Rheinpfalz Waldfischbach-Burgalben: Pflege boomt auch bei eva-care
Der Pflegebereich in Deutschland boomt. Dass die Nachfrage nach Leistungen steigt, bestätigt Eva Riedinger aus eigener Erfahrung. Am 1. Juni 2015 eröffnete sie den Pflegedienst eva-care in Waldfischbach-Burgalben als ambulantes Angebot mit zwei Autos und fünf Mitarbeitern. Aktuell sind zehn Autos für eva-care unterwegs, 35 Mitarbeiter beschäftigt der Pflegedienst, der im April um ein stationäres Tagespflegeangebot erweitert wurde.
„Wir wachsen beständig“, sagt die Geschäftsführerin des Pflegedienstes, der ihren Namen trägt: „Eva“ stehe für einfühlsame, vertrauensvolle Altenpflege“ (das englische „care“ heißt Pflege). Das Gebiet, in dem über 200 Patienten die mobile Pflege von eva-care in Anspruch nehmen, umfasst die Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben, reicht aber auch bis in die Nachbarverbandsgemeinden Rodalben, Kaiserslautern-Süd und Thaleischweiler-Wallhalben hinein. „Was uns wirklich freut ist, dass zwei Patienten der ersten Stunde noch immer von uns betreut werden“, sagt Eva Riedinger. In der Geschäftsführung wird sie von ihrem Sohn Thomas Riedinger als Stellvertreter unterstützt. Der studiert parallel an der Dualen Hochschule in Mannheim Angewandtes Gesundheitsmanagement.
Motivierte Quereinsteigerin
Die Idee, einen Pflegedienst zu eröffnen, sei durch Einblicke in einen Pflegedienst entstanden, den eine Bekannte im Saarland betreibt. „Ich dachte, das kann ich auch. Zumal der Bedarf bestand und besteht. Das zeigt ja auch unsere Entwicklung“, sagt Riedinger. Erfahrungen mit dem Gesundheitssystem, mit Krankenkassen, und Sozialträgern hatte sie gesammelt, als sie in der örtlichen Arztpraxis ihres Mannes Kurt Riedinger half. „Ganz fremd war mir der medizinische Bereich also nicht“, erzählt Riedinger. Die konkreten Erfahrungen im Pflegedienst brachte Silke Lehmann mit. Erst als sie zusagte, die Pflegedienstleitung zu übernehmen, wurde aus der Idee Wirklichkeit. „Für mich war das der entscheidende Baustein“, bekennt Eva Riedinger. Das Team organisiere sich untereinander selbst sehr gut. „Wir haben eine familiäre Atmosphäre“, sagt Thomas Riedinger. Was Sorge bereite, sei der Fachkräftemangel. Im August beginnen zwei Auszubildende ihre Lehre zur Pflegefachkraft. „Aber wir suchen ständig Fachpersonal“, ergänzt Eva Riedinger – vor allem Pflegefachkräfte, die den Patienten die verordneten medizinischen Leistungen verabreichen können. Das ambulante Angebot umfasst die grundpflegerische Versorgung wie das Waschen von Patienten, die ärztlich verordneten Leistungen, aber auch die hauswirtschaftliche Versorgung, die vom Einkaufen bis zur Wohnungsreinigung reicht.
Umzug in größere Räume steht bevor
Die Räume der ersten Stunde in der Gartenstraße sind mittlerweile zu beengt. In der Hauptstraße 20 (Schreinerei Nikolaus), am Ortsausgang Richtung Kaiserslautern, wird eva-care mit dem mobilen Angebot ab Januar 2019 zu finden sein. Dort sei genügend Platz für Personal und Fahrzeuge. Der Umzug werde zurzeit vorbereitet. Der Pflegedienst mit dem neuen stationären Tagespflegeangebot ist im April in das Haus „Am Hang 141“ eingezogen. Auch für dieses Angebot ist Silke Lehmann verantwortlich. „Als sie zusagte, die Pflegedienstleistung zu übernehmen, war ihr Wunsch gewesen, dass wir mal eine Tagespflege bekommen. Das habe ich ihr damals versprochen“, verrät Eva Riedinger. Die Leitung in der Tagespflegeinrichtung, die 20 Patienten Platz bietet, hat Timo Burkhard inne. Sein wichtigstes Anliegen: „Die Patienten sollen sich hier wohlfühlen.“
Loriot-Sofa bei den Patienten beliebt
Die Möbel waren schon vorhanden – aus einem Nachlass –, bevor die Tagespflege eingerichtet wurde. Das Haus, in dessen Nachbarschaft die Riedingers wohnen, „fand ich schon immer ideal, um hier eine Tagespflege einzurichten“, sagt die Chefin. Als es zum Verkauf stand, „haben wir den Schritt gewagt, gekauft, umgebaut und eröffnet“. Jetzt hat das „Loriot-Sofa“ – das so heißt, weil es aussieht wie das Sofa, auf dem Komiker Loriot Fernsehgeschichte geschrieben hat – einen festen Platz gefunden „und steht bei unseren Patienten hoch im Kurs“, sagt Burkhard lachend. Angebaut wurde ein Aufzug. Es gibt eine Küche, einen Gemeinschafts-Aufenthaltsbereich, Räume für Ruhe und Schlafmöglichkeiten. Von 8 bis 16.30 Uhr besteht das Angebot, das auch einen eigenen Hol- und Bringdienst umfasst. Im Schnitt wird die Einrichtung, die von Montag bis Freitag geöffnet ist, von zehn bis 14 Patienten besucht. Die älteste Patientin, die betreut wird, ist 102 Jahre alt. Es gehe darum, die Menschen sozial zu betreuen, Angehörige zu entlasten, der möglichen Einsamkeit entgegenzuwirken, die Menschen zu mobilisieren, „ihnen einfach Lebensfreude schenken“, sagt Burkhard.
Vorbild für Studierende
Fünf Studenten der Dualen Hochschule in Mannheim besuchten die Einrichtung dieser Tage. Ihre Aufgabenstellung lautete, eine Tagespflegeeinrichtung aufzubauen. „Da gilt es, viel zu beachten, vom Leitbild über die Finanzierung bis hin zum Personal“, zeigt Thomas Riedinger auf, was seine Kommilitonen in Theorie und Praxis beschäftigte. „Wir lernen durch die Praxis ständig hinzu“, sagt Eva Riedinger. So sei man anfangs davon ausgegangen, dass ein Fahrzeug für den Fahrdienst reichen würde. „Es hat sich schnell herausgestellt, dass ein zweites Auto benötigt wird“, sagt sie. Aber das mache, neben dem Kontakt mit vielen Menschen, die Aufgabe so interessant: „Wir lernen ständig dazu.“