Rheinpfalz Therapie-Bienen

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Erfolge feiern, Verantwortung übernehmen – für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ist das ganz wichtig. Besonders, wenn sie zur Behandlung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Pfalzklinikums sind. Ein Bienen-Projekt soll die Therapie unterstützen.

„Therapiehunde hat jeder, Therapiebienen sind etwas Besonderes“, scherzt Pascal Biebel bei der Vorstellung des Bienenprojekts am Freizeithaus der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Pfalzklinikum Klingenmünster. Biebel ist gelernter Altenpfleger. Seit Juli vergangenen Jahres ist er auf der Sozialtherapeutischen Station der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Pfalzklinikums tätig. Pascal Biebel ist auch leidenschaftlicher Hobbyimker und Mitglied im Imkerverein Bad Bergzabern. Als Neuling auf der Station habe er angefangen, bei Therapiesitzungen mit Jugendlichen über Bienen und Imkerei zu sprechen, erzählt Biebel. Er habe den Jugendlichen geschildert, was Bienen in der Natur so alles machen und wie Honig produziert wird. „Das war zunächst alles nur Theorie“, erinnert sich Biebel. Zu seinem Erstaunen waren seine Zuhörer mit Begeisterung bei der Sache, haben viele Fragen gestellt. „Da ist mir die Idee gekommen, auf dem Gelände des Pfalzklinikums Bienenstöcke aufzustellen, die von den Jugendliche betreut werden“, sagt Biebel. Bei seinem Vorgesetzten Ralf Dreisigacker, dem Bereichsleiter der Sozialtherapeutischen Abteilung, stieß er mit der Idee auf offene Ohren. Anschließend sprach Biebel Wolfgang Weissbeck, dem Leitenden Oberarzt für Sozialtherapie und Jugendmaßregelvollzug, wegen seines Projekts an. „Welcher Oberarzt kann so etwas wollen? Ich habe einen gefunden“, freut sich Biebel darüber, wie problemlos die Umsetzung seiner Idee funktionierte. Unterstützung fand er bei Evelyne Mandery, der Vorsitzenden des Imkervereins Bad Bergzabern. „Sie hat uns Tipps gegeben und Kontakte hergestellt“, berichtet Biebel. In den Wintermonaten wurden Bienenstöcke aus Holz gezimmert. Von einer Arbeitsgemeinschaft der Jugendstation. Vom Freundeskreis PI, einem gemeinnützigen Verein, der das Pfalzinstitut für Kinder- und Jugendpsychiatrie zu unterstützen versucht, wurde das Projekt finanziell begleitet. So konnten die erforderliche Imkerausrüstungen beschafft werden. Ein Imker aus Heuchelheim-Klingen, ebenfalls Mitglied im Imkerverein Bad Bergzabern, überließ dem Pfalzklinikum günstig drei Bienenvölker. Zum Hintergrund: Die sozialtherapeutischen Jugendstationen der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie sind aufgeteilt in eine fakultativ offene und eine geschlossene Station. Ziel ist es, durch Therapie und pädagogische Maßnahmen zur Besserung und Resozialisierung der Jugendlichen beizutragen. „Wir haben hier Jugendliche, die haben bisher in ihrem Leben nicht viel erreicht, immer nur eins draufbekommen“, sagt Biebel. Die Jugendlichen sollen die Bienenstöcke eigenverantwortlich betreuen. „Sie sollen so lernen, Verantwortung zu übernehmen“, erläutert Biebel. Auch Selbstbewusstsein soll aufgebaut werden. „Die Jugendlichen haben mit den Bienen etwas, vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben, mit dem sie sich wirklich auskennen“, so Biebel. Vom Sinn und Erfolg des Projekts ist auch Ralf Dreisigacker überzeugt. „Wir haben viele Langzeitpatienten, die das Projekt kontinuierlich betreuen“, sagt er. Auch Kinder und Jugendliche aus anderen Einrichtungen des Pfalzklinikums sollen die Bienenstöcke in Klingenmünster besuchen und etwas über die Tiere und ihren Nutzen für die Natur lernen. Therapeutischen Nutzen sieht Dreisigacker auch bei Kindern, die unter ADHS leiden: „Bei der Arbeit mit den Bienen müssen sie ruhig bleiben.“ Dreisigacker ist auch im Vorstand des Freundeskreises PI aktiv. Der Verein wird den Honig vertreiben. Etwa beim vorweihnachtlichen Erlebnistag in Klingenmünster, wo er mit einem Stand vertreten ist. Am 10. Juni, dem Tag der Psychiatrie, soll der erste eigene Honig verkauft werden. Welche Sorte? Das ist noch nicht ganz klar. „Edelkastanienhonig – das wäre die Kür“, gibt sich Experte Pascal Biebel ehrgeizig.

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