Rheinpfalz Toniebox kommt besonders gut an

Die Kinder fühlten sich auf Anhieb wohl in ihrem eigenen Raum in der Lauterecker Stadtbücherei.
Die Kinder fühlten sich auf Anhieb wohl in ihrem eigenen Raum in der Lauterecker Stadtbücherei.

Vergangene Woche hat die Stadtbücherei Lauterecken den neuen Kinderbereich feierlich präsentiert. Seit kurzem steht den Kindern ein eigener Raum mit Spielen und Büchern zur Verfügung, der auch Rückzugsmöglichkeiten bietet.

Mädchen und Jungen lesen in Büchern, machen sich gegenseitig auf witzige Geschichten oder Bilder aufmerksam und lachen zwischendurch immer wieder befreit auf. Auf die Frage, wie der neue Bereich denn bei ihnen ankomme, fallen die Antworten recht kurz aus: „Sehr gut, aber ich möchte jetzt weiterlesen.“ Oder: „Ja, ja, es ist richtig toll.“ Dann aber wenden sich die Kinder wieder ihrem Buch zu. Zu entdecken gibt es im gut sortierten Bestand neben Kinderbuchklassikern von Otfried Preußler auch Gregs Tagebücher, ebenso die drei Fragezeichen, den Grüffelo oder zahlreiche Bände von Cornelia Funke, auch Aufklappbücher für die jüngsten Besucher. Letztere befinden sich, wie auch Bücher für Erstleser, in niedrigen Boxen, sodass die Kinder bequem selbst auswählen können. Auch zahlreiche Spiele ab zwei Jahren sind im Bestand. Am Nachmittag kommt die „Toniebox“ besonders gut bei den Kindern an. Dabei handelt es sich um einen robusten Lautsprecher, auf den Figuren gestellt werden können, die Geschichten erzählen und Lieder singen. Die Bedienung des Geräts mittels kippen, drücken und klapsen verstehen Kinder sofort und können ohne Hilfe der Eltern ihre Lieblingsstücke hören. Kissen und Hocker ermöglichen das gemütliche Lesen, und in einem kleinen Zelt gibt es auch eine Rückzugsmöglichkeit, die gerne genutzt wird. Doch nicht nur die Bücher kommen gut an, sondern auch die Muffins, die die ehemalige Leiterin Hilde Döhnert am Morgen frisch gebacken hatte. Nach 15 Jahren hat sie die Leitung an Ute Weichel übergeben (wir berichteten) – trotzdem steht Döhnert auch weiterhin als Helferin parat, und da es ihr schon immer wichtig war, Kinder zum Lesen zu bringen, war sie natürlich auch an diesem Tag da. Im angestammten Büchereiraum wird in den kommenden Wochen auch noch einiges verändert werden. Ein neuer Schreibtisch ist bestellt, eine Couch für den hinteren Bereich des Raumes wird noch kommen, um die Kaffeeecke noch gemütlicher zu gestalten. Bücherei als eine Begegnungsstätte ist das Ziel. Momentan befinden sich dort Stühle, die auch von den Müttern gerne genutzt werden, während die Kinder im Nebenraum schmökern. Nachdem nun einige Neuerungen umgesetzt sind oder bald abgeschlossen sein werden, hat Weichel schon neue Ideen, wie man die Bücherei noch attraktiver gestalten kann. So möchte sie im kommenden Jahr die „Onleihe“ vorantreiben, wofür jedoch zunächst eine Homepage erstellt werden muss. Dann wäre es Nutzern möglich, gegen einen kleinen Jahresbetrag digitale Medien jeder Art bequem von zu Hause auf eigene Endgeräte, wie einen eBook-Reader, zu laden. Die rund 3300 verschiedenen Medien – neben Büchern gibt es auch zahlreiche Hörbücher, Zeitschriften und Spiele – sind zwischenzeitlich alle im Computer erfasst, und auch die Ausleihe mit den neuen Karten funktioniert einwandfrei. Wer noch keine solche Karte hat, bekommt diese in wenigen Minuten komplett erstellt und kann direkt Bücher ausleihen. Benötigt werden nur Name, Anschrift, eine Telefonnummer und das Geburtsdatum. Die Bücher werden gescannt, erhalten einen Datumsstempel und schon ist die Sache erledigt. Trotz der Neuerungen und dem positiven Echo der Stammleser wünschen sich Döhnert und Weichel allgemein noch mehr Zuspruch. „Viele wissen gar nicht, dass es sowas gibt und dass das kostenlos ist“, berichten die beiden Frauen. Weichel macht noch einmal ausdrücklich darauf aufmerksam, dass das Angebot für Jedermann kostenlos ist und jeder ganz unverbindlich testen könne. Nur, wer ohne eine telefonische Verlängerung die dreiwöchige Rückgabefrist verpasst, muss 50 Cent für jede angefangene Woche pro Buch zahlen. Wem das passiert, der sorgt immerhin dafür, dass mit diesem Geld neue Medien angeschafft werden können. Info Öffnungszeiten der Stadtbücherei: Montag 17 bis 19 Uhr und Donnerstag 16 bis 18 Uhr.

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