Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Vor ARD-Liveübertragung fällt der Strom aus

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„Jetzt kann keiner mehr sagen, er habe nichts gewusst“, sagt Rechtsanwalt Dieter Knicker, der Aufsichtsratsvorsitzende des FC Homburg: Der Club ist vom Deutschen Fußballbund (DFB) aufgefordert, bis 28. Mai Fragen zum baulichen Zustand des Waldstadions zu beantworten. Doch dies sei ihm derzeit unmöglich, sagt FCH-Vorsitzender Herbert Eder: Noch immer warte er auf entsprechende Fakten von der Stadt, der die Spielstätte gehört.

In der kommenden Saison peilt der FC Homburg mit Macht die Meisterschaft der Regionalliga Südwest und damit den Aufstieg in die Dritte Liga an. Mit den jüngsten sportlichen Erfolgen halte jedoch der Zustand des Waldstadions nicht Schritt, beklagt der FCH-Vorsitzende. Wie berichtet, mahnt der Clubchef Verbesserungen im Stadion an – und das nicht nur mit Blick auf teure Auflagen, die der DFB mit der Erteilung der Drittliga-Lizenz verknüpft. Seine Sorgen formulierte Eder am in einem Gespräch mit Homburger Kommunalpolitikern.

„Wir reden nicht von Luxus-Investitionen“, erklärte FCH-Geschäftsführer Rafael Kowollik bei der Unterredung. So müsse die Elektroversorgung dringend erneuert werden, weil oft der Strom ausfalle: „Vor zwei Jahren fand im Waldstadion das Saarland-Pokalfinale zwischen Saarbrücken und Elversberg statt. Das Spiel wurde beim ,Finaltag der Amateure’ bundesweit in der ARD übertragen – aber leider erst ab der zweiten Halbzeit. Denn kurz vor Anpfiff ist ein Schaltschrank ausgefallen; der Strom war weg.“ Kowollik: „Und für die Fans auf den Stehplätzen gibt es nur Dixi-Klos. Als im Stadion ein gebrauchter Toilettencontainer aufgestellt wurde, ist im Winter aufgefallen, dass der Container nicht frostsicher ist.“ Rätsel gebe die Tribünen-Toilette auf: Dort fließe aus unerfindlichen Gründen warmes Wasser aus der Klospülung.

Gesellschaftspolitische Rolle des Vereins betont

Der Vorsitzende betonte, er wolle die Hausherren von der Stadtverwaltung „keineswegs diskreditieren“. Vielmehr bitte er um Unterstützung für den Verein, der mit 800 Mitgliedern, 15 Jugendteams mit 280 Spielern sowie Sozialprojekten wie Hausaufgabenhilfe und Schulsport-Unterricht mit FCH-Spielern eine wichtige gesellschaftspolitische Rolle spiele.

Eder geht es um ein Gutachten, in dem acht Ingenieure den Sanierungsbedarf des Stadions ermitteln. Die Inhalte des Gutachtens seien ihm noch immer weitgehend unbekannt. Dabei müsse er dem DFB Informationen zu den Modernisierungsplänen geben. Im Auftrag der Stadt ist der Homburger Architekt Roland Damm maßgeblich am Gutachten beteiligt. Dessen erste Erkenntnisse lägen nun vor, sagte Damm: „Demnach ist die vorhandene Bausubstanz immer noch gut, aber eben nicht mehr zeitgemäß.“ Mängel gebe es etwa in energetischer Hinsicht sowie bei den Umkleide- und Sanitärbereichen. „Die Stadt will die Heizungsanlage erneuern“, sagte Damm: „Aber weil keiner weiß, wie das große Ganze beim Stadion-Ausbau weitergehen soll, hängen wir mit solchen Teilprojekten planerisch in der Luft. Es wäre ja blöd, jetzt in Technik zu investieren, die später beim großen Ausbau nicht mehr zum Gesamtprojekt passen würde.“

Aufsichtsratschef: „Jetzt sind wir mal dran“

All dies, betonte Damm, sei nicht nur für die Ambitionen des FCH wichtig, sondern entscheidend für den Erhalt der Sportstätte, die ja auch von anderen Vereinen und den Schulen genutzt wird. „Klar ist, dass wir das Stadion etappenweise modernisieren müssen. Dazu müssen wir aber wissen, wie die einzelnen Schritte aussehen sollen, damit sie richtig aufeinander aufbauen können.“ Laut Eder ist eine umfassende Vorplanung wichtig, damit der Ausbau nicht zum Millionengrab werde, wie man es im Saarbrücker Ludwigspark erlebt hat.

„Im Waldstadion wurde lang nichts mehr getan – außer dem, was der FC Homburg selbst gemacht hat“, erinnerte Aufsichtsratschef Dieter Knicker an den neuen Trainingsplatz und die VIP-Loge unterm Tribünendach. Nach den vielen Millionen Euro, die das Land derzeit in den Saarbrücker Ludwigspark stecke, sei „Homburg jetzt auch endlich mal an der Reihe“, um an die dicken Fördertöpfe zu kommen. Saarpfalz-Landrat Theophil Gallo (SPD) versprach, den saarländischen Innenminister Klaus Bouillon (CDU) bald darauf anzusprechen.

Was der DFB für die Drittliga-Lizenz fordert

Der FCH-Vorsitzende Herbert Eder hat bei der Zusammenkunft aus dem Forderungskatalog vom DFB zitiert. Die darin genannten Auflagen hält er mit Blick auf den Ist-Zustand im Waldstadion alle für erfüllbar.

  • Kapazität von mindestens 10.001 Zuschauern (vorhanden, das Fassungsvermögen im Stadion wird mit 16.400 Zuschauerplätzen angegeben)
  • 2000 überdachte Sitzplätze (aktuell verfügt das Waldstadion über 1723 Sitzplätze, davon sind 1345 überdacht)
  • zusätzliche Sicherheitszäune
  • moderne Wellenbrecher auf den Stehrängen
  • VIP-Bereich für mindestens 100 Personen (ist vorhanden)
  • Umbau der Spielerkabinen
  • Umbau SchiedsrichterkabineRaum für Dopingkontrolle
  • Presseraum für 40 Journalisten (Der FC Homburg strebt hier eine Containerlösung an, wie sie bereits in Koblenz genehmigt wurde).

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