Rheinpfalz Trend geht zum Naturbad

Schluss sein soll mit Flickarbeiten und Behelfslösungen im Freibad Biebermühle.
Schluss sein soll mit Flickarbeiten und Behelfslösungen im Freibad Biebermühle.

Der Um- und Ausbau des Freibads auf der Biebermühle scheint aktuell die bevorzugte Lösung des Verbandsgemeinderats zu sein. Einstimmig befürwortete der Verbandsgemeinderat Rodalben am Montag, den Planer zur Vorstellung des Modellprojekts in den Ratssaal einzuladen.

Diese Präsentation soll am Montag, 29. Oktober, 18 Uhr, stattfinden. Dazu gebeten wird eine Delegation der VG Thaleischweiler-Rodalben. Zumindest Rodalben strebt in Sachen Freibad Biebermühle ein interkommunales Projekt an, das höher bezuschusst würde. Die VG Thaleischweiler-Wallhalben hält sich bislang in dieser Angelegenheit bedeckt. Es wäre „kontraproduktiv“, einerseits die Schließung des Schwimmbads in Betracht zu ziehen, andererseits den Tourismus ankurbeln zu wollen, führte Verbandsbürgermeister Wolfgang Denzer in die Thematik ein. Als Naturbad hätte das Freibad Biebermühle sein Alleinstellungsmerkmal. Die absehbare Eröffnung der neuen Jugendherberge in Pirmasens könnte Synergie-Effekte bewirken, zumal in unmittelbarer Nähe zum Bad ein Bahnhaltepunkt liegt. Petra Busch (SPD), die auf die Konkurrenz mit benachbarten Bädern verwies, hielt die „neue Idee“ mit Anbindung an den Bachlauf und der Anlage eines Strandbads für geeignet, sich am Markt zu behaupten und neue Kunden zu gewinnen. Das Thema Freibad Biebermühle müsse angegangen werden, meinte auch CDU-Sprecher Leo Littig. Er kündigte an, dass sich die CDU-Fraktion bereits an diesem Freitag, 28. September, 17 Uhr, im Naturbad Landstuhl treffe, um sich vor Ort erste Eindrücke von einer solchen Einrichtung zu verschaffen. Die Führung in Landstuhl übernehme der dortige Verbandsbürgermeister Peter Degenhardt. Ralf Lehmann (Grüne) sagte, er setze weiter Hoffnungen auf ein interkommunales Projekt, zumal das Schwimmbad Biebermühle näher bei Thaleischweiler liege als bei Rodalben. Georg Schäfer (CDU) verpasste der obwaltenden Einträchtigkeit dann doch noch einen Dämpfer mit seinem Ansinnen, zur Zukunft des Schwimmbads Biebermühle eine Bürgerbefragung durchzuführen, um sicher zu gehen, mit dem Projekt „nicht daneben zu liegen“. Die Abfuhr auf diesen Impuls kam prompt von Verbandsbürgermeister Denzer. Eine Bürgerbefragung, entgegnete er, tauge nur als Entscheidungsmittel „im äußersten Fall“. Dabei müssten das Ziel und die Umsetzbarkeit vorher gesichert sein, sonst nehme das Vertrauen in die Kommunalpolitik Schaden. Noch einmal ging es dann um das Thema Schwimmbad: das Lehrschwimmbecken der Grundschule Münchweiler. Für die CDU beantragte Leo Littig, die Kostenermittlung zur Wiederherstellung zu veranlassen. Eventuell genüge dafür zunächst ein Kostenvoranschlag der Bauabteilung. Er fragte auch, ob Schwimmunterricht anderer Grundschulen im Verbandsgebiet im Hallenbad der Rodalber Mozartschule stattfinden könne. Für die Schüler aus Münchweiler reiche die Kapazität auf jeden Fall, stellte Denzer fest. Inanspruchnahmen darüber hinaus müssten geprüft werden. Alexander Frey (FWG) zog auch eine Kooperation mit dem Plub in Pirmasens in Betracht. Eine „seriöse Kostenermittlung“ zu erstellen, dazu sehe sich die Bauabteilung der Verbandsgemeinde nach eigener Stellungnahme nicht in der Lage, erwiderte Denzer auf Littigs Antrag. Weil bei dem Lehrschwimmbecken nur noch die Hülle in Ordnung sei und ansonsten eine Entkernung stattfinden müsse (Schwimmbecken, Sanitäranlagen, Umkleideräume), spreche die Bauabteilung von einem Unterfangen „mit vielen Unbekannten“. Im Groben schätzte sie die Kosten auf eine Million plus x – ohne die Folgekosten. Genaue Zahlen könnte nur ein Ingenieurbüro liefern, was Kosten zwischen 12.000 und 15.000 Euro verursache, so Denzer. Littig formulierte daraufhin den Antrag um und fand damit Zustimmung im Rat. Demnach soll nun zunächst eine Ortsbesichtigung in Münchweiler stattfinden (Schulträgerausschuss und VG-Ratsmitglieder). Die Verwaltung prüft, wie vielen Klassen in Rodalben Schwimmunterricht erteilt werden kann (die Lehrerzuteilung liegt bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion) und klärt die Beförderungskosten der Klassen.

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