Rheinpfalz Tierauffangstation wächst
Die Erweiterung eines Tigergeheges läuft, außerdem wird ein Gebäude für Waschbären umgebaut, ein Bauantrag für ein neues Gehege für die beiden Pastellfüchse ist gestellt: Es tut sich was auf der von dem Verein Tierart betriebenen Wildtierauffangstation bei Maßweiler. Gut bevölkert war im abgelaufenen Jahr auch das Wildkatzengehege: 18 Tiere lebten zeitweise in Maßweiler. Sie werden nun wieder schrittweise ausgewildert.
, Weselberg, Trier: Nur drei der Fundstellen von verletzten und verwaisten Wildkatzen, die in Maßweiler versorgt und gepflegt wurden. 18 Wildkatzen waren es 2017, berichtet Roswitha Bour, die Vorsitzende des Vereins Tierart. „Die Tiere werden alle wieder ausgewildert.“ Zuvor werden sie in Maßweiler aber gepflegt und in den meisten Fällen aufgepäppelt. Der Appetit einer kleinen Wildkatze ist enorm: „Die Kleinen wiegen etwa anderthalb Kilo und schaffen bis zu 20 Mäuse am Tag“, erzählt Bour. Bei der Versorgung könne nicht auf handelsübliches Katzenfutter zurückgegriffen werden, denn das mache die Wildkatzen krank. Laut Bour handelte es sich bei den Katzen, die in Maßweiler versorgt werden, ausschließlich um reinrassige Wildkatzen. Alle Tiere seien genetisch untersucht worden. „Sie vermischen sich offensichtlich nicht mit den Hauskatzen“, folgert Roswitha Bour. Auf dem rund 14 Hektar großen Gelände bei Maßweiler wird gebaut. So wird etwa der Bereich der Waschbären derzeit erweitert. Dazu wird laut Bour ein Gebäude umgebaut, das in der Zeit, als das Gelände noch von den US-Streitkräften genutzt wurde, als Heizungsgebäude diente. Das Dach wird erneuert und ein Freigehege angelegt. Nach Maßweiler kommen oftmals verwaiste Waschbären-Junge. „Wenn die Mutter getötet wird, dann finden oft Spaziergänger die Jungen“, berichtet Bour. In den vergangenen beiden Jahren wurden in Maßweiler 35 Jungbären aufgenommen. „Damit war unsere Kapazitätsgrenze erreicht.“ Um weitere Notfälle unterbringen zu können, habe man sich für die Investition entschieden, die laut Bour von Waschbärenfreunden und einer Stiftung in Baden-Württemberg finanziert wird. Das Gehege der Tigerdame Varvara, der ältesten der vier Großkatzen, die in Maßweiler leben, wird derzeit von 350 Quadratmeter auf 700 Quadratmeter erweitert. Finanziert wird das von der Organisation Vier Pfoten, die sich auf die Rettung und Betreuung von Großkatzen spezialisiert hat. Geplant ist darüber hinaus, das Tigergehege noch einmal zu erweitern, um zwei Innenboxen und einen weiteren Außenbereich (1200 Quadratmeter). Neben Varvara leben noch das Geschwisterpaar Bela und Sharuk sowie die Tigerdame Cara in Maßweiler. „Varvara fühlt sich gut, auch wenn sie aufgrund ihres Alters eine Spezialbehandlung braucht“, berichtet Bour. Das Geschwisterpaar, das aus einer privaten Zucht stammt, sei im Laufe der Zeit in Maßweiler freundlicher geworden. „Besonders Bela war anfangs sehr verängstigt.“ Ein neues Gehege sollen auch die beiden Pastellfüchse Zoe und Frodo bekommen. Die Tiere kommen in der Natur nicht vor und werden eigens für Pelzfabriken gezüchtet. Zoe war privat untergebracht, bis die Haltung untersagt wurde, Frodo wurde abgemagert im Wald gefunden. „Es ist schwierig, die Tiere zu vergesellschaften, aber die beiden haben einen Tunnel unter dem Zaun ihrer beiden Gehege gegraben“, erzählt Bour.