Kultur Südpfalz Von Mozart im italienischen Stil bis zum kleinsten Orchester der Welt
Internationale Musiker von exzellenter Qualität und ein facettenreiches Musikprogramm kennzeichnen die Konzertsaison 2016/2017 in der Herxheimer Villa Wieser. Die Kammermusikreihe geht bereits in die 23. Saison.
Außerordentlich ist schon am Freitag, 9. September, 20 Uhr, das Eröffnungskonzert. Das Duo Aliada mit dem polnischen Saxofonisten Michal Knot und dem aus Serbien stammende Akkordeonist Bogdan Lagetic bieten „New Colours of the Past“, ein originelles Programm, das oft gehörten Werken frisches Leben einhaucht, sei es Musik von Händel und Vivaldi oder Piazzolla und Bartók. Das in Wien beheimatete Duo konzertiert weltweit und wurde mit zahlreiche Preisen ausgestattet. Die italienische Sicht auf Mozart – dafür steht der Name Andrea Lucchesini, der gemeinsam mit jungen Streichern der Villa Musica zu Gast ist. Der bekannte Pianist aus der Toskana spielt eines der schönsten Klavierkonzerte von Mozart: Das Konzert Nr. 14 in Es-Dur und das Klavierquintett Es-Dur op. 44 von Robert Schumann. Mit Paganinis Variationen über das berühmte Gebet aus Rossinis Oper „Mosé“ lässt der Pianist auch Musik aus seiner Heimat erklingen. Das Konzert ist am Sonntag, 9. Oktober, 17 Uhr. Eine Sternstunde des Liedgesangs erwartet die Konzertbesucher am Sonntag, 6. November, 17 Uhr. Das Liedduo Thomas Seyboldt, Klavier, und Hans Christoph Begemann, Bariton, gilt als erste Adresse des Liedgesangs und hat in seiner mehr als 25-jährigen Zusammenarbeit die Liedkunst zur Perfektion geführt. Sie rücken das Liedschaffen Beethovens in den Focus. Unstrittig ist „An die ferne Geliebte“ op. 98 nicht nur die längste Liedkomposition Beethovens, sondern auch die bedeutendste und für die Interpreten die anspruchsvollste. Im April 1816 entstanden, gilt sie als krönender Höhepunkt von Beethovens Liedschaffen. Weiter stehen die „Gellert-Lieder“ und die Goethe-Lieder auf dem Programm. Von Anfang an verlief das Leben von Karolin und Friederike Stegmann gemeinsam, denn als Zwillinge wurden sie in Lingen an der Ems geboren. Bereits im Alter von fünf Jahren erhielten sie ihren ersten Klavierunterricht. Das Musikstudium absolvierten sie mit Auszeichnung. Anspruchsvoll und attraktiv ist das Programm für Klavier zu vier Händen mit Werken von Brahms (Walzer op. 39), Franz Liszt (Ungarische Rhapsodie) oder Debussy (Petite Suite L 65). Karoline und Friederike Stegmann musizieren am Sonntag, 4. Dezember, 17 Uhr, in einem Konzert der Bundesauswahl „Deutscher Musikrat“. Das Konzertjahr 2017 wird mit einem Preisträgerkonzert des Deutschen Musikwettbewerbes mit der im In- und Ausland gefragten Cellistin Janina Ruh und dem Pianisten Boris Kusnezow am Sonntag, 15. Januar, 17 Uhr, eröffnet. Als Preisträgerin spielt Ruh derzeit ein Cello von Giuseppe Guarneri, Cremona 1713, eine treuhänderische Leihgabe aus Familienbesitz. Der Durchbruch des Pianisten Boris Kusnezow begann 2009 mit dem Gewinn des Deutschen Musikwettbewerbs. Das Duo spielt Sonaten von Beethoven (C-Dur op. 102/1), Poulenc, Schumann und Miaskovsky. Himmelpfortgrund, so nennt sich eine Formation von Spezialisten der Alte-Musik-Szene, das sich der Kammermusik für gemischte Besetzungen mit Blas- und Streichinstrumenten verschrieben hat. Das Oktett F-Dur D 803 von Schubert als eines der herausragenden Werke dieser Gattung ist Dreh- und Angelpunkt des Repertoires. Und so versteht sich der Name des Ensembles als eine Hommage an Schubert, der eben dort geboren wurde: am Himmelpfortgrund, damals ein eigenständiger Vorort, heute ein Stadtteil Wiens. Am Sonntag, 19. Februar, 17 Uhr, führen Benjamin Reissenberger (Klarinette), Thomas Fleck (Violine), Beatrix Hülsemann (Violine/Viola), Ildiko Ludwig (Viola) und Georg Zeike (Violoncello) auf historischem Instrumentarium Werke von Franz Krommer, Franz Schubert und Wolfgang Amadé Mozart auf. Krommers umfangreiches Werk ist heute eher weniger bekannt. Dabei war er kaiserlicher Kammerkapellmeister. Wie Mozart war Krommer war begeisterter Freimaurer. Schon in jungen Jahren ein Star ist Theo Plath, Fagott. 2012 gewann er im Alter von nur 18 Jahren den renommierten Aeolous Wettbewerb. Er ist auch der erste Deutsche, der den Sieg davonträgt. Zu dem Konzert aus der Bundesauswahl Deutscher Musikrat kommt er am Sonntag, 12. März, 17 Uhr, gemeinsam mit dem aus Rumänien stammenden Pianisten Andrei Banciu, der Preisträger zahlreicher Wettbewerbe ist. „Auf nach Frankreich“ heißt es mit Musik von Henri Dutilleux, Frédéric Chopin und Camille Saint-Saëns. Trio-Musik vom Feinsten gibt es in der ungewöhnlichen Besetzung Bratsche, Flöte und Gitarre. Das Trio ConTrio, „Kulturbotschafter Baden Württembergs“, beschließt am Sonntag, 7. Mai, 17 Uhr, die Konzertsaison. Lydia Bach (Bratsche), Christina Singer (Flöte) und Andrea Förderreuther (Gitarre), bezaubern mit großer Spielfreude. Das „kleinste Orchester der Welt“ musiziert „Von Prinzen, Hirten, Friseuren, Vogelfängern und Stierkämpfern“ und führt mit Esprit, Charme und Feuer in die Märchen und Zauberwelten von Mozarts „Zauberflöte“, von Rossini und Bizet. Info Veranstalter ist die Ortsgemeinde Herxheim. Die Konzerte sind in der Villa Wieser in Herxheim, Obere Hauptstraße 3. Kartenvorverkauf ist an der Infotheke Rathaus Herxheim, Telefon 07276 5010, infotheke@herxheim.de. Infos auch beim Kulturreferat der Verbandsgemeindeverwaltung (Telefon 07276 501-139, c. mueller@herxheim.de). www.herxheim.de |rg