Rheinpfalz Waldfischbach-Burgalben: Gewerkschaft IG BCE ehrt Mitglieder

Ottmar Röhrig, Vorsitzender der IGBCE-Ortsgruppe Waldfischbach-Burgalben (links), ehrte mit dem Kreisbeigeordneten Peter Spitzer
Ottmar Röhrig, Vorsitzender der IGBCE-Ortsgruppe Waldfischbach-Burgalben (links), ehrte mit dem Kreisbeigeordneten Peter Spitzer (rechts) Jürgen Stucky, Brigitte Röhrig, Friedhelm Spittler, Hertha Faul, Walter Becker, Holger Weber und Gary Schröder (von links) für mindestens 40 Jahre Mitgliedschaft in der Gewerkschaft. Foto: Andrea Daum

Just am Freitag, dem Tag, an dem sich die Gewerkschaft IG BCE und die Arbeitgeber in der Chemie- und Pharmaindustrie auf einen neuen Tarifvertrag einigten, ehrte die Ortsgruppe der IG BCE Waldfischbach-Burgalben langjährige Mitglieder, die sich teils seit fünf Jahrzehnten für die Belange der Arbeitnehmer einsetzen.

Als die nun geehrten Mitglieder vor einem halben Jahrhundert in die Gewerkschaft eintraten, verabschiedete der Bundestag gerade das Berufsausbildungsgesetz, das die betriebliche und überbetriebliche Ausbildung regelt, erinnerte Ottmar Röhrig, der Vorsitzende der 541 Mitglieder zählenden Ortsgruppe. Als sich Facharbeiter vor 40 Jahren entschlossen, der IG BCE beizutreten, habe das Bundesverfassungsgericht gerade das Mitbestimmungsrecht gestärkt, das die Vertretung der Arbeitnehmerseite in Aufsichtsräten regelt.

Gute Gründe, Gewerkschaft beizutreten

Am Ehrungstag selbst einigten sich Gewerkschaft und Chemieindustrie auf Neuerungen, die aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen abbilden. Auf dem Zukunftskonto können freie Tage angespart werden, die zum Beispiel später zur Pflege von Angehörigen genommen werden. Erstmals finanzieren Arbeitgeber eine Pflegezusatzversicherung mit, um im Pflegefall die Finanzierungslücke zu schließen. All das seien seit Jahrzehnten gute Gründe, um sich in der Gewerkschaft einzubringen. Daher bedauerte Röhrig, dass das Thema Gewerkschaft bei jungen Menschen nicht mehr so hoch im Kurs stehe. Er hoffe, dass sich diese Entwicklung wieder ändere. Es sei wichtig, dass Arbeitnehmer gemeinsam für ihre Interessen eintreten.

Den Unternehmen schrieb Röhrig ins Stammbuch, dass sie nicht voreilig das Wort Fachkräftemangel in den Mund nehmen sollten. An diesem Phänomen trügen sie mit Schuld. Wer Fachkräften nach der Ausbildung nur befristete Verträge anbietet, auf deren Grundlage sich keine Existenz aufbauen lasse, müsse sich über deren Fehlen nicht wundern.

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