Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Waldfischbach/Landstuhl: Landrätin fordert auch künftig Altenheim-Betrieb auf Rosenberg

Die Bewohner des Caritas-Altenzentrums Maria Rosenberg sollen Ende März 2020 in eine neue Caritas-Einrichtung in Landstuhl umzie
Die Bewohner des Caritas-Altenzentrums Maria Rosenberg sollen Ende März 2020 in eine neue Caritas-Einrichtung in Landstuhl umziehen. Das Gebäude in Waldfischbach muss grundlegend saniert werden.

Landrätin Susanne Ganster will sich dafür einsetzen, dass die Caritas auch künftig ein Altenzentrum in Waldfischbach-Burgalben vorhält. Über die geplante Schließung des Altenzentrums Maria Rosenberg war sie informiert. Kritik an der Informationspolitik der Caritas kommt derweil von anderen Politikern.

„Ich hatte ein ausführliches persönliches Gespräch mit dem Caritasdirektor im Vorfeld der Sitzung. Dabei habe ich eingehend die soziale und wirtschaftliche Bedeutung des Altenzentrums für den Landkreis Südwestpfalz erläutert und die Verwurzelung der Einrichtung auf dem Rosenberg dargestellt“, teilt Landrätin Susanne Ganster auf Nachfrage aus dem Urlaub mit. Gleichzeitig wisse sie als Mitglied des Caritasrates, eine Art Aufsichtsrat, um den hohen Sanierungsstau und als Landrätin um die Brandschutz-Problematik. Caritasdirektor Vinzenz du Bellier habe die dringend notwendigen Maßnahmen und deren Umfang erläutert. Diese könnten nicht im laufenden Betrieb durchgeführt werden. Wie berichtet, schließt die Einrichtung auf dem Klostergelände. Die Bewohner sollen in ein neu entstehendes Haus in Landstuhl kommen.

Für Altenheim eingesetzt

Sicherheit und Wohl der Bewohner und Mitarbeiter stünden für sie an erster Stelle: „Ich erwarte, dass der Caritasdirektor alle Schritte zur Ermittlung und Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen zügig einleitet. Ich werde mich mit Nachdruck dafür einsetzen, dass die Zusagen gegenüber Bewohnern und Mitarbeitern in der Zeit der Auslagerung nach Landstuhl eingehalten werden“, so die Landrätin. Sie werde sich dafür einsetzen, dass die Caritas in Waldfischbach-Burgalben auch künftig ein Altenzentrum vorhält. Laut einer Pressemitteilung der Kreisverwaltung wurde das „so auch vonseiten der Caritas signalisiert“.

An der Sitzung, bei der über die Schließung entschieden wurde, habe sie wegen Terminüberschneidung nicht teilnehmen können. Nachdem sie von der Entscheidung erfahren habe, habe sie ein Gespräch mit dem Ersten Kreisbeigeordneten Peter Spitzer und dem Abteilungsleiter bei der Kreisverwaltung geführt. Der Caritasdirektor habe am selben Tag (25. Juni) alle weiteren Verantwortlichen informiert.

Laut Kreisbeigeordnetem Spitzer gibt es zwölf Sozialfälle im Heim. Er trage als Sozialdezernent die Verantwortung dafür, dass diese Heimbewohner untergebracht würden. 1994 waren laut Spitzer 7,5 Millionen Mark aus Mitteln des Landkreises in den Bau des Altenzentrums geflossen. Weder davor noch danach habe es seitens des Kreises eine höhere Beteiligung an einem solchen Projekt gegeben.

Bürgermeister kritisiert Träger

Rodalbens

Verbandsbürgermeister Wolfgang Denzer kritisiert, dass die Pläne zur Schließung bis zuletzt geheimgehalten wurden. „Ich hätte mir vor der Presseveröffentlichung mehr Transparenz und mehr Informationen gegenüber den politisch Verantwortlichen gewünscht.“ Es gehe um Bürger der Region, die als Bewohner, Angehörige oder Mitarbeiter betroffen seien. „Ich bin deshalb über das Vorgehen eines humanitären und kirchennahen Verbandes sehr verwundert“, so Denzer.

Die mit der Schließung des Heims verbundenen Probleme sehen auch weitere Politiker der VG Rodalben: „Wenn das Arbeitsplätze kostet, wäre es sehr schade“, sagt Rodalbens Stadtbürgermeister Wilhelm Matheis. Ortsbürgermeister Harald Wadle (Clausen) meinte: „Es wird schwierig für die Leute, die ihren Platz gehabt haben. Es wird auch schwierig für deren Angehörige, die weitere Wege fahren müssen. Das sehe ich kritisch.“ Werde ein Heim geschlossen, das eigentlich immer voll belegt gewesen sei, würde ein großes Loch gerissen. Wadle, staatlich anerkannter Betreuer, macht deutlich, dass Menschen, die auf Grundlage öffentlicher Leistungen in Maria Rosenberg untergebracht sind, schwer zu verlegen seien.

x