Saarbrücken Eine Woche mit Katharina Thalbach
In der Region war Katharina Thalbach in den vergangen zehn Jahren schon häufiger, meistens bei musikalischen Lesungen wie beim Euroclassic-Festival in Zweibrücken oder als Schauspielerin bei Theaterstücken in Kaiserslautern und Pirmasens. Diesmal geht es um Film. Sie beantwortet nach drei ihrer Filme, die von Montag bis Mittwoch im Saarbrücker Kino Achteinhalb zu sehen sind, den Zuschauern ihre Fragen - und sie ist von Donnerstag bis Sonntag die Jurypräsidentin des Bundesfestival junger Film in St. Ingbert, dem größten Kurzfilmfestival für den deutschsprachigen Nachwuchs.
Die mehrfach ausgezeichnete Schauspielerin, Regisseurin sowie Hörbuch- und Synchronsprecherin Katharina Thalbach wurde 1954 in Ost-Berlin geboren und stand bereits früh auf der Bühne. 1976 verließ sie die DDR mit ihrem damaligen Lebensgefährten, dem Schriftsteller Thomas Brasch, und ihrer Tochter, nachdem ihr Protest gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann Konsequenzen hatte. Im Westen bekannt wurde sie durch ihre Rolle in Volker Schlöndorffs Film „Die Blechtrommel“ (1979), der mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Neben ihren Film- und Fernsehproduktionen arbeitet sie seit den 80er-Jahren auch als Theater- und Opernregisseurin.
„Die Leiden des jungen Werthers“
Das Saarbrücker Kino Achteinhalb, Nauwieser Straße 19, zeigt aus Anlass der Gastprofessur vier Filme mit ihr. Am Sonntag, 7. Juni, 20 Uhr, sind „Die Leiden des Jungen Werthers“ (DDR 1976 von Egon Günter) zu sehen. Katharina Thalbach ist in einer ihrer ersten großen Hauptrollen zu sehen, als Lotte, in die sich der Junge Werther verliebt. Doch sie ist schon mit einem anderen Mann verlobt, heiratet ihn auf und weist Werther ab, der sie weiterhin umschwärmt.
„Der achte Tag“
Am Montag, 8. Juni, 20 Uhr, läuft „Der achte Tag“ (Deutschland 1990 von Reinhard Münster). Das ist ein Actionthriller. Katharina Thalbach spielt die Journalistin Vera, die entdeckt, dass der Pharmakonzern mit menschlichen Klonen arbeitet. Bevor sie mit einem Wissenschaftler des Konzerns sprechen kann, stirbt er, Sie vermutet, dass er getötet wurde. Bald wird auch auf Vera ein Auftragskiller angesetzt, doch sie recherchiert weiter, um kommt Klon-Experimenten auf die Spur, die eine früherer Nazi-Mann durchgeführt.
„Sonnenallee“
In „Sonnenallee“ (Deutschland 1999 von Leander Haussmann), zu sehen am Dienstag, 29. Juni, 20 Uhr, spielt Katharina Thalbach die Mutter Ehrenreich. Sie hat einen 17-jährigen Sohn, Mischa, und plant insgeheim schon die Flucht aus der DDR in den Westen, nachdem sie zufällig in den Besitz eines westdeutschen Ausweises kommt. Denn der Film ist eine Komödie über die DDR, mit Stasi und düstereren DDR-Alltag am Beispiel von jungen Leuten, die in der Sonnenallee leben.
„Du bist nicht allein“
Als letzter Film mit ihr läuft am Mittwoch, 10. Juni, 20 Uhr, „Du bist nicht allein“ (Deutschland 2007 von Bernd Böhlich). Kathrina Thalbach ist eine ehemalige Wurstverkäuferin, die sich auf eine vom Arbeitsamt in Aussicht gestellte neue Stelle vorbereitet, mit ihrem Mann, einem arbeitslosen, depressiven Maler in einer Hochhaussiedlung in Berlin-Marzahn lebt.
Wenn das nicht klappt: Vom 11. bis 14. Juni ist Katharina Thalbach in St. Ingbert beim Bundesfestival junger Film, einem Open-Air-Festival in der Innenstadt. Dort ist ein Filmgespräch mit ihr für Samstag, 13. Juni, 16 Uhr, in der Festivallounge in der Stadthalle, Am Markt 6, angesetzt.