Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Waldfischbach: Lebendiger Austausch mit Carentan-les-Marais

Die höchste Auszeichnung der Ortsgemeinde Waldfischbach-Burgalben, die Ehrenplakette, überreichten Ortsbeigeordneter Roland Schu
Die höchste Auszeichnung der Ortsgemeinde Waldfischbach-Burgalben, die Ehrenplakette, überreichten Ortsbeigeordneter Roland Schumm (links) und Bürgermeister Michael Oestreicher (rechts) Hubert de Pierrepont für seine Verdienste um die deutsch-französiche Freundschaft zwischen Waldfischbach-Burgalben und Carentan-les-Marais.

Während sich die Staatschefs der G-7-Staaten im französischen Biarritz auf großer Bühne um die schwierige internationale Gemengelage kümmerten, bewiesen die Mitglieder der deutsch-französischen Freundschaftsvereine, die die Partnerschaft zwischen Waldfischbach-Burgalben und dem französischen Carentan-les-Marais pflegen, dass internationale Beziehungen sehr gut funktionieren: wenn sich Menschen in freundschaftlicher Absicht begegnen.

Bewusst habe man entschieden, diesmal einen Abend der Freundschaft zu feiern, sagte der Vorsitzende des Freundeskreises Carentan-les-Marais, Bertrand Favray. Sein Pendant auf französischer Seite, Claudine LeMaitre, zeigte auf, dass die Freundschaft lebt. Bester Beweis: Bereits im März waren alle Busplätze für die Fahrt nach Waldfischbach-Burgalben ausgebucht. Viele der 70 Gäste hatten sich privat aus der Normandie auf den Weg in die Pfalz gemacht.

Der Freundschaftsabend sei wichtig, „weil wir alle Menschen sind, die in Frieden leben möchten“, sagte Waldfischbach-Burgalbens Bürgermeister Michael Oestreicher. Er sei wichtig, weil die deutsch-französische Freundschaft die Grundlage für das vereinte Europa gewesen sei. Und er sei umso wichtiger in Zeiten, in denen Europa an Krücken gehe, sagte Favray. Wer sich auf lokaler Ebene für die deutsch-französische Freundschaft engagiere, wisse, „dass wir uns auf das konzentrieren müssen, was wir leisten können“. Nämlich darauf, den Austausch zu stärken, was in den vergangenen Jahren hervorragend gelungen sei, wie die gestiegene Besucherzahl zeige. Auch den Spaß an der Sprache des Nachbarn müsse man fördern, der bei vielen jungen Menschen bedauerlicherweise verlorengegangen sei. Dabei würden in beiden Ländern händeringend junge Menschen gesucht, die beide Sprachen beherrschen. Sie zu motivieren, sei Aufgabe der Ausschüsse auf deutscher und französischer Seite. Bei jungen Pfadfindern aus Carentan-les-Marais, die erstmals im Pfälzerwald zu Gast waren, hat das funktioniert.

Favray: „Weiter wachsam bleiben“

Was Freiheit und Freizügigkeit anbelange, die das Miteinander in Europa ausmachen, sei vieles selbstverständlich geworden, konstatierte Favray. „Aber es ist wichtig, wachsam zu bleiben“, forderte er. „Wir sind uns bewusst, dass der Austausch viel Arbeit erfordert. Wir werden weiter dafür arbeiten“, bestätigte Claudine LeMaitre, die mit Blick auf ihre Amtsübernahme augenzwinkernd anmerkte: „Die Zeit der Frauen ist gekommen.“ Das bedachten die Frauen im Saal mit viel Applaus. Jean-Pierre L’Honneur, Bürgermeister der 10.800 Einwohner zählenden Stadt in der Normandie, die in der jüngeren Vergangenheit touristisch enormen Aufschwung verzeichnete, lobte die lebendige Partnerschaft, erinnerte unter anderem an den kürzlich erfolgreich gestarteten Choraustausch, mit einem für beide Seiten beeindruckenden Konzertabend in Heltersberg.

Ehrung mit allen Helfern geteilt

Einer, der 17 Jahre lang auf französischer Seite dem Jumelage-Komitee vorgestanden hatte, seit über 40 Jahren auf vielfältige Weise die Partnerschaft zwischen den Kommunen er- und belebt, ist Hubert de Pierrepont, LeMaitres Vorvorgänger. Ihm überreichten Oestreicher und der Erste Beigeordnete Waldfischbach-Burgalbens, Roland Schumm, die Ehrenplakette der Gemeinde für seine Verdienste. Er freue sich über diese Auszeichnung, sagte de Pierrepont, aber er bitte um Verständnis dafür, dass er sie mit all den Menschen und ihren helfenden Händen teile, die im vergangenen halben Jahrhundert die deutsch-französische Freundschaft ermöglicht haben.

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