Rheinpfalz Tempo 30 ja, „aber bitte nicht überall“
Seit wenigen Tagen ist die Ortsdurchfahrt Busenberg wegen des Ausbaues der B 427 in diesem Bereich gesperrt und eine Umleitung über Bruchweiler-Bärenbach eingerichtet. Doch schon regt sich Unmut: über die Drosselung auf Tempo 30 an Stellen, wo es für manchen Autofahrer gar keinen Sinn macht.
In Bruchweiler-Bärenbach, wo der Umleitungsverkehr aus Richtung Dahn durchfahren muss, wurde die Geschwindigkeit auf Tempo 30 reduziert. Wie auch in Bundenthal, Niederschlettenbach und Erlenbach – also in jenen Orten, durch die der Umleitungsverkehr während der über einjährigen Sperrung der Busenberger Ortsdurchfahrt rollt. Dass die Geschwindigkeit an Engstellen aus Sicherheitsgründen gedrosselt wird, leuchtet auch betroffenen Autofahrern ein – „aber doch bitte nicht auf der gesamten Strecke“, stellt ein Pendler fest, der namentlich nicht genannt werden wollte. Denn die Temporeduzierung ist seiner Ansicht nach keinesfalls überall notwendig. So etwa nicht in Bruchweiler, wo ab der Bäckerei Zwick die Hauptstraße Richtung Bundenthal sehr gut ausgebaut sei mit je einem Gehweg auf beiden Seiten. Und ebenfalls im Fall der Bahnhofstraße zwischen Bruchweiler und Bundenthal. Warum dort dennoch auf Tempo 30 gedrosselt wurde, wollte er vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Kaiserslautern wissen. Darüber hinaus fragt er sich, warum es auf dieser Strecke keine Halteverbote gebe. Wenn zum Beispiel die B 10 gesperrt und der Verkehr durch Busenberg und Bad Bergzabern geleitet worden sei, habe man an diesen Tagen dort ein Halteverbot eingerichtet. Der Zustand hier sei nun aber so, dass wie wild auf der Straße geparkt werde. Und durch das ständige Abbremsen und Anfahren dürften sich die Anwohner bestimmt bald beklagen. LBM-Leiter Richard Lutz versicherte auf Nachfrage, dass sich die Behörde eng mit der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland und der Polizei abgestimmt habe, wie der Umleitungsverkehr zu lenken sei. Und dass sie noch keine Halteverbote eingerichtet hätten, bedeute nicht, dass man dies auch künftig nicht tue. Dies betonte gestern auch Wolfgang Kozerke vom Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland: Die Umleitungsregelung sei nicht in Stein gemeißelt, aber sie bräuchten Zeit, um zu sehen, wie sich die Lage tatsächlich darstelle. Denn gerechnet hätten sie infolge der Busenberger Sperrung mit einer Verdoppelung des Verkehrs auf der Umleitungsstrecke. Und um diese Geräusch- und Emissionserhöhung für Anwohner verträglicher zu machen und auch mit Blick auf Kindergarten- und Schulkinder habe man sich auf Tempo 30 für die Ortslagen der betroffenen Gemeinden verständigt – dies sei auch Anliegen der Kommunen gewesen. Dass sich für Pendler die Strecke teilweise schon sehr ziehe – gerade der Abschnitt Bruchweiler -Bundenthal – könne er gut verstehen, meint Kozerke. Aber verschiedene Tempozonen einzurichten hält er nicht für eine gute Lösung: Da fühlten sich dann Anwohner einer 50er-Zone benachteiligt. Und der Schutz der Anwohner sei eben entscheidend. Auf Halteverbote entlang der Umleitungsstrecke hätten sie erst einmal verzichtet, so Kozerke weiter, weil es schon genug Einschränkungen gebe. Aber auch dies beobachteten sie – und wenn es erforderlich werde, dann ließe sich dies ändern. Im Dahner Felsenland hoffen sie nun vor allem auf eines: dass auf der B 10 so gefahren wird, dass diese nicht auch noch gesperrt werden muss, zumal die B 48 derzeit keine Ausweichmöglichkeit bietet. Denn dann könnte es in Bruchweiler vielleicht nicht mal mehr mit Tempo 30 vorangehen.