Rheinpfalz Umleitungen ohne Ende
Umleitungen und kein Ende – so lässt sich die Situation in und um Hauenstein an den kommenden Wochen beschreiben. Kaum ist die mehrere Wochen bestehende Sperrung der L 495 zwischen Hauenstein und Lug, die manchem Pendler kilometerweite Umwege bescherte, aufgehoben, da zeichnet sich bereits die nächste Unbill ab.
Das kommende Wochenende ist das erst von vier, an den die B 10 zwischen Hauenstein und Wilgartswiesen voll gesperrt wird, weil auf dem 1,5 Kilometer langen Teilstück die Fahrbahndecke zunächst abgefräst und dann erneuert wird. Während der Verkehr an den Wochentagen über die B 10 rollen kann, wird an insgesamt vier Wochenenden – jeweils freitags von 18.30 Uhr bis montags 4 Uhr – umgeleitet. Der aus Richtung Landau kommende Pkw-Verkehr wird durch Hauenstein geführt, wo an der Engstelle im Kreuzungsbereich Marktplatz/Hauptstraße eine Ampelanlage installiert wird.
Probleme sind zu erwarten
Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen: Es wird an diesen Wochenenden nicht ohne Probleme abgehen, wie unsere Berichterstattung aus den vergangenen Jahren belegt, als sich der Verkehr wegen Bauarbeiten an der B 10 ebenfalls durch Hauenstein quälen musste. „Das ist das absolute Chaos“, der „reine Wahnsinn“ oder schlicht „eine Zumutung“, hatten wir im vergangenen Jahr Passanten zitiert. Ausführlich hatten wir darüber berichtet, dass die B-10-Sperrung auch den Schuhgeschäften Umsatzeinbußen bescherte.
Die nächste Baustelle wartet schon
Und wenn dann diese Wochenenden geschafft sind, steht im Ort selbst die nächste Baustelle an. Wie Sebastian Staab vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) mitteilte, soll nach der Maßnahme an dem B-10-Abschnitt Anfang/Mitte September die Sanierung der Bahnhofstraße (L 495) im Zuge der Ortsdurchfahrt Hauenstein beginnen. Nach Rücksprache mit den Verkehrsbetrieben und der Verbandsgemeinde (VG) Hauenstein soll in zwei Abschnitten gebaut werden.
Neun Wochen Bauarbeiten
Im ersten Abschnitt wird die Strecke zwischen Zimmerberg und Kreuzung Bahnhof-/Pirminiusstraße bearbeitet, anschließend wird der Abschnitt zwischen Pirminiusstraße und Kirchentreppe saniert. Die Kosten belaufen sich auf 425.000 bis 450.000 Euro, so Staab. Die Arbeiten sollen rund neun Wochen dauern. Vor allem die Arbeiten im ersten Abschnitt, der das Nadelöhr Felsdurchbruch beinhaltet, werden zeitweise erhebliche Umleitungen nach sich ziehen. Sie müssen unter Vollsperrung vorgenommen werden, weil eine halbseitige Sperrung aufgrund der zu geringen Fahrbahnbreite ausgeschlossen ist, bestätigte der LBM. Deshalb werden weite Umwege notwendig sein.
Schwerverkehr wird gesondert umgeleitet
Wer aus dem Dorf in den Ortsteil hinter dem Felsen oder von dort in den Ortskern gelangen will, wird über Wilgartswiesen und Spirkelbach umgeleitet. Das macht, wenn man über den Tunnel und die K 38 fährt, statt weniger hundert Meter eine Strecke von rund sechs Kilometern aus. Der Schwerverkehr, der den Tunnel zwischen Hauenstein und Wilgartswiesen nicht passieren kann, muss über die K 54 und Spirkelbach fahren, erreicht die L 495 westlich von Lug und die Hauensteiner Ortsmitte über die Weißenburger Straße – insgesamt eine Strecke von mehr als zehn Kilometern. Die Strecke über Spirkelbach wird, wie der LBM mitteilte, als Umleitungsstrecke ausgeschildert. Im zweiten Abschnitt werden innerörtliche Umleitungen möglich sein. Neben den beiden Abschnitten der Bahnhofstraße wird im Bereich Ortsmitte/Marktplatz die Natursteinpflasterrinne saniert. Diese Arbeiten können halbseitig mit Ampelregelung erfolgen. Wie Birgit Küppers vom LBM informiert, obliege der genaue Bauablauf der ausführenden Firma, die bis aber noch nicht feststehe.
Ab September Arbeiten in Schwanheim
Weite Umwege werden ebenfalls ab Anfang September nötig, wenn die Arbeiten in der Schwanheimer Ortsdurchfahrt in die nächste Runde gehen. Dort investieren die Werke der VG Hauenstein 263.000 Euro in den Kanal und 173.000 Euro in die Wasserversorgung; der LBM baut die Straße aus. Dann wird zwischen Kreuzung in der Ortsmitte und Ortsende Richtung Darstein gesperrt werden. Und dann haben sich Autofahrer, die von Hauenstein aus Vorderweidenthal, Erlenbach oder das Cramerhaus am Lindelbrunn erreichen wollen, auf eine sehr weiträumige Umleitung einzustellen. Mangels Alternativen geht es über Lug, Völkersweiler, Gossersweiler-Stein und Silz nach Vorderweidenthal. Während die Strecke über Schwanheim nicht mal zehn Kilometer lang ist, zieht sich der Weg nach Vorderweidenthal samt Umleitung über fast 18 Kilometer.