Rheinpfalz Ungeschönter Blick hinter die TV-Kulissen

Szene aus „MS Aphrodite – Fernsehstars am Limit“ mit Claudia Bühler, Kerstin Springer, Melanie Berthold und Kai Flohr.
Szene aus »MS Aphrodite – Fernsehstars am Limit« mit Claudia Bühler, Kerstin Springer, Melanie Berthold und Kai Flohr.

Die Theatergruppe „Kunstpause“, nahm die zahlreichen Besucher am Samstagabend mit auf eine Reise mit der „MS Aphrodite – Fernsehstars am Limit“. Verwechslungen und Verwicklungen um einen Fernsehstar sowie die Auftritte bekannter Schlager- und Volksmusiksternchen, die nackte Wahrheit zum TV-Alltag sowie ein Galaabend sorgten am Premierenabend für Stimmung.

Die Komödie in drei Akten von Bernd Spehling erzählt die Geschichte des Seriendrehs der letzten Folge „Dahinschwimmende Liebe“, die nach Jahrzehnten abgesetzt werden soll. Es bietet sich also für Beate Reichenbach (Claudia Bühler) die letzte Gelegenheit, dem Star der Sendung, Mennowinn Mennerich (Joachim Bäcker), nahezukommen. Mit ihrer Freundin Astrid Wegener (Kerstin Springer) und deren tollpatschigem Mann Hubsi geht’s an Bord. Fast hätten sie die Abfahrt verpasst, aber der Schiffsoffizier (Daniel Blumenröder) nimmt sie noch mit auf die abenteuerliche Fahrt nach Jamaika. Außerdem hat Beate auch noch ihren Mann Rüdiger (ebenfalls Joachim Bäcker) mitgeschleppt. Ihn hatte sie nur geheiratet, weil er ihrem Lieblingsstar Menno so ähnlich sieht. Menno ist der einzige Mann, der bei ihr gut wegkommt, denn ihr Männerbild ist ziemlich angeknackst. Beate befindet, dass Männer nicht das stärkere Geschlecht sind, sondern allenfalls das stärker riechende. Im Stress sind Regisseur Francois de Bedell (Kai Flohr) und Regieassistent Ivo Kulitschka (Thomas Knecht). Ihr Star Menno regt sich über Amateure am Set auf und streitet sich mal wieder mit Co-Star und Schlagersternchen Felene Hischer (Melanie Berthold). Dieses Mal so schlimm, dass Menno wochenlang krankheitsbedingt ausfällt; dabei müssen die letzten fünf Minuten der Sendung noch abgedreht werden. Guter Rat ist teuer, bis Ivo auf das Menno-Double Rüdiger stößt, den „der Himmel erbrochen haben muss“. Schnell disponiert die Regie um, instruiert den schauspielunerfahrenen Rüdiger, und sofort wird den Zuschauern klar, dass hier ein Verwechslungsspiel auf sie wartet – doch in seinen Dimensionen überraschte es dennoch. Der Dreh mit Hindernissen schreitet voran, das Publikum hatte das Privileg, beim Galaabschluss dabei zu sein und aktiv beteiligt zu werden. Auch die Volksmusikanten Manuel (Dominik Schumacher) und Michaela Schnitzerl (Tanja Früh) sorgten mit ihrem neuen Hit „Beim Bier werd’ ich zum Tier“ für Stimmung. Das Verwechslungsspiel darf nun unter keinen Umständen auffliegen, also kommt Journalistin Anne Töpperwein (Tanja Früh) dem Regisseur und seinem Assistenten sehr ungelegen. Mancher frivole Spruch kam genauso gut an wie die Spielfreude der Darsteller, der ungeschönte Blick hinter die Kulisse der TV-Macher und die Irrungen, denen die Protagonisten immer wieder aufsaßen. Souffleuse Colette Lang war kaum im Einsatz, Marco Rosinus an der Technik sorgte für passende Licht- und Klangmomente. Das aufwendige Bühnenbild gestaltete Bernd Herrmann. Info Für die beiden Vorführungen im Bürgerhaus Ginsweiler am Samstag, 12. und 19. Januar, 20 Uhr (Einlass 18.30 Uhr), gibt’s noch Karten zu je sieben Euro unter 06364 175544 (ab 17 Uhr) und 06364 363.

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