Rheinpfalz Vegane Muffins und Blauholz für Blonde

Auch wenn in diesem Jahr die Schüler des Veldenz Gymnasiums Lauterecken bei „Jugend forscht“ keinen Sieg erringen konnten, war der Regionalentscheid in Kaiserslautern ein Erfolg. Mit zahlreichen Sonderpreisen, beispielsweise dem „Jugend forscht Schulpreis 2015“, kehrten die Schüler zurück und entwickeln schon wieder neue Projektideen.
Seit dem vergangenen Sommer arbeiteten die acht Schüler an fünf selbst gewählten Projekten. Mit Lagerkisten mit Schnell-Abfluss haben der 14-jährige Luca Kirsch und der 13-jährige Justus Ludwig den zweiten Platz im Bereich „Arbeitswelt“ erreicht. Sie haben in zahlreichen Testreihen erprobt, wie viele Löcher in welcher Anordnung am Boden von Lagerkisten das Wasser am besten ablaufen lassen, um Regale gewichtsmäßig zu entlasten. Überraschend war hierbei für die Jungforscher, dass die 18-Lochvariante schneller das Wasser ablaufen ließ als eine 27er Variante. Erstmalig wurde in der AG mit dem Kooperationspartner Bito zusammengearbeitet und das „sehr gut“, berichtete Betreuungslehrerin Marion Roth-Bauer. Die beiden Jungen möchten wieder ein Projekt auf den Weg bringen, die Richtung sei jedoch noch völlig offen. Mit 15 Jahren werden sie dann nicht mehr bei Schüler experimentieren, sondern am Jugend-forscht- Wettbewerb teilnehmen. Jessica Remmes’ Projekt kam nicht nur bei ihren Mitschülern gut an, sondern auch bei den Juroren, die ihr den dritten Platz verliehen. Sie backte zahlreiche vegane Muffins mit verschiedenen Eier-Ersatzprodukten. Bewertungskriterien waren hierbei neben Geruch und Geschmack Kaubarkeit oder auch die „Fluffigkeit“. Testsieger wurde die Banane, gefolgt von Apfelmus. Wer nun mal keine Eier zur Hand hat, kann ein Ei mit einer halben Banane oder auch 160 Gramm Apfelmus ersetzen. Beide Varianten lagen bei ihrer Testreihe vor den eihaltigen Muffins. Josefa Cassel und Jasmin Poeß sind im Bereich „Arbeitswelt“ gestartet und können nun zumindest theoretisch im Haushalt zur Hand gehen. Bei ihrem Projekt „Fensterscheiben – natürlich glasklar?“ haben sie eine überraschende Entdeckung gemacht. Sie testeten mit herkömmlichen Reinigern, Shampoo oder auch Gebissreiniger, wie man Scheiben möglichst streifenfrei säubert. Klares Wasser sollte eigentlich nur als Vergleichsprobe dienen, wurde jedoch mit der richtigen Putztechnik zum Testsieger. „Es liegt an dem Schwamm“, glauben die beiden 14-Jährigen, die bereits ein anderes Projekt in Planung haben, „denn der Schmutz rollt in die Poren“. Mitten aus dem Schüleralltag stammt Ryan Hiens erstes Projekt. Er entwickelte Tinten aus Naturstoffen wie Banane oder Rinde und hat diese mit verschiedenen Pinseln und Füllern auf ihre Tauglichkeit getestet. Allerdings musste der junge Forscher feststellen, dass die natürlichen Tinten den Füller verkleben. Der 13-Jährige schreibt daher weiterhin mit der konventionellen Tinte. Samira Bauer und David Köhler haben getestet, welche natürlichen und hautverträglichen Stoffe verwendet werden können, um Haare zu färben und wie viele Waschungen eine so gefärbte Mähne übersteht. Testsieger waren Henna und Kurkuma. Blauholz sei besonders für Blonde, die einen Rotstich wünschen, zu empfehlen. Bei dunklerem Haar hätten die Naturstoffe nur einen Schimmer oder gar keine Änderung gezeigt. Für ihre Tests verwendeten sie Haarsträhnen, die Mitschüler zur Verfügung stellten. Neben den wissenschaftlichen Methoden haben die Schüler Durchhaltevermögen, Präsentation oder auch die Organisation eines Standes erlernt, berichtete Roth-Bauer, die sehr stolz auf ihre Schüler war, auch wenn erstmals kein Projekt den Sprung zum Landesentscheid schaffte. Belohnt wurden die Schüler vom Oberstufenleiter Oliver Schmidt, der ein Essen zubereitete „Als Chemielehrer weiß er, wie man richtig gut kocht“, berichteten die Forscher lachend. Roth-Bauer, die die AG „Jugend forscht“ von Beginn an leitet, wurde als engagierte Talentfördererin geehrt, außerdem die Schule regelrecht mit Sonderpreisen überhäuft. Knapp 2000 Euro an Preisgeldern sind so zusammengekommen und die Schule darf sich über den „Jugend-forscht- Schulpreis 2015“ freuen. Der mit 1000 Euro dotierte Preis wird im Juni in Jena verliehen. (sbs)