Rolle in der Welt bewusst zu werden und jeweils gemeinsam einen Gottesdienst mitzufeiern. „Die Vorbereitung fußte auf drei großen Themenblöcken“, berichtet die 26-jährige Gemeindereferentin. Da sei es zunächst um das große Thema „Mein Leben“ gegangen, man habe sich mit dem Thema „Gott und Jesus“ auseinandergesetzt und schließlich den Themenbereich „Heiliger Geist – Kirche und Gemeinde“ diskutiert. Die Treffen wurden jeweils mit einem Impuls – einem modernen Gebet etwa – eröffnet, ehe man sich an die inhaltliche Arbeit machte. Die Methoden waren vielfältig. Über Jesus haben die Jugendlichen beispielsweise ein Facebook-Profil erarbeitet: „Wie würde er sich selbst darstellen, was würde er ,liken’?“, fragt Amanda Wrzos. Oder: Die Firmlinge haben aus einer Vielzahl von Bildern jenes herausgesucht, das sie am ehesten mit der Person Jesus in Verbindung bringen. Und auch die zentrale Botschaft des Christentums, die Nächstenliebe, wurde thematisiert. Dazu hatte man Pater Rafael aus Chile zu einem der Wochenendtermine eingeladen, der „in einem guten Gespräch“, wie die Gemeindereferentin berichtet, die Jugendlichen sensibilisierte für die Probleme der weniger entwickelten Regionen dieser Welt. Aus der Frage „Was kann ich tun?“ entstand das Projekt „Hungermarsch“: Fast alle Firmlinge sammelten Spenden, wanderten hoch zum Winterkirchel und feierten dort den Gottesdienst mit und trugen die Fürbitten vor. An allen Wochenenden ging es auch um die Basics des Glaubens, um die Sakramente beispielsweise oder um das Vater unser als grundlegendes Gebet. Und es ging auch um die eigene Einstellung zu Glauben und Kirche, wobei es den Jugendlichen sehr schwer falle, sich zu öffnen, über sich selbst und ihr Verhältnis zu Gott und dem Glauben zu sprechen. „Für viele Jugendlichen ist die Kirche zu altbacken, die Texte nicht zeitgemäß“, hat Amanda Wrzos beobachtet, bei manchen sei „die religiöse Grundbildung“ nur bruchstückhaft. „Die Bereitschaft, sich in Kirche und Gemeinde einzubringen, ist nur bei wenigen vorhanden“, sagt sie, „auch weil ihnen die Vorstellung fehlt, wie sie sich engagieren könnten“. Dennoch: „Die Arbeit mit den Jugendlichen war schön, bereichernd und immer wieder überraschend“, zog sie ein Fazit. Und sie berichtete von einer Wahrnehmung, die „Mut macht“. Man habe ihr berichtet, dass ein Mädchen mit großen Glaubenszweifeln in die Firmvorbereitung gegangen sei. Die Gespräche, die Arbeit und die Erfahrungen in den Gruppen aber hätten sie in ihrem Glauben bestätigt.

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