Rheinpfalz Vereinsmeier im besten Sinn

Placeholder-Image

Meyer heißt er und Vereinsmeier ist er – und zwar im allerbesten Sinn. Siegfried Meyer genießt in Hinterweidenthal einen Bekanntheitsgrad wie kaum ein anderer.

Das hat mehrere Gründe. Einer davon ist, dass das Hinterweidenthaler Original mehr als zehn örtlichen Vereinen angehört. Es bedarf schon einiger Anstrengung, eine Gruppierung ausfindig zu machen, der der 63-jährige Metzgermeister in Rente nicht angehört. Ein weiterer schwerwiegender Grund ist sein politische Engagement für seine Heimatgemeinde. 30 Jahre lang gestaltete Meyer aktiv die Ortspolitik mit, davon zehn Jahre lang – von 1999 bis 2009 – als erster Beigeordneter in der Amtszeit von Bürgermeisterin Barbara Schenk. Schweren Herzens zog er sich jetzt aus der Kommunalpolitik zurück – vorerst. Im RHEINPFALZ-Gespräch lässt er durchblicken, dass es die vergangenen fünf Jahren waren, die den Ausschlag gegeben hätten, nicht mehr für den Gemeinderat anzutreten. Ihm missfällt die Art und Weise, wie Opposition und Regierung miteinander umgingen. Man merkt ihm an, dass er bei dieser Entscheidung mit sich nicht ganz im Reinen ist: „Es ist mir schwer gefallen. Über viele Jahre hat mir die Ratsarbeit Freude bereitet, wir haben uns über Parteigrenzen hinweg verstanden, das alles wird mir fehlen“, blickt er zurück und fügt hinzu: „In fünf Jahren sind ja bekanntlich wieder Wahlen. Wer weiß, vielleicht bin ich dann wieder dabei.“ Sein politisches Engagement ist Meyer sozusagen in die Wiege gelegt. Vater Gustav war bereits Ratsmitglied bis 1984, im gleichen Jahr trat der Sohn in des Vaters Fußstapfen. „Ich erinnere mich noch genau, es war die Bürgermeisterzeit von Rudi Dietrich, die konstituierende Ratssitzung mit mir als Ratsneuling war am 19. Juli 1984.“ Sämtliche Sitzungsunterlagen hat er archiviert und bis heute ist der Rat Meyers gefragt und geschätzt. Einer Partei gehört er indes nicht an. In all den Jahren hat man nie gesehen, dass sich Meyer mal der Stimme enthalten hat. „Entweder man ist für einen Beschluss oder dagegen“, lautet seine Philosophie. Keine Meinung zu haben, das ist ihm fremd. Bei seiner Verabschiedung aus dem Rat in der konstituierenden Sitzung am 3. Juli erhielt er die Ehrenurkunde für jahrzehntelanges Engagement vom Gemeinde- und Städtebund (wir berichteten). Der Vereins-Meyer steht seit annähernd 25 Jahren an der Spitze des Männergesangvereins und ist darüber hinaus Vorsitzender der Jagdgenossen. Seit 1965 singt er im Chor Bass. Die wöchentlichen Singstunden gehören zu den gerne wahrgenommenen Pflichtaufgaben Meyers. Ein halbes Jahrhundert unterstützt er als Mitglied den Sportverein und ist seit 2013 SVH-Ehrenmitglied. Eng verwurzelt ist Siegfried Meyer in seinem Heimatort. „Ich muss morgens, wenn ich aufstehe, den Kirchturm sehen, und wenn ich abends zu Bett gehe, ebenfalls“, bringt er es auf den Punkt. Deshalb ist der schönste Urlaubsplatz für ihn „Weindahl“. Ein weiterer Grund für seinen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad in Hinterweidenthal ist dem Beruf geschuldet. 30 Jahre lang managte er mit Gattin Margit den eigenen Metzgereibetrieb, in den letzten zehn Jahren bis zur Rente übte er die Filialleitung der Metzgerei im Edeka-Markt Dahn aus. „Es gab nicht wenige Tage, an denen wir uns zwar im Geschäft sahen, aber sonst recht wenig, weil er ständig irgendwelche Sitzungen hatte“, berichtet die Ehefrau. Die Termine sind inzwischen weniger geworden, mehr geworden dafür ist die Zeit für die beiden Enkel Lena und Anna. Ob ins Schwimmbad gehen oder den Zoobesuch, ja sogar zum Mutter-Kind Turnen begleitet Opa Siegfried seine beiden Enkeltöchter. „Mein liebstes Hobby“, bekennt er. So ganz nebenbei kümmert sich Siegfried Meyer auch noch um die eigenen Hasen, die eigenen Hühner und die eigenen Rindviecher. Neigt sich ein schöner Sommertag dem Ende zu, sieht man ihn vor dem Anwesen Hauptstraße 25 sitzen und mit Nachbarn ein Schwätzchen halten. Gattin Margit ergänzt: „Und an manchen schönen Tagen fahren wir auch gern zusammen Fahrrad, nur nicht allzu weit weg von Hinterweidenthal.“

x