Rheinpfalz Von Leidenschaft bis Meditation

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Das Veldenz-Gymnasium Lauterecken lud am Donnerstagabend zu einer „Nacht der Kultur“ ein. Das kulturelle Spektrum reichte hierbei von musikalischen Beiträgen über die bildenden bis hin zu den darstellenden Künsten und der Lyrik. In lockerer, besinnlicher Atmosphäre konnten die Besucher sich eine individuelle Kulturreise zusammenstellen.

Nach dem afrikanischen Begrüßungslied „Banua“ erklärte Schulleiter Stefan Weber, dass nach dem grauen November die Besucher mit diesem besonderen Abend in die besinnliche Adventszeit entführt werden sollen. Das außergewöhnliche Veranstaltungsformat, bei dem an verschiedenen Orten unterschiedliche Kurzdarbietungen auf die Anwesenden warteten, reichte von heiteren und verträumten Melodien, von in Musik gefasster Leidenschaft, dem Tango, über Poesie bis hin zur Lichtmeditation oder dem Klassenraumtheater mit der letzten Szene aus der Feuerzangenbowle. An den vielfältigen Beiträgen waren Schüler, wie auch Lehrer gleichermaßen beteiligt. Bei der ersten musikalischen Darbietung boten Schulleiter Weber sowie der Organisator des Abends, Musiklehrer Ulrich Heil, ein musikalisches Zwiegespräch auf Cembali, wie es typisch für die Barockzeit war. Auch das „Gespräch“ von Cembalo und Sopransaxophon, Letzteres gespielt von Anna-Lena Schlachter, erinnerte an die Zeit des Barock. Alte Musik auf neuen Instrumenten war ein Projekt aus dem Musikkurs der elften Klasse. Die für das Mittelalter typischen „Liegetöne“, wo über einem gleichbleibenden Grundton Melodien entstehen, ließen sich trotz ihrer 1000 Jahre auch überzeugend auf Gitarre (Philip Körper, Kevin Künstle), Bass (Luca Simon), Piano (Marie Schappert) und Tenorsaxophon (Ulrich Heil) darbieten. Mit dem Serpent, einem mittelalterlichen Instrument, das kaum mehr bekannt ist, sorgte Stefan Hausmann für Überraschung bei den Zuhörern. Dieses schlangenförmige Instrument, welches klanglich einer Tuba ähnelt, intonierte im Zusammenspiel mit dem Cembalo (Heil) eine melancholische Melodie. John Dowlands ausdrucksstarke Liebeslieder wurden hierbei von Lara Forster, Jana Baldauf und Nathalie Günther-Weschenfelder interpretiert. Annabel Drumm an der Querflöte, Maxi Christoffel an der Klarinette und Heil am Klavier präsentierten eine „Ciacona“ und das Stück „Spiegel im Spiegel“. Das Trio präsentierte auch ein musikalisches Abendvergnügen wie zu Mozarts Zeiten. Dass es immer gute und schlechte Zeiten gibt, man aber die Hoffnung nie aufgeben soll, verdeutlichte der Mädchenchor der 8b mit „Über sieben Brücken“ und „My heart will go on“ unter der Leitung von Ulrich Königstein. Wer eine Pause von der Kultur oder eine kleine Stärkung benötigte, konnte es sich in der Lounge der Schülervertretung gemütlich machen. Innere Einkehr und Besinnung anstelle der alltäglichen Hektik, konnte bei Meditation zum Thema Licht gesucht werden. Feurig und leidenschaftlich hingegen wurde es beim Tango. Hier zeigten Marion Roth-Bauer und ihr Ehemann Willi Bauer die Virtuosität und Ausdruckskraft, die diesem Tanz innewohnt. Ängste und Sorgen verarbeiteten Schüler der 13. Klasse mit eigenen poetischen Texten. Erinnerungen weckte bei einigen Besuchern die letzte Szene aus der „Feuerzangenbowle“, welche die Theater-AG unter der Leitung von Oliver Schmidt präsentierte. Schwungvoll fand der Abend mit Boogie Woogie und Swing ein Ende. Mehrfach gelobt wurde die hohe künstlerische Qualität im lockeren Rahmen, denn es gab kein enges Korsett“ und auch keinen Frontalunterrichts, vielmehr wurde den Besuchern ein kurzweiliger Abend ermöglicht. Organisator Ulrich Heil freute sich über den regen Zuspruch. Die Besucherzahl sei nahezu perfekt gewesen, denn bei mancher Darbietung hätte mit noch mehr Zuhörern und entsprechend größerem Geräuschpegel die besinnliche Stimmung verloren gehen können. |sbs

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