Kultur Südpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Wörth: Schauspieler Heiner Lauterbach mit einer Komödie in der Festhalle

Heiner Lauterbach.  Foto: Georg Wendt/dpa
Heiner Lauterbach.

„Jahre später, gleiche Zeit“ war der Titel eines gefühlvollen, bisweilen sentimentalen Bühnenstückes, das mit einer wohltuenden Portion Humor gespickt am Freitag auf der Bühne der Wörther Festhalle zu sehen war. Die Komödie im Bayerischen Hof München gab ein Gastspiel mit den beiden absolut glaubhaft und überzeugend agierenden Protagonisten Dominique Lorenz und Heiner Lauterbach.

Das Stück, eine Zeitreise zwischen 1976 und 1993, wurde von Bernhard Slade geschrieben. Er knüpft damit an seine Komödie „Nächstes Jahr, gleiche Zeit“ an, mit der Lorenz und Lauterbach Ende der 1990er-Jahre bereits erfolgreich auf der Bühne standen. Auch in der aktuellen Fortsetzung führt Heidelinde Weis wieder Regie.

In dem Zwei-Personen-Stück geht es um eine außergewöhnliche, lebenslange Liebesgeschichte zwischen dem akkuraten Buchhalter George und der quirligen, lebhaften Doris, die sich zu einer erfolgreichen Autorin entwickelt. Die beiden pflegen bis zu ihrer späten Heirat im Seniorenalter 42 Jahre lang eine zuerst heimliche Affäre, die sich auf nur ein Rendezvous im Jahr beschränkt. Immer wieder erwarten sie gespannt und sehnsüchtig das nächste Zusammentreffen im immer gleichen Hotelzimmer. Kleine Rituale prägen ihre sporadische, nichtsdestotrotz innige Beziehung.

Auch die Schauspieler auf der Bühne altern

Es ist wunderbar zu sehen, wie die beiden Schauspieler die Vorfreude auf ihr jährliches Treffen ausleben, ihren Liebhaber oder die Geliebte bewusst mit Neuem überraschen. Detail-verliebt wird das Bühnenbild nach und nach moderner. Und auch die Figuren verändern sich, altern. So wird George schwerhörig und seine Haare werden weniger, da hilft auch ein Toupet nichts; bei Doris werden sie grau. Das Bewegen fällt trotz angestrengter Versuche immer schwerer, selbst das aktive Liebesleben, das in jungen Jahren fest zu den Treffen gehörte, ebbt ab.

Die Dialoge drehen sich jetzt um die flügge gewordenen Kinder der beiden, deren Leben nicht immer perfekt verläuft. Bald kommen Enkelkinder dazu, deren Fotos stolz gezeigt werden. George ist in der Fortsetzungskomödie gerade Witwer geworden, der die Lücke mit neuen Frauen und sogar mit einer späten Vaterschaft zu füllen versucht. Denn Doris hält an ihrem Ehemann noch lange fest, ein dauerhaftes, ein das ganze Jahr über währende Leben mit ihr ist – vorerst noch nicht – möglich.

Höhen und Tiefen der seltsamen Liebesbeziehung

Für das Publikum in der voll besetzten Festhalle war das erfrischend lockere, lebensnahe Spiel kurzweilig und immer wieder spannend. Die beiden Akteure begeisterten mit Emotionen, die die Höhen und Tiefen der Liebesbeziehung widerspiegelten, nahmen die Zuschauer mit auf ihre Lebensreise voller Humor und Lebensweisheiten. An deren Ende eine späte Heirat, aber nur noch wenige, tatsächlich gemeinsame Jahre stehen.

Mit dem langen Schlussabschluss verband sich im Publikum der Wunsch, mehr von den beiden überzeugenden Schauspielern und ihrem tollen Agieren in Wörth zu sehen.

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