Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein: Resolution für eine bessere Verkehrsinfrastruktur

Die Resolution fordert auch, die Lautertalbahnstrecke endlich betriebsfest zu machen, damit sie im Sommer nicht dauernd gesperrt
Die Resolution fordert auch, die Lautertalbahnstrecke endlich betriebsfest zu machen, damit sie im Sommer nicht dauernd gesperrt werden muss. Foto: VIEW

Die Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein fordert eine bessere Verkehrsinfrastruktur für die Region. Der Rat hat eine entsprechende Resolution an Kreis, Land und Bund verabschiedet.

Es war die letzte Sitzung des Gremiums am Dienstagabend, in der die Resolution einstimmig verabschiedet wurde. In den seit etwa einem Jahr in regelmäßigen Abständen stattfindenden Bürgermeistertreffen der Region war die verkehrliche Infrastruktur stets ein zentrales Thema. Die vorherrschende Meinung dabei lautet, dass Nord- und Westpfalz im Gegensatz zu Vorder- und Südpfalz oder zur Rheinregion unter einer wesentlich schlechteren verkehrlichen Infrastruktur zu leiden haben.

Damit einher gehen nach Ansicht der Bürgermeister Nachteile auf diversen Gebieten. Genannt werden höhere Logistikkosten für heimische Unternehmen, mangelnder Anreiz für Firmen, sich hier anzusiedeln, Verlust an Lebensqualität durch lange Pendlerzeiten, erhöhter Kraftstoffverbrauch und damit verbundene höhere Kosten und Emissionen sowie ein Wertverlust von Immobilien. Nicht zu vergessen: die mangelnde Attraktivität für hochqualifizierte Mitarbeiter, sich hier anzusiedeln.

Glantalbahn reaktivieren?

In der Resolution sind folgende Forderungen aufgestellt: Die B 270 durch das Lautertal bis Kaiserslautern soll möglichst um die Ortschaften herumgeführt werden. Auf Anregung von Olaf Radolak wurde die Resolution um die Forderung nach einer Schnellfahrradstrecke entlang der B 270 von Lauterecken nach Kaiserslautern ergänzt. Wo es topographisch möglich ist, soll die B 420 mehrspurig ausgebaut werden. Die Verbindung von der B 420 bei Meisenheim zur B 41 nach Bad Sobernheim soll als Nahe-Glan-Spange „ortsduchfahrtsfrei“ gestaltet werden. Außerdem soll die L 386 zwischen Nußbach und Kirchheimbolanden ausgebaut werden.

Weitere Forderung: Die Gleisanlage der Lautertalbahn soll ertüchtigt werden, damit es bei Hitze im Sommer, so wie in diesem Jahr geschehen, zu Streckensperrungen kommt, weil sich die Gleise verbiegen. Und schließlich soll eine Kosten-Nutzungs-Untersuchung erfolgen, ob die Glantalbahn zwischen Lauterecken und Staudernheim wieder reaktiviert werden kann.

Die Schiene wird wichtiger

Für Verbandsbürgermeister Andreas Müller ist die Schiene in der heutigen Zeit, in der der Klimaschutz eine immer wichtigere Rolle spielt, ein „wichtiger Faktor“. Deshalb müsse der Schiene wieder mehr Beachtung geschenkt werden. „Wenn wir es nicht anstoßen (gemeint sind damit auch die benachbarten Verbandsgemeinden, die ebenfalls in diese Richtung arbeiten), kommen wir nicht weiter“, sagte Müller. Das Glantal soll mit diesen Maßnahmen aufgewertet und enger an die Regionen Bad Kreuznach und Rhein-Main angebunden werden. Große regionale Unternehmen unterstützten dieses Bestreben ebenfalls.

Wirtschaftsförderung und Projektmanagement steht seit gut einem halben Jahr oben auf der Agenda der Verwaltung. Zuständig dafür ist Christian Sauer, der dem Rat kurz seine Aufgaben erläuterte. Sauer ist demnach Ansprechpartner für Betriebe, beispielsweise wenn sie wissen möchten, welche Behörden bei einer bestimmten Investition beteiligt werden müssen. Vor dem Hintergrund von Fachkräftemangel strebt er eine engere Vernetzung von Schulen und Betrieben an.

Fahrpläne besser abstimmen

Was die Verkehrsinfrastruktur angeht, will Sauer, dass Fahrpläne von Schiene und Bus in den Grenzbereichen besser aufeinander abgestimmt werden. Im Bereich der medizinischen Versorgung soll stärker für die Region geworben werden. Mit Filmen und Besuchswochenenden soll das Image der Region aufpoliert und sollen Ärzte angesprochen werden.

Ratsmitglied Peter Stein machte in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam, dass die Verbandsgemeinde nicht von der Regionalförderung „Gemeinschaftsaufgabe“ Gebrauch mache. Offensichtlich sei der Landkreis nicht in diesem Programm, das über die Investitions- und Strukturbank des Landes gemanagt werde.

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