Rheinpfalz Verkaufsverhandlungen auf Hochtouren
(kad). Für den ehemaligen US-Militärflughafen Hahn im Hunsrück zeichnet sich immer deutlicher ab, dass er bald chinesische Eigentümer haben wird. Große Chancen soll ein Konsortium um die Frachtfluggesellschaft Yangtze River Express haben.
/LAUTZENHAUSEN Die chinesische Fluglinie war Kunde am Flughafen Frankfurt-Hahn, bevor sie im März 2015 den Hunsrück verließ und damit die Umsatzeinbußen und den Verlust des Flughafens noch einmal dramatisch vergrößerte. Wie die „Rhein-Zeitung“ gestern berichtete, sollen die Fluggesellschaft und die mit ihr verbundenen Investoren gute Aussichten haben, den Airport zu kaufen. Yangtze gehört zur Hainan-Gruppe, die dem Vernehmen nach ausreichend Geld hätte, um die ersten verlustreichen Jahre zu verkraften. Yangtze könnte der Umsatzbringer sein, der das schwierige Frachtgeschäft wieder ankurbeln würde. Der Flughafen macht in diesem Jahr voraussichtlich einen Verlust in Höhe von 16 Millionen Euro, das ist etwas weniger als im Vorjahr. Das Land darf nach den Flugleitlinien der Europäischen Union nur noch 25,3 Millionen Euro Steuergeld in den Flughafen stecken. Im Landeshaushalt 2016 sind 21,8 Millionen Euro eingeplant, sowie Verpflichtungsermächtigungen über 50 Millionen Euro. Das in Deidesheim ansässige Unternehmen ADC GmbH, das dem früheren Staatssekretär Siegfried Englert und fünf chinesischen Staatsbürgern gehört, ist ebenfalls im Gespräch für den Flughafen-Kauf. Englert hatte gegenüber der RHEINPFALZ bereits in der vergangenen Woche bestätigt, an Grundstücken – der sogenannten Housing-Area auf dem Flughafen – interessiert zu sein. Weitere Angaben machte er nicht.