Pirmasens Umfrage in Pirmasens: Was halten Sie von der Digitalisierung von Schulen?

Viele Schulen sind mittlerweile mit Whiteboards ausgestattet. Der Unterricht wird vielerorts immer digitaler.
Viele Schulen sind mittlerweile mit Whiteboards ausgestattet. Der Unterricht wird vielerorts immer digitaler.

Tablet und Internet statt Bücher, Whiteboard statt Tafel. Die Welt ist für Schüler viel digitaler geworden. Bei einer Umfrage in Pirmasens finden das nicht alle gut.

Wenn es um die Digitalisierung von Schulen geht, gilt Schweden als Vorreiter. Schon früh führte das skandinavische Land die 1:1-Ausstattung mit Tablets und Computern ein. Seit 2019 war deren Nutzung an allen Schulen verpflichtend. Mittlerweile setzt jedoch ein Umdenken ein, da die negativen Folgen der umfassenden Digitalisierung zunehmend sichtbar werden. Was halten Pirmasenser von der Digitalisierung an Schulen?

Heinrich Theysohn
Heinrich Theysohn

Heinrich Theysohn sagt: „Korrekte Rechtschreibung und das Schreiben und Sprechen in ganzen Sätzen ist leider etwas Exotisches geworden. Deshalb halte ich von zu viel Digitalisierung nicht viel. Man muss sie nicht komplett verdammen, aber Kinder sollten doch schon Schreiben und Lesen lernen, wie sich das gehört. Meine Generation hatte damals noch nicht einmal einen Taschenrechner. Bis heute bin ich super gut im Kopfrechnen.“

Christine Käseberg
Christine Käseberg

Christine Käseberg wünscht sich, dass auch deutsche Schüler wieder mehr mit Stiften, Heften und Büchern arbeiten. „Ich finde die heutige, digitale Welt manchmal furchtbar. Wenn man sich mit jemandem unterhält, schaut er meistens aufs Smartphone, vor allem Jugendliche. Ich befürchte, dass sie auch irgendwann verlernen, mit der Hand zu schreiben“, so Käseberg.

Nicole Haag
Nicole Haag

Nicole Haag hingegen befürwortet eine umfassende Digitalisierung an Schulen. „Das ist die Zukunft“, sagt sie, „verwehren sollten wir uns da nicht. Die Kinder wachsen schon lange mit Tablets und Smartphones auf, das Leben ist mit Künstlicher Intelligenz doch auch viel einfacher“, findet Haag.

Ramona Knerr
Ramona Knerr

„Ich gehöre noch zur Generation Buch“, sagt wiederum Ramona Knerr. Darauf sei sie stolz. „Ich finde es schlimm, dass es Kinder gibt, die noch nie oder kaum ein Buch in der Hand gehabt haben, sondern nur digitale Endgeräte. Mit Autocorrect verlernen sie auch die deutsche Rechtschreibung. Den Kopf müssen sie damit leider nicht mehr anstrengen“, sagt Knerr.

Marius Edenhofer
Marius Edenhofer

Marius Edenhofer, Vater eines Grundschülers, ist geteilter Meinung, was die Digitalisierung im Bildungswesen angeht. „Einerseits muss man mit der Zeit gehen, andererseits sind die Kinder schon viel zu abhängig von Tablet und Handy. Ich selbst mag beides – Bücher und Bildschirme“, so Edenhofer.

Brigitte Müller
Brigitte Müller

Dass Schweden in Sachen Schuldigitalisierung mittlerweile zurückrudert, findet Brigitte Müller gut. „Meine Generation ist komplett ohne Tablets aufgewachsen – und es ging auch. Ich befürchte, dass wir in der heutigen Zeit immer mehr das selbstständige Denken verlieren. Durch das Internet und durch die Künstliche Intelligenz sind wir alle sehr unkritisch geworden“, sagt Müller.

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