Kaiserslautern bewegt sich
Wie stark die E-Bus-Flotte in Kaiserslautern in den kommenden Jahren wachsen soll
Stinkende Diesel-Abgase an der Bushaltestelle? Das gehört in Kaiserslautern immer öfter der Vergangenheit an. Zehn Busse der städtischen Verkehrsbetriebe SWK fahren mit Strom, im Sommer sollen noch einmal sechs weitere dazu kommen, berichtet Raphael Lang im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Lang ist Innovationsmanager bei den SWK und hauptsächlich dafür zuständig, dass der Fuhrpark in den kommenden Jahren sukzessiv von Diesel auf Strom umgestellt wird.
Seit fünf Jahren etwa arbeiten die SWK daran, Dieselbusse durch E-Busse zu ersetzen. Dazu gibt es immer wieder vom Bundesverkehrsministerium aufgelegte Förderprogramme, bei denen Kaiserslauterns Verkehrsbetrieb im Dezember 2023 erstmals zum Zug kam. Ein knappes Jahr später, berichtet Lang, sei die erste Bestellung für E-Modelle rausgegangen, 16 Stück wurden bestellt. Seit September sind die ersten der damals bestellten Busse auf den Straßen Kaiserslauterns unterwegs, mittlerweile sind es zehn Stück. Die restlichen sechs aus der ersten Bestellung sollen im Sommer folgen. Gleichzeitig liegen bereits weitere Förderanträge in der Schublade; wie Lang berichtet, stehe gerade eine weitere Förderrunde des Verkehrsministeriums in Berlin bevor.
Bis 2030 mindestens 50 Prozent E-Busse
„Mittelfristig wollen wir mehr als 50 Prozent unserer Flotte auf Strom umstellen“, sagt Lang und nennt das Jahr 2030 als Zeithorizont. Derzeit umfasst die Flotte 68 Busse, mit den sechs neuen Fahrzeugen im Sommer und der Ausmusterung einiger älterer Modelle bleiben am Ende 70 Busse übrig.
Für die 16 E-Busse, die ab August im Einsatz sein sollen, wurde auf dem Betriebshof der SWK eigens eine Halle aus Holz errichtet, in der auch die Ladeinfrastruktur vorgehalten wird. „Der Strom für die Busse kommt zum Großteil aus unseren PV-Anlagen und Batteriespeichern“, sagt Lang. Der Rest werde von der SWK-Energiesparte zugekauft. „Grüner Strom“ sei das, so Lang. Da in den kommenden Jahren die E-Flotte der SWK weiter ausgebaut werden soll, arbeiteten die Verkehrsbetriebe gemeinsam mit der WVE und Experten der Uni bereits daran, wie die Ladeinfrastruktur zukünftig aufgestellt werden soll, berichtet Lang. Heißt: Wie können, idealerweise, alle Busse der Flotte auf dem Betriebsgelände geladen werden?
Und wie kommen die neuen Busse bei denen an, die sie nutzen? „Unsere Fahrer sagen, dass sie lieber E-Busse fahren. Wir haben durchweg positives Feedback“, berichtet Lang. Sicher habe es anfangs ein paar „Kinderkrankheiten“ gegeben. So berichtet Lang etwa von Problemen bei niedrigen Temperaturen im Winter. Das sei aber nun ausgeräumt, es laufe „sehr, sehr gut“. „Wir dürfen nicht vergessen: Das war auch für uns eine neue Technologie, an die wir uns erst gewöhnen mussten.“ Auch die Fahrgäste finden laut Lang die neuen „Stromer“ gut und komfortabel. „Da kommen fast nur positive Rückmeldungen, von einigen E-Mobilitätsskeptikern mal abgesehen.“
Von E-Bussen sind einige Fahrgäste begeistert
Allerdings, so wurde es Lang zugetragen, soll es auch Fahrgäste geben, die an der Haltestelle mal einen Bus ziehen lassen und gerne auf den nächsten warten, wenn der dann ein E-Bus ist. Die Begeisterung bei den Fahrgästen für die Umstellung auf E-Mobilität im ÖPNV sei zweifellos zu beobachten, sagt Lang. „Und natürlich sind das auch neue Busse. Die sind ja immer schöner als die alten.“
Die Serie
In der Serie „Kaiserslautern bewegt sich“ beschäftigen wir uns mit der Mobilitätswende. Wir beleuchten die aktuelle Verkehrssituation in Kaiserslautern und die gesteckten Ziele, blicken genauer auf die verschiedenen Fortbewegungsarten per Auto, Bus, Fahrrad und zu Fuß, erörtern Alternativen wie Carsharing, nehmen andere Perspektiven ein, und wagen einen Blick in die Zukunft.