Rheinpfalz VR-Bank leitet Wechsel an der Spitze ein

ZWEIBRÜCKEN. Die 104 Mitarbeiter starke VR-Bank Südwestpfalz (Zweibrücken/Rodalben) bekommt Mitte kommenden Jahres einen neuen Chef. Der 50 Jahre alte gebürtige Bad Dürkheimer Paul Heim wird neben Lutz Vehrenberg in den Vorstand eintreten. Der langjährige Vorstand Arno Hügel will nach eigenen Angaben zum 1. Juli 2016 in den Ruhestand treten.
„Die Nachfolge ist geregelt, die VR-Bank Südwestpfalz hat einen hervorragenden Mann gewonnen“, sagt Arno Hügel. Der 60-Jährige ist Sprecher des Zweier-Vorstandes der 27.000 Kunden in der Region betreuenden Genossenschaftsbank, die neben den beiden Hauptstellen Zweibrücken und Rodalben über sieben Filialen verfügt. Ab 1. Juli 2016 wird es mit Paul Heim einen Vorstandsvorsitzenden geben. Diese hervorgehobene Stellung habe der Aufsichtsrat neu geschaffen. Der künftige Chef hat bereits Aufgaben im Haus übernommen. Der gelernte Bankkaufmann, Diplombetriebswirt und Wirtschaftsprüfer ist seit dem 1. Januar zum Generalbevollmächtigten und Prokuristen bestellt. Heim wechselte vom Genossenschaftsverband nach Zweibrücken, war 22 Jahre lang Wirtschaftsprüfer für die Volks- und Raiffeisenbanken im Saarland und in der Pfalz. „Mit 50 überlegt man sich noch mal einen beruflichen Schritt. Ins operative Geschäft einsteigen zu können, bei einer so gut aufgestellten Bank wie der VR-Bank Südwestpfalz, ist eine tolle Möglichkeit“, sagt der Familienvater mit zwei fast erwachsenen Söhnen. Die Vorbereitungszeit auf die Übernahme des Vorstandsvorsitzes entspricht auch einer Auflage der Bundesfinanzaufsicht. Die Bafin, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, verlangt bei der Bestellung von Vorständen den Nachweis von Leitungserfahrung. „Ich war 22 Jahre lang Prüfer von Banken, zuletzt Abteilungsleiter Prüfung und Betreuung mit 40 Mitarbeitern. Ich kenne von daher alle zehn saarländischen Genossenschaftsbanken und die 15 pfälzischen sehr gut. In den 18 Monaten lerne ich das operative Geschäft der VR-Bank Südwestpfalz nun intensiv kennen. Das entspricht auch exakt der Absprache mit der Bafin“, erklärt Paul Heim. Die Entscheidung, zur VR-Bank zu wechseln, sei letztlich erst im Sommer/Herbst vorigen Jahres gefallen. Um Interessenskollisionen ausschließen zu können, habe er bereits im vergangenen Jahr die VR-Bank Südwestpfalz nicht mehr geprüft. Mit seiner Familie lebt Heim in Wachenheim bei Bad Dürkheim, er überlegt, eine Wohnung im Marktgebiet zu nehmen. „Mein Büro beim Genossenschaftsverband war in Saarbrücken. Mein Arbeitsweg verkürzt sich schon jetzt erheblich“, hat sich der 50-Jährige vorerst aufs Pendeln eingestellt. Die ersten sechs Wochen als Mitglied der Geschäftsleitung hätten dem intensiven Kennenlernen der Mitarbeiter, der Filialen und auch schon von Kunden gedient. Und haben bei ihm sehr gute Eindrücke hinterlassen. Heim, der künftig für den Markt zuständig sein wird, ist schon mit der Auswahl der künftigen Auszubildenden betraut. „Wir planen, drei im Sommer zu nehmen“, sagt Hügel. Zurzeit habe man vier, nachdem im Sommer Ausgelernte übernommen wurden. Die Bank, die im Prozess der Verjüngung begriffen sei, prüfe auch externe Einstellungen. Das Jahresergebnis 2014 sei noch in der Prüfung, sagte Vorstandssprecher Hügel auf Anfrage. Die Bilanzsumme sei um 2,7 Prozent auf 341 Millionen Euro angestiegen. Das von den Kunden auf Girokonten stehen gelassene oder angelegte Geld sei im Volumen um 2,8 Prozent auf rund 280 Millionen Euro gestiegen. Das Kreditgeschäft der VR-Bank habe im vergangenen Jahr um 2,4 Prozent zugelegt, wobei Neukredite je zur Hälfte von Unternehmen und von Privaten in Anspruch genommen wurden. Der Vorstand werde der Vertreterversammlung vorschlagen, den rund 5600 Genossen wie im Vorjahr eine Dividende von sechs Prozent auf ihre Mitgliederanteile auszubezahlen. Damit hebt sich die VR-Bank Südwestpfalz gegenüber den Nachbar-VR-Banken positiv ab. Die VR-Bank Westpfalz (Landstuhl) hatte vergangen Woche angekündigt, die Dividende von fünf auf vier Prozent zu kürzen.