Rheinpfalz Tanzende Orchester und Paradiesvögel

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„It’s Showtime“ hat mal wieder eine Turnvölkerwanderung mit der TSR-Halle als Ziel ausgelöst. Jene Veranstaltung, auf die fast ein Jahr hin trainiert wird und bei der der Spaßfaktor und der Leistungsgedanke noch im Einklang stehen. Und so zeigten sich bei der 15. Auflage am Wochenende in Rodalben alle zufrieden: die Macher vom Pfälzer Turnerbund, die rund 2000 Zuschauer und natürlich die über 500 Turnerinnen und Turner, die am Samstag und Sonntag die Tanzfläche mit Leben erfüllten.

Die größte Gruppe mit rund 140 Teilnehmerinnen stellte dabei, man lese und staune, das Otto-Schott-Gymnasium (OSG) aus Mainz, das in der offenen Klasse gleich fünf Teams an den Start brachte. „Wir sind mit drei Bussen am Sonntag angereist“, erzählt Regine Rheinländer, einst beim TPSV Enkenbach aktiv und seit 2005 Gymnasiallehrerin für Sport und Religion. „Diese Auftritte prägen die Schulgemeinschaft enorm“, schwärmt die Pädagogin, die bei den Jüngsten hinter den Kampfrichterinnen und vor der Tribüne stand und eifrig Zeichen gab. Toll die Auftritte ihrer beiden besten Gruppen. Die OSG 2 interpretierte den Filmhit „Die Tribute von Panem“ glänzend und machte dabei deutlich, dass nicht immer nur Mitklatschmusik das Publikum begeistert. Gleich ein ganzes tanzendes Symphonieorchester – entsprechend auch die tolle Kostümierung – bot die OSG 4. Insbesondere bei den Minis (bis elf Jahre) und Kindern (bis 13 Jahre) hatten die Trainerinnen ihren Ideen in puncto Maske und Kostüm freien Lauf gelassen. Die Kinder des Turnerbunds Hermersberg ließen es schon mal schneien. Die Minis des TV Pirmasens brachten Mogli, den Bären Balu, die Schlange Kaa und den Tiger Shir Khan aus dem Dschungelbuch mit nach Rodalben. „Wir hatten ein schönes Bühnenbild. Mal sehen, was dabei herauskommt“, sagte Trainerin Nadine Rothhaar. Am Samstag reichte es für die zweite Gruppe der Pirmasenser bei den Aktiven (ab 19 Jahre) nicht ganz für die Qualifikation zum Rendezvous der Besten gereicht. „Schade. Man bereitet sich ewig vor, natürlich will man dann auch gewinnen“, zeigte sich Rothhaar enttäuscht. Großer Jubel herrschte bei den „Gym and Dance Teams“ der TS Rodalben, die am Samstag gleich vier Tickets für das Rendezvous der Besten am 7. November in Ludwigshafen lösten. Mit den Aufführungen „Zirkus“ (Trio), „König der Löwen“ (Duo), „Cats“ (Jugend, 14 bis 19 Jahre) und „Paradiesvögel“(Aktive) tanzten sie sich in die Herzen der Zuschauer und Kampfrichterrinnen. Auch die Rodalber Minis, die gestern gleich 18 Pumuckels auf die Bühne brachten, dürften wohl die Fahrt mit nach Ludwigshafen machen. Herrlich, wie unbedarft die Jüngsten an die Sache herangehen. Auch das Verrutschen der knallroten Perücke irritierte eine Gymnastin keineswegs. Sie tanzte locker weiter, als wäre nichts passiert. Doch braucht es mitunter keineswegs eine Megaverkleidung, um die Qualifikation für das Rendezvous der Besten zu erreichen. Dies stellten die von Steffi Sehy trainierten „Red Hot Chillis“ des TV Höheinöd in der Ü30-Klasse unter Beweis. Die 20 Damen von der Sickingerhöhe hatten bereits vor und auch während ihres Auftrittes riesigen Spaß. Wen wundert`s? Denn die „Party Girls“, wie es Heide Sanio ausdrückte, gingen bei ihrem Vortrag in einem überdimensionierten VW-Bus auf feuchtfröhliche Tour. Von Düsseldorf über Köln und Rüdesheim, fanden sie tanzend dann doch den Weg zu „It`s Showtime“. „Wir haben uns mit der Gruppe sukzessive nach oben gearbeitet“, freute sich Sanio beim zehnten Showtime-Auftritt der Red Hot Chillis über die Qualifikation fürs Rendezvous der Besten in der Friedrich-Ebert-Halle. Logisch, dass auch der Präsident des Pfälzer Turnerbundes, Walter Benz, der wie in den Jahren zuvor mit großväterlicher Stimme durchs Programm führte, von der Veranstaltung begeistert war. „Es gibt dieses Jahr ein tolles Rendezvous der Besten“, versprach Benz angesichts der hochkarätigen Darbietungen in der TSR-Halle. Und was den Turnchef noch freute, war die Tatsache, dass sich immer noch so viele junge Menschen trotz des Computerzeitalters für Show, Tanz, Gymnastik und Akrobatik begeistern.

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