Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Waldfischbach-Burgalben: Rodalber Wasser für Burgalben

Um die Wasserversorgung in den Höhenlagen des Ortsteils Burgalben mit dem richtigen Druck sicherzustellen, soll auf dem Rosenber
Um die Wasserversorgung in den Höhenlagen des Ortsteils Burgalben mit dem richtigen Druck sicherzustellen, soll auf dem Rosenberg ein neuer Wasserhochbehälter gebaut werden. Dieser soll an das Wassernetz der Verbandsgemeinde Rodalben angeschlossen und von dort mit Wasser versorgt werden. Foto: Andrea Daum

Die Gemeinde Waldfischbach-Burgalben will nach dem E-Werk auch ihr Wasserwerk abgeben. In welcher Form, soll im Laufe des Jahres entschieden werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, deren Vor- und Nachteile eine Expertise aufzeigen soll. die bis Sommer erstellt wird. Fest steht bereits: Billig wird es nicht.

„Es gehört sich einfach, dass man ein Werk in ordnungsgemäßem Zustand übergibt“, sagte der für die Werke zuständige Beigeordnete Alexander vom Hagen (BWB). Egal, ob sich die Gemeinde entschließt, sich mit dem Wasserwerk einem Wasserzweckverband anzuschließen oder das Werk der Verbandsgemeinde zu übertragen, mit der schon mal erste Gespräche geführt wurden.

Derzeit sind die Zustände nicht ordnungsgemäß. Zumindest nicht mit Blick auf die Wasserversorgung im Ortsteil Burgalben. „Es ist fünf nach zwölf“, beschrieb Werkleiter Martin Peifer die Situation. Wie mehrfach berichtet, mahnt das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung Südwestpfalz bei den Gesundheitsschauen regelmäßig die Situation an.

„Es wurden ja schon einige Lösungen diskutiert, besprochen, nicht umgesetzt“, sagte vom Hagen. Nun liege wieder ein neuer Lösungsvorschlag auf dem Tisch, den man zuletzt erarbeitet habe. „Wir hoffen, dass das der letzte Vorschlag sein wird und dass dieser umgesetzt wird.“

Künftig Wasser aus Rodalben?

Drei Stufen sieht dieser Plan vor. „Zwei von drei Maßnahmen waren bereits im vorherigen Lösungsmodell enthalten“, sagte Peifer. Statt, wie zuletzt diskutiert, Wasser vom Wasserzweckverband Sickingerhöhe-Wallhalbtal über eine zwischen Höheinöd und Burgalben zu bauende Verbindungsleitung zu beziehen, soll der Ortsteil Burgalben in Zukunft in den Höhenlagen mit Wasser der Verbandsgemeinde Rodalben versorgt werden.

Der marode Wasserhochbehälter auf dem Rosenberg wird durch einen neuen, 322 Kubikmeter fassenden Wasserhochbehälter ersetzt, der 25 Meter höher steht als der bisherige Behälter auf dem Rosenberg. Mit der katholischen Kirche wurde bereits über den Geländetausch gesprochen. An diesen neuen Wasserhochbehälter wird eine Verbindungsleitung angeschlossen, die nach Donsieders führt. Dort erfolgt der Anschluss ans Rodalber Wassernetz, erläuterte der stellvertretende Werkleiter Christof Reichert die technischen Pläne. Das habe den Vorteil, dass das Wasser wie von Natur aus vorgesehen den Berg runterlaufen könne, nicht erst hoch zum Wasserhochbehälter gepumpt werden müsse. Das reduziere die Energiekosten erheblich. „Wenn wir das machen, dann haben die aktuellen Wasserdruckprobleme in den höheren Lagen von Burgalben ein Ende“, sagte vom Hagen.

Zuerst die Notwasserversorgung

Dies soll der dritte Schritt sein, um die Wasserversorgung in Burgalben auf sehr gut funktionierende Füße zu stellen. In diesem Jahr wird zunächst die Notwasserversorgung sichergestellt. Dazu wird eine innerörtliche Verbindungsleitung zwischen Schwarzbachstraße und Carentaner Platz hergestellt, die unter der Fußgängerbrücke über die Moosalbe aufgehängt wird.

Installiert wird ein Rohr mit 150 DN Durchmesser. Das kann eine wesentlich größere Wassermenge transportieren, als das bisher installierte 100-DN-Rohr, an dem die komplette Burgalber Wasserversorgung aktuell hängt. Gespeist aus der Quelle im Hollertal, deren Leistung sich kontinuierlich zurück entwickelt. Würde etwas passieren, wäre Burgalben sofort komplett von der Wasserversorgung abgehängt. Dieses Nadelöhr wird durch den Bau der zweiten Leitung beseitigt, die Wasser aus Waldfischbach nach Burgalben transportiert.

Über diese Leitung, die zum einen die Notversorgung absichert, sollen künftig die Tallagen Burgalbens, zum Beispiel die Allee- und Flurstraße, mit Wasser versorgt werden. „Wir haben ja ein Interesse daran, selbst so viel Wasser wie möglich zu verkaufen“, sagte Peifer in der Werksausschusssitzung. Die Werke verkaufen im Schnitt 245.000 Kubikmeter Wasser jährlich.

Die Notwassermaßnahme, die mit 1,1 Millionen Euro Kosten veranschlagt ist (der geplante Anschluss an Rodalben hat mit der Notwasserversorgung nichts zu tun), wird vom Land mit einem Förderdarlehen in Höhe von 550.000 Euro unterstützt. Die Bürger müssen über Einmalbeiträge mitzahlen. Pro Quadratmeter gewichteter Beitragsfläche 25 Cent. Dazu kommen sechs Cent für die Erneuerung der Hauptleitung in der Flurstraße, die zum Wassernotversorgungspaket gehört. Also insgesamt 31 Cent pro gewichtetem Quadratmeter.

Eigener Betrieb rechnet sich auf Dauer nicht

Nachdem das E-Werk im vergangenen Jahr in die Nahwerk GmbH eingebracht wurde, die gemeinsam mit den Stadtwerken Kaiserslautern gegründet wurde, gibt es vor Ort kein technisches Personal mehr. Die Betriebsführung für das Wasserwerk wurde an die Stadtwerke Kaiserslautern übertragen. Auf Dauer rechne sich der Betrieb des eigenen Wasserwerks nicht, war sich der Werksausschuss einig.

Mit 1,79 Euro pro Kubikmeter zahlen die Haushalte in Waldfischbach-Burgalben ohnehin einen hohen Wasserpreis. Die Verbandsgemeinde Rodalben verlangt 1,26 Euro, die Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben 1,48 Euro, der Wasserzweckverband Sickingerhöhe-Wallhalbtal 1,39 Euro.

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