Rheinpfalz Trucker hinterlassen Müll und Fäkalien
Nicht glücklich ist man in Hauenstein mit der Tatsache, dass sowohl die Alte B 10 als auch ein gemeindeeigenes Grundstück in der Schuhmeile gerade an Wochenenden als Parkplatz für Laster genutzt wird. Nicht, dass man den Truckern die Pause nicht gönnte. Aber: Weil sie immer wieder Abfall hinterlassen, wächst sich die Angelegenheit zum Problem aus, das zuletzt im Gemeinderat mit harschen Worten beschrieben worden war.
Fährt man die Alte B 10 entlang, die ja auch Teil des Fahrradwegs zwischen Hauenstein und Hinterweidenthal ist, dann trifft man dort besonders an Sonntagen, wenn Fahrverbot für Lkw verordnet ist, in der Regel auf mehrere Laster. Mal sind es nur vier, manchmal aber auch acht oder zehn Lkw aus aller Herren Länder, deren Fahrer hier die Zeit totschlagen müssen, bis sie ab 22 Uhr ihre Tour fortsetzen dürfen. Und weil dort eben keine Infrastruktur vorhanden ist, wird am und im Lkw gelebt, gekocht und gegrillt – und verdaut. Die entstehenden Abfälle bleiben liegen, werden auch in die Böschung Richtung Bahnlinie entsorgt. „Dort wird immer wieder durch die Gemeindearbeiter aufgeräumt, nach kurzer Zeit aber sieht’s dort wieder aus wie im Dreckloch“, ereiferte sich Stefan Kölsch (Grüne). Besonders übel fielen dort immer wieder Plastikflaschen auf, die mit gelber und überriechender Flüssigkeit gefüllt sei: Urin eben. „Die Alte B 10 ist auch ein Stück weit Visitenkarte unserer Schuhmeile. Da können wir diese Zustände nicht zulassen.“ „Im Bereich Alte B 10 müssen wir ein grundsätzliches Parkverbot für Lkw ab Einfahrt Pirmasenser Straße bis hinter den Bahnhof einrichten“, stimmt Ortschef Bernhard Rödig den Klagen aus dem Rat zu. Er sei aber der Meinung, dass man „den übrigen Teil offen lassen“ sollte. Seine Begründung: „Wir alle wollen mit Waren versorgt sein. Also müssen wir den Lkw-Fahrern auch die Möglichkeit zu Pausen einräumen. Jeder weiß doch um ihre Nöte“, stellt er fest. Und weiter: „Wir sollten da Abfallkörbe aufstellen und abwarten, ob sie angenommen werden.“ Wenn aber alles nicht fruchte, bleibe „nur noch eine generelle Parkeinschränkung auf vier Stunden“. Ein zweites Problem stellt sich mit den geparkten Lkw des Hauensteiner Transportunternehmens Görtler auf dem gemeindeeigenen Grundstück an der Ecke Industrie-/Bergstraße, die für die Optik in der mit einigem Aufwand herausgeputzten Schuhmeile nicht vorteilhaft seien, hieß es im Rat. Vielleicht hatte dieser in der Tat unansehnliche Lkw-Parkplatz ja auch den Pirmasenser Unternehmer Ralph Barlog zu der provokanten Aussage veranlasst, dass die Schuhmeile den „Charme eines Autohofs“ verströme. Ärger hatte es dort aber nicht nur wegen der Optik gegeben: Anwohner hatten sich über den Lärm beschwert, der frühmorgens dadurch entsteht, dass die Lkw warmlaufen und Bremsdruck aufbauen. Dass dort die Lkw parken, geschehe mit Genehmigung des Ordnungsamtes, informierte Rödig auf Anfrage. Inzwischen zeichne sich eine Lösung ab, die es möglich mache, die Lkw in der verlängerten Industriestraße hinter der Schreinerei Klein zu parken. Entsprechende Gespräche seien geführt, aber noch nicht abgeschlossen. „Kommt die vorgesehene Lösung zustande, dann wäre dieses Problem gelöst und die Anwohner des bisherigen Parkplatzes wären nicht mehr gestört.“ (ran)