Rheinpfalz Uhus für Berwartstein

Zwei ausgewachsene Uhus wurden gestern Nachmittag auf der Terrasse des Berwartsteins bei Erlenbach in die Freiheit entlassen. Sie sollen an der Burg heimisch werden.
„Damit wollen wir eine Tradition beibehalten und den Tierschutz fördern“, erklärt Burg-Mitarbeiter Arno Reither. Denn Kauze oder Eulen nisten seit Urzeiten direkt in den Burgmauern, unter der Turmspitze, an den Felsen oder in den Bäumen auf dem Burggelände. Der Kauz, der zur Freude vieler Burgbesucher in einem Baum direkt im Burghof sein Domizil ausgewählt hatte und sich auch tagsüber immer wieder blicken ließ, sei leider zwischenzeitlich verschwunden. Jetzt sollen zwei Uhus, die größte europäische Eulenart, am Berwartstein heimisch werden. Die Leiterin der Greifvogelauffangstation Haßloch des Naturschutzbundes (Nabu) Rheinland-Pfalz, Melanie Mangold, brachte gestern zwei ausgewachsene Exemplare in den Wasgau. Die beiden Tiere waren im Juli und August stark geschwächt in zwei Privatanwesen bei Kirchheimbolanden und Landau aufgefunden und in Haßloch abgegeben worden. Dort wurden sie aufgepäppelt und nun wieder in die Freiheit entlassen. Mangold hofft, dass die ausgemachten Felsenbrüter die Burg zu ihrer neuen Heimat erwählen. Eine größere Felsennische auf der Südseite des Berwartsteins hielt sie für besonders geeignet als Nist- und Brutplatz. Jagd- und Beuterevier ist für die großen Eulen durch die umliegenden Wiesen ausreichend gegeben. Nach und nach könnten auch Waldkauz, Schleiereule oder Waldohreule im Umfeld der Burg angesiedelt werden, kündigte sie an. Ihren Jungfernflug von der Burgterrasse beendeten die beiden Uhus aber zunächst einmal im Wald in Richtung der Vorburg Kleinfrankreich. Mit lautem Gekreische machten dort die Eichelhäher deutlich, dass sie von den neuen Nachbarn alles andere als begeistert sind. (hll)