Rheinpfalz Verfolgungswahn: »Hexenjagd« in Neustadt (mit Bildergalerie)
Auf der Oberflächenebene spielt Arthur Millers 1953 in New York uraufgeführtes Drama „Hexenjagd“, das die Konzertdirektion Landgraf mit Wolfgang Seidenberg nach Neustadt bringt, im US-amerikanischen Salem im Jahr 1692.
Spiegel menschlicher Bosheit
Hier kam es zu Zeiten, in denen derartiges in Europa überwunden war, zu einem Hexenwahn, in dessen Verlauf 20 Beschuldigte hingerichtet und 55 Menschen unter Folter zu Falschaussagen gebracht wurden. Gemeint indes hat Miller die Hexenjagd seiner Gegenwart, nämlich die von dem amerikanischen Senator McCarthy befeuerte paranoide Kommunistenhetze, die zu Denunziationen und absurden Prozessen führte und fortschrittliche Künstler wie Charles Chaplin außer Landes trieb. Müllers Stück war höchst erfolgreich. Seit einiger Zeit ist es wieder aktuell. Denn es trifft ebenso präzis die Verfolgung angeblicher Terroristen durch den Präsidenten aller Türken, der Kritiker unter willkürlichen Anklagen ins Gefängnis wirft, und die ähnlich illiberalen Ambitionen mancher seiner osteuropäischen und überseeischen Kollegen.
Bildergalerie mit Szenenbildern