Kultur Südpfalz
Villa Musica: Pfingstfestival-Auftakt mit Werken von Schumann und Mendelssohn
Mit den Dozenten Alexander Sitkovetsky (Violine) und Wu Quian (Klavier) erarbeiteten die Stipendiaten Shuichi Okada, Salih Can Gevrek, Mathis Rochat, Ariana Kashefi und Moritz Weigert die Violinsonate a-Moll op.105 von Schumann, das Klavierquartett f-Moll op.2 sowie das Klaviertrio d-Moll op.49 von Mendelssohn Bartholdy.
Der 1983 in Moskau geborene Sitkovetsky, der auch bei Yehudi Menuhin studierte, ist weltweit auf den Konzertpodien erfolgreich. Gleiches gilt für die 1984 in Shanghai geborene Wu Quian, die auch an der Menuhin School in London studierte und mit Sitkovetsky gemeinsam den ersten Preis beim Trio di Trieste-Wettbewerb 2011 gewann. Aber auch die Stipendiaten weisen bereits beachtenswerte Werdegänge auf, so dass das Konzert in wenigen Tagen erarbeitet werden konnte.
Mit Klarheit und Transparenz gespielt
In Schumanns tiefgründiger Violinsonate a-Moll entwickelte sich ein spannender Dialog zwischen Shuichi Okada und der Pianistin. Die farbenreichen Klänge in der Mittellage, die kristallklare Schärfe bei den Spitzentönen der Violine wurden getragen und spannungsreich umspielt von den harmonischen Akkordstrukturen auf dem Klavier. Wu Quian lotete sensibel und äußerst pointiert den dramatischen Klavierpart aus, ließ aber dem Geiger genügend Freiraum, sich klanglich entfalten zu können.
Mendelsohn Bartholdy schrieb bereits mit 14 Jahren sein Opus 2, ein meisterhaftes Klavierquartett, geprägt von Einflüssen Mozarts und Beethovens. Sitkovetsky, der den Violinenpart übernahm, leitete sein Ensemble perfekt abgestimmt durch das viersätzige Werk. Mendelssohns Jugendwerk sprüht vor Energie und Brillanz und verlangt den Musikern ein Höchstmaß an Präzision und Sensibilität ab. Salih Can Gevrek spielte seinen Part am Klavier mit Klarheit und Transparenz, passte sich dem Streicher-Trio Rochat, Kashefi und Sitkovetsky in einer fein differenzierten Dynamik an.
Wu Quian glänzt mit Virtuosität
Höhepunkt des Abends aber war das Klaviertrio d-Moll op.49. Pianistin Wu Quian hätte dessen Komponisten sicherlich überzeugt durch ihre expressive Virtuosität. Sitkovetskys Geigenspiel glänzte mit Noblesse, Klarheit und Ausdruckstiefe. Solche Partner ermutigten den jungen Cellisten Moritz Weigert zu einem klangfreudigen Spiel mit kammermusikalischer Finesse.