Klingenmünster RHEINPFALZ Plus Artikel Pfalzklinikum: Hat Pflegehelfer heimlich Patienten für Podcast gefilmt?

Das Pfalzklinikum in Klingenmünster, hier die Forensik, schweigt wegen des laufenden Verfahrens zu dem Fall.
Das Pfalzklinikum in Klingenmünster, hier die Forensik, schweigt wegen des laufenden Verfahrens zu dem Fall.

Ein Pflegehelfer des Pfalzklinikums Klingenmünster ist angeklagt, weil er gegen das Dienstgeheimnis verstoßen haben soll. Dem aus der Südwestpfalz stammenden Mann wird zur Last gelegt, im Zeitraum zwischen August 2024 und August 2025 Daten von Patienten zur Erstellung eines True-Crime-Podcasts weitergegeben zu haben.

Bei diesen Audiobeiträgen werden in der Regel spannende Fälle beleuchtet, die von historischen Kriminalfällen bis hin zu aktuellen Ermittlungen reichen. Nach Angaben des Amtsgerichts soll der Angeklagte für deren Produktion Abschriften aus Patientenakten angefertigt und diese an Dritte weitergegeben haben. Der Pflegehelfer soll außerdem während seines Nachtdienstes Patienten der Einrichtung mit seinem Smartphone gefilmt haben. Diese Videos sollen dann live ausgesendet worden sein. Der Mann bestreitet diesen Vorwurf.

Die Verhandlung, die für Dienstag terminiert worden war, wurde ausgesetzt. Grund sind Nachermittlungen, die laut Amtsgericht notwendig sind. „Es soll nun herausgefunden werden, mit welcher Person der Angeklagte gechattet hat. Es liegt bislang lediglich eine Mobilfunknummer vor“, heißt es auf Anfrage der RHEINPFALZ.

Welche Dimension die Verstöße gegen das Dienstgeheimnis haben, kann das Amtsgericht noch nicht einschätzen. Auch macht es dazu keine Angaben, ob mit dem Podcast Geld verdient wird und wie der Fall überhaupt ans Licht kam. Auch das Pfalzklinikum hält sich bedeckt. „Wir bitten um Verständnis, dass wir uns zu diesem Zeitpunkt nicht weiter zu dem laufenden Verfahren äußern können“, teilt eine Sprecherin mit.

Das Pfalzklinikum Klingenmünster ist ein zentrales Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychosomatik, Psychotherapie und Neurologie in Rheinland-Pfalz. Mit rund 2650 Beschäftigten ist der Hauptsitz in der Südpfalz eigenen Angaben zufolge eine der größten Einrichtungen für seelische Gesundheit in der Region.

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