Rheinpfalz VR-Bank Westpfalz steht erneut vor Fusion

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Die Volksbank Kaiserslautern-Nordwestpfalz in Kaiserslautern und die VR-Bank Westpfalz in Landstuhl wollen im kommenden Jahr fusionieren. Das haben die Vorstände und Aufsichtsräte beider Banken beschlossen. Ziel sei die Schaffung einer neuen ertragsstarken Genossenschaftsbank für die Region Westpfalz.

Vor Jahren war die VR-Bank Westpfalz bereits mit der damaligen Genossenschaftsbank Waldfischbach, die zuvor aus den Raiffeisenbanken Waldfischbach und Pirmasens hervorgegangen war, fusioniert. Insgesamt seien bei der VR-Bank Westpfalz und der Volksbank Kaiserslautern-Nordwestpfalz zusammen 280 Mitarbeiter beschäftigt, davon 17 Auszubildende. Mehr als 77.000 Kunden (42.000 bei der Volksbank, 35.000 bei der VR-Bank) mit 170.000 Konten würden der neuen Genossenschaft, die von 30.000 Mitgliedern (19.000 Volksbank, 11.000 VR-Bank) getragen werde, angehören, heißt es in einer gestern herausgegeben gemeinsamen Erklärung der Vorstände. Derzeit erreichen beide Banken zusammen eine Bilanzsumme von fast 1,3 Milliarden Euro und betreuen ein Kundenvolumen von über 2,6 Milliarden Euro. „Beide Banken sind wirtschaftlich gesund und erfüllen bereits heute die hohen gesetzlichen Anforderungen an die Eigenkapitalausstattung der nächsten Jahre. Sie bauen auf soliden Kredit- und Anlagefundamenten sowie einer ausgewogenen Kundenstruktur im Privat- und Firmenkundensegment auf“, heißt es in der Mitteilung. Die Volksbank Kaiserslautern-Nordwestpfalz habe eine Bilanzsumme von 780 Millionen Euro und ein Kundenvolumen von 1,7 Milliarden Euro, die VR-Bank Westpfalz eine Bilanzsumme von knapp 500 Millionen Euro und 950 Millionen Euro betreutes Kundenvolumen. Beide Banken arbeiteten bereits seit Jahren in einigen Bereichen eng zusammen und sähen sich als gleichwertige Partner trotz der unterschiedlichen Größe. Die angestrebte Verschmelzung stehe im Einklang mit den Empfehlungen des Bundesverbandes Deutscher Volks- und Raiffeisenbanken, der den Zusammenschluss auch mittlerer Genossenschaftsbanken zu größeren Instituten nahelege. Die steigenden gesetzlichen Anforderungen und Regularien seien ein Grund, warum dieser Weg zielführend sei. Heute seien Spezialisten in immer mehr Bereichen der Banken notwendig; solche könnten nur von entsprechend großen Banken getragen werden. Hinzu komme eine stetig steigende Nachfrage nach qualifizierten Beratungsleistungen von Kundenseite, der man Rechnung tragen müsse. Das Geschäftsgebiet der beiden Banken reiche von Ebernburg im Norden bis an die französische Grenze im Süden der Westpfalz. Ein wesentlicher Teil des Geschäftsvolumens werde im ländlichen Bereich von insgesamt 33 Geschäftsstellen plus sechs SB-Stellen betreut. Auch wenn die Entwicklung und die Kundennachfrage hin zu modernen Banking-Verfahren (Online-Banking) nicht aufzuhalten sei, würde sich auch die neue Bank nicht aus der Fläche zurückziehen, so die beiden für die Kundenbetreuung zuständigen Vorstandsmitglieder Alexander Kostal aus Landstuhl und Karl-Heinz Reidenbach aus Kaiserslautern. Die neue Bank wolle als großes Geldinstitut regional auftreten. Ihre Kollegen Peter Kullmann, Karlheinz Stemler und Albrecht Steller zeigten sich überzeugt, mit der Bündelung der Kräfte in den Steuerungs-, Produktions-, IT- und Organisationsbereichen für die künftigen Herausforderungen des Bankensektors bedeutend besser aufgestellt zu sein, als wenn beide Banken alleine ihren Weg gehen. Die Aufsichtsratsvorsitzenden Jürgen Hammel, Kaiserslautern, und Georg Spieß, Landstuhl, seien optimistisch, dass nach früheren Gesprächen der beiden Genossenschaftsbanken im Jahr 1999 jetzt der richtige Zeitpunkt sei „und mit den handelnden Personen eine hervorragende Ausgangsposition für die erfolgreiche Zusammenführung“ bestehe. Mit den einstimmigen Beschlüssen der beiden Aufsichtsratsgremien, Fusionsgespräche in die Wege zu leiten, beginne in den nächsten Monaten für die Vorstände und ihre Mitarbeiter die eigentliche Arbeit. Die Zustimmung der Vertreter der Genossenschaftsmitglieder solle im ersten Halbjahr 2016 eingeholt werden. Bis dahin würden in Projektgruppen alle Detailfragen geklärt und in einen Verschmelzungsvertrag einfließen. Auf Anfrage der RHEINPFALZ sagte Reidenbach, es sei noch nicht entschieden, ob die Zentrale der Volksbank Kaiserslautern-Nordwestpfalz am Kaiserslauterer Stiftsplatz Sitz des fusionierten Instituts sein werde. Auch der Name der Bank stehe noch nicht fest. An den Filialen solle sich jedoch nichts ändern. Die neue Bank werde fünf Vorstandsmitglieder haben, drei von der Volksbank und zwei von der VR-Bank; die Anzahl werde sich jedoch in den nächsten Jahren voraussichtlich verringern. Spätestens 2020 gehe ein Vorstand in den Ruhestand, der nächste 2022. (dür/ow)

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