Rheinpfalz Turnhalle ist vor allem sein Werk

HINTERWEIDENTHAL. Albert Fischer und der Turnverein gehören zusammen wie die Sonne zum Tag. 32 Jahre lang, von 1969 bis 1977 und von 1981 bis 2005, stand er als Vorsitzender an der Spitzte des TV. Am heutigen Montag feiert er seinen 80. Geburtstag im Kreise der Familie, von Freunden und Mitgliedern des Vereins.
„Lange gesund bleiben und noch so lange es geht ein paar schöne Stunden erleben“, das wünscht sich der Jubilar, entspannt auf einem Gartensessel auf dem Balkon sitzend. Ausgeglichen wirkt er, jedoch durchaus auch nachdenklich. Die Vorbereitungen zum großen Geburtstagsfest übernimmt Gattin Emilie. „Kää Mensch saat so, sie iss die Milly“, sagt er schmunzelnd. Das Tandem Albert und Milly Fischer, seit 1960 verheiratet, ist ein eingespieltes Team. Als selbstständiger Polsterer und Dekorateur mit Geschäft „Textiles Wohnen“ in Hinterweidenthal, das heute Sohn Bruno führt, arbeiteten die beiden ein Berufsleben lang Schulter an Schulter. „Die Abende, viele Wochenenden und so manche Nächte gehörten dem Turnverein“, blickt Milly zurück. Diskussionen oder Griesgrämerei sind jedoch ein Fremdwort, schließlich habe sie gewusst, dass Albert und sein TVH zusammengehören. Missgunst oder gar Neid sei da nicht angebracht gewesen. „Ich habe immer die Unterstützung meiner Frau gehabt“ resümiert der Jubilar. Als 14-Jähriger war er 1949 dabei, als der Verein nach dem Krieg gegründet wurde. Leichtathletik, insbesondere den Mehrkampf trainierte der Teenager in der Gründungszeit „so lala“, wie er schmunzelnd resümiert. Aber auch als Prellballer und als Sänger bei den Turnerlerchen war und – was das Singen angeht – ist er heute noch aktiv. Die wöchentlichen Singstunden beim TVH und dem Männergesangverein gehören zu seinem Pflichtprogramm. „Do gebts kä Diskussione.“ Mit seinem Namen ist aber vor allem der Bau der eigenen Teufelstischturnhalle zur Jahrtausendwende verbunden. „Es ist ein Verdienst vieler, vieler Mitglieder“, stellt er rückblickend fest. Sein Lebensmotto findet sich als Vers im Turnerlied wieder: „Großes Werk gedeiht nur durch Einigkeit.“ Als Gemeinschaftswerk tituliert er den Hallenneubau, an dem er aber maßgeblichen Anteil hatte. Inzwischen ist die Halle bezahlt, die Nachfolger Fischers im Vorstand, Rosemarie Dorst, Heiko Kustes und Thorsten Doll, sind auf ihren Ehrenvorsitzenden so stolz wie am ersten Tag. „Die Drei machen das auch richtig gut“, lobt er die Arbeit seiner Nachfolger. Die Ehrennadel des Sportbundes Pfalz nahm der Jubilar im vergangenen Jahr entgegen. Er „knipst“ alles, was mit TVH-Aktivitäten zu tun hat. Ein halbes Dutzend Fotoalben, jedes Bild mit den handelnden Protagonisten penibel beschriftet, hat er angelegt und stöbert im Kreise von Freunden gerne in Erinnerungen. Außerdem gehört der Jubilar dem Brauchtumsverein an. „Do is Steineklopfen angesagt“, sagt er schmunzelnd in Anspielung auf den Vorsitzenden Fritz Stein. Große Reisen ins Ausland kennen die Fischers nicht. „Wir hatten ein Geschäft zu führen, unsere Präsenz war keine Last, sie war Normalität“, sind sich Albert und seine Milly einig. Kennengelernt hat sich das Paar übrigens, wie könnte es auch anders sein, bei einem Turnfest in Wilgartswiesen. Die beiden Töchter Karin und Anja sowie Sohn Bruno komplettierten das Familienglück. Der ganze Stolz von Opa Albert ist Enkel Leonie. Eine Frage bleibt jedoch unbeantwortet: Wer macht die Fotos, wenn am heutigen Montag die TVH-Mitglieder ihrem Ehrenvorsitzenden ein musikalisches Ständchen überbringen? Ehefrau Milly lächelt wissend – sie überlässt nichts dem Zufall.