Rheinpfalz Viele Frauen in der Bütt und neue Gesangsgruppe
Exakt sechs Stunden dauerte die Prunksitzung des Karnevalvereins Kusel am Samstag in der Fritz-Wunderlich-Halle. Es gab geschliffene Büttenreden, schwungvolle Tänze und mitreißende Lieder. Die Aktiven kamen aus den eigenen Reihen, aber auch von den Gastvereinen.
Unter dem Motto „Mit ner alte Bud un em Glockegeleit is in Kusel es ganze Johr Narrezeit“ eröffnete Sitzungspräsident Peter Schmid das närrische Bühnenprogramm. Mit dem Einzug des Elferrates und der Garden in Begleitung der „Rotkäppchen Blech-Band“ aus dem Saarland stieg sofort die Stimmung. Prinzessin Francesca I. erinnerte an die Inhalte ihrer Proklamation und die Forderungen, die sie mit der Amtsübernahme an ihre Untertanen stellte. Nach dem Ausmarsch der Gastvereine stieg der Sitzungspräsident in das Programm ein. Am Elferratstisch war er umrahmt von mehreren reizenden Lieblichkeiten aus der Westpfalz. Als Fabienne Kopp vom Unterhaltungsverein „Miesenbacher Vielläppcher“ noch jung war, hatte sie in ihrem Vater den Traummann gesehen. „Das kann ich heute nicht mehr verstehen“, gab sie offen zu und begab sich auf die Suche nach einem Traumboy. Zwar hatte sie schon viele Entdeckungen gemacht, doch der Richtige war noch nicht dabei oder ähnelte zu sehr dem Papa. Doch sie stecke den Kopf nicht in den Sand und gehe mit neuen Hoffnungen auf die nächste Erkundungstour – diesmal im Internet. Den Rückgang der Freiwilligen im Feuerwehrdienst bemängelte „Feuerwehrfrau“ Alina Scherer aus Altenglan, die in dieser Rolle richtig aufging. Die Lust am Ehrenamt werde immer geringer und Brände und technische Hilfen nicht weniger. Voller Überzeugung informierte sie auf ihre Art und Weise über den Umgang mit den Löschutensilien, die ausgeprägte Kameradschaft und den Schutz des Mitmenschen. Sie genieße und lebe das Dasein als Feuerwehrfrau. Wenn sich die Entwicklung so fortsetze, werde sie künftig die gesamte Last allein zu tragen haben. Doch zeigte sie sich zuversichtlich, wieder mehr starke Männer um sich zu haben. 50 Jahre ist Karl Zimmermann verheiratet und noch immer kein Ende in Sicht. Aus einer solch langen Zeit konnte er viele Erlebnisse schildern. Wer in seinem Umfeld das Sagen hat, machte er dem Publikum recht schnell deutlich und viele der männlichen Besucher konnten bei manchen Aussagen nur zustimmend nicken. Als „Eulalia Schippenstiel“ verstand es die Saarländerin Helga Keidel, sowohl die Männerwelt als auch die Frauen zu begeistern. Der „Jupp“, ihre Ehehälfte, ist das Problem, gab sie zu verstehen. Der Traummann habe er sich schon in der Hochzeitsnacht als Nullnummer entpuppt. So bleibt ihr nichts anderes übrig, als den Ehealltag selbst in die Hand zu nehmen und zu organisieren. Mit den „Chusselas“, einer aus sieben Mann bestehenden Gesangsgruppe, hat der Karnevalverein Kusel wieder eine Gruppierung, die für Stimmung auf der Bühne sorgt. Die neu formierte Gruppe, bei der auch Bürgermeister Stefan Spitzer mitwirkt, hatte an diesem Abend ihren ersten fasnachtlichen Auftritt und es wird nicht der letzte gewesen sein. Mit Stimmungsliedern heizte Wolfgang Heib aus St. Ingbert-Rohrbach die Stimmung nochmals an. Dem stand der Chor des Gesang- und Unterhaltungsvereins „Wackepicker“ Rammelsbach nicht nach. Der „singende Frisör aus Dennweiler-Frohnbach“, Klaus Molter, stand mit seinen Liedvorträgen gleich zweimal auf der Bühne. Eine Supershow war der Travestiebeitrag von Nico Heib aus St. Ingbert-Rohrbach. Als „Prinzessin“ begeisterte er das Publikum mit seinen gesanglichen Vorträgen. Viele verschiedene Tänze waren zu sehen. Für Gardetänze sorgten die von Svenja Karch, Julia Buhles und Karoline Kannacher trainierten Sternschnuppen, die „Grün-Weißen Funken“ mit den Trainerinnen Lisa Cappel und Ann-Kathrin Buhles und die Landgrafengarde aus Pirmasens. Der Nachwuchs, die „Fruchtzwerge“ unter der Betreuung von Lena Witzke, Franziska Barthel und Isabel Christmann, zeigte Neuigkeiten aus Entenhausen und über die Wolken begaben sich auch optisch die „Sternchen“ ganz im Sinne ihrer Trainerinnen Nicole Niebergall und Caroline Wingerter bei ihrem Schautanz. Eine moderne „1001 Nacht“ zeigten die Dancing-Queens aus Pirmasens. Die 29 „Sternschnuppen“ ließen an diesem Abend tänzerisch den Frühling erwachen. „Pech in der Liebe, Glück im Spiel“ verdeutlichten die „Grün-Weißen-Funken“ bei ihrem ausgereiften Tanz. Einstudiert wurde er von Ann-Kathrin Buhles und Lena Witzke. Die „Heavy Hippos“, das Männerballett des Veranstalters, neun stramme Männer in Gardekostümen, zeigten etliche Figuren, die ihnen antrainiert wurden von Isabel Christmann und Jana Geil. Bereichert wurde das Programm auch durch das Tanzpaar Melina Schmitt und Maria Beller sowie den gemeinsam auftretenden Funkenmariechen Ella und Nele Kreckmann. |llw