Rheinpfalz Warten auf heiße Phase
«Bad Dürkheim.» Was 30 Meter tief unter der Erde der früheren BASF-Deponie am Feuerberg bei Bad Dürkheim liegt, kommt jetzt wieder zum Vorschein. Eine schlackenartige schwarze Masse befördert der 120 Tonnen schwere Schlitzwandgreifer an die Oberfläche. In der flirrenden Hitze entstehen stinkende Gase. „Am besten bleiben Sie hier nicht zu lange“, meint Marc Werthmüller, der als stellvertretender Projektleiter die Bauaufsicht hat.
Die schwarze Masse blubbert an einigen Stellen. Asche, Schlacke, hausmüllartiger Gewerbemüll und Bauabbruch sollen laut BASF im Feld 3 auf dem Feuerberg lagern. Vor der Kulisse des Dürkheimer Haardtrand-Panoramas befördert die Baggerschaufel das Deponie-Gemisch auf einen Laster. Die Masse wird woanders als Sondermüll entsorgt. Abtransportiert wird nur die Erde, die für den Bau der 560 Meter langen und 80 Zentimeter breiten Betonschlitzwand ausgebaggert wird. Alles andere auf dem 1,7 Hektar großen Gelände verbleibt zum Leidwesen von Naturschützern auf dem Feuerberg. Die BASF hat sich in Abstimmung mit der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd für eine Einkapselung ihrer ehemaligen Deponie entschieden. Eine Betonmauer soll verhindern, dass Schadstoffe austreten und ins Grundwasser gelangen. Eine Kunststofffolie soll bereits die Oberfläche abdichten. Zusätzlich wird der Grundwasserpegel im Deponiefeld um einen halben Meter abgesenkt. Das abgepumpte Wasser wird zur Kläranlage im Bruch weitergeleitet, wo Schadstoffe herausgefiltert werden sollen (wir berichteten). Der Beton für die Schlitzwand kommt aus dem nur wenige Kilometer entfernten Erpolzheimer Betonwerk Waibel. „Er passiert zunächst eine Qualitätskontrolle“, erläutert Werthmüller. Sowieso ist die ganze Baustelle noch in der Kontrollphase. Denn die Schlitzwand entsteht zunächst auf einem Versuchskasten, der 20 mal 20 Meter groß ist. „Wir werden in etwa einer Woche eine Pause machen, um zu prüfen, ob die Maßnahme erfolgreich ist“, sagt Werthmüller. Wohl Ende August beginnt die heiße Phase. Sie geht mit Sperrungen auf dem Autobahnzubringer L 527 einher, weil die Landesstraße aufgebrochen werden muss. Derzeit überspannt diese ein Gerüst. Darin befinden sich die Leitungen mit der Stützflüssigkeit Bentonit. Sie wird vor dem Beton in die Schlitzwand eingebracht, damit der frische Graben nicht in sich zusammenfällt. Acht bis neun Meter lang sind diese einzelnen Betonierabschnitte, die pro Tag bewältigt werden. Werthmüller ist zuversichtlich, dass alle bis April 2018 geschafft sind: „Wir sind im Zeitplan.“