Rheinpfalz Vor Verhandlung Druck erhöhen
In den Werken von Opel und GKN Driveline ist gestern für zwei Stunden die Arbeit niedergelegt worden: Nach einem Demonstrationszug durch die Hallen wurden in einer Kundgebung die Forderungen in der laufenden Tarifrunde bekräftigt. Neben dem ersten Bevollmächtigten der IG Metall Kaiserslautern, Bernd Löffler, und IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Köhlinger kamen die Betriebsräte Lothar Sorger und Jörg Jung zu Wort.
Kämpferisch zeigten sich gestern nicht nur die Redner auf der provisorischen Bühne vor dem Opel-Werkstor, auch die Belegschaft zeigte Flagge: nicht nur durch die schiere Masse an Menschen, die IG Metall sprach von rund 1600 am Warnstreik beteiligten Menschen, sondern durch ihre lautstarke Unterstützung mit Trillerpfeifen. Das beeindruckende Meer aus roten Farben lobte Löffler als „tolles Bild“. Das zeige, dass die Beschäftigen ihren „berechtigten Ansprüchen Nachdruck verleihen“. Löffler: „Toll, dass ihr zu den Forderungen steht.“ Die wurden von allen Rednern wiederholt, unter anderem steht in der laufenden Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie die Forderung der Beschäftigten nach sechs Prozent mehr Lohn und nach flexibleren Arbeitszeitmodellen im Raum. Das Angebot der Arbeitgeber von Anfang Dezember, zwei Prozent mehr Lohn, sei „nicht einmal ein Angebötchen“, sondern „eine Provokation“. Die Opelaner stünden allerdings nicht nur wegen der Tarifverhandlungen vorm Werkstor, sondern auch wegen der ungewissen Zukunft unter dem Dach der französischen PSA-Gruppe. Löffler: „Da stehen wir vor harten Verhandlungen.“ Der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende von GKN Driveline, Jörg Jung, bekräftigte die Unterstützung seiner Kollegen gegenüber den Opel-Mitarbeitern: Als die Schließung von GKN im Raum stand, habe die Opel-Belegschaft für die GKN-Kollegen gekämpft. Jung: „Wir sind da, wenn Opel in Kaiserslautern uns braucht.“ Opel-Betriebsratschef Sorger zeigte sich zuversichtlich, dass es in der Tarifrunde eine Lösung geben wird: „Die Wirtschaft brummt.“ Sechs Prozent mehr Lohn seien keine unverschämte Forderung, Arbeitszeiten, die zu den Lebensumständen der Mitarbeiter passen, ebenfalls nicht. Nachdem die Arbeitnehmer in den vergangenen Jahren immer zurückgesteckt hätten, müssten die Arbeitgeber nun etwas zurückgeben. Sorger: „Jetzt sind wir dran! Jetzt, wo’s dem Arbeitsmarkt besser geht, wollen wir etwas vom Erfolg abhaben.“ Als Opelaner kämpfe er auch dafür, dass die Restrukturierung nach der Übernahme durch PSA „in gesunden Bahnen abläuft“. Es stehe eine harte Restrukturierung von Opel bevor. Löffler kündigte am Ende des Warnstreiks die nächste Aktion an: Am Mittwoch, 24. Januar, soll es einen weiteren Warnstreik geben. Gemeinsam sollen Beschäftigte aus verschiedenen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie in einem Demonstrationszug durch die Innenstadt ziehen.