Rheinpfalz Stromausfälle sorgen für Kopfzerbrechen

. Als die Mannheimer Polizei gegen 11 Uhr den Brand einer Trafoanlage im Glücksburger Weg in Waldhof und den Stromausfall in rund 1000 Haushalten im Mannheimer Norden meldete, war der Schaden beinahe schon wieder behoben. Laut Mitteilung der MVV, die wenige Minuten später einging, war das Feuer um 10.39 Uhr ausgebrochen und um 11.15 Uhr „die Versorgung in allen Bereichen wieder hergestellt“. Auch bei der BASF auf der Friesenheimer Insel war es nach Angaben des Unternehmens wegen des Spannungsabfalls gegen 10.30 Uhr zu einer Betriebsunterbrechung in einer Anlage gekommen. Die erste Pressemitteilung der MVV war allerdings schon mehr als zwei Stunden zuvor eingegangen, nämlich um 8.26 Uhr. In der stand zu lesen, dass es am späteren Donnerstagabend für rund eine Stunde wieder Stromausfälle in mehreren Bereichen der Mannheimer Innenstadt gegeben habe. Betroffen waren die Quadrate Q, R und S. Nur wenige Stunden vor diesem neuerlich Stromausfall am Abend hatte Eric Jennes, Geschäftsführer der Netzgesellschaft Netrion, an der die MVV beteiligt ist, in der Sitzung des Ausschusses für Bürgerdienste, Immobilienmanagement, Sicherheit und Ordnung des Mannheimer Gemeinderats über Verlauf und Ursachen der Stromausfälle berichtet, die bis dahin in jüngster Zeit zu verzeichnen waren. Eine kurze Zusammenfassung dieses Berichts verschickte die MVV heute Morgen an die Presse, kurz nach der Mitteilung über den Stromausfall am Donnerstagabend in den Quadraten. Demnach gab es, wie mehrfach berichtet, seit Freitag, 3. Juli, drei größere Versorgungsunterbrechungen in verschiedenen Teilen der Stadt. In Neckarau, wo der Strom bislang am längsten ausfiel, war die Ursache laut MVV schnell gefunden. Bei Bauarbeiten sei dort eine Mittelspannungskabel beschädigt worden, weshalb in Neckarau, aber auch im Casterfeld, im Almenhof sowie in Niederfeld die Versorgung zusammenbrach. Unabhängig davon brach ebenfalls am 3. Juli im Rheinau-Hafen kurzzeitig die Stromversorgung zusammen, am Samstag dann im Bereich der Augustaanlage und in Neuostheim und am Montag in Teilen der Innenstadt, in Waldhof und in der Gartenstadt. Gründe für diese Ausfälle waren laut MVV Kurzschlüsse, die durch Kabelfehler ausgelöst wurden. Für größtes Aufsehen hatte zuletzt aber der Stromausfall im Klinikum Mannheim am vergangenen Freitag gesorgt. Was die Ursache dafür war, konnte die MVV allerdings auch gestern noch nicht sagen. Klar ist hingegen, dass die „ungewöhnliche und in diesem Umfang in den vergangenen Jahrzehnten noch nicht dagewesene Häufung von Störungen“ für Kopfzerbrechen bei der MVV sorgt. Es scheine so zu sein, dass „auch die extremen Temperaturen und vor allem die beispiellose extreme Trockenheit der Böden und damit die Trockenheit des die Stromkabel und die Verbindungsteile im Netz umgebenden Erdreichs eine Rolle spielt“, heißt es in der Mitteilung des Stromversorgers im Anschluss an die Ausführungen von Eric Jennes in der Ausschusssitzung weiter. Dass dies die Ursache sein könnte, dafür sprächen auch die zahlreichen Probleme bei der Stromversorgung in anderen Städten und Gegenden der Region, etwa in Ludwigshafen, Weinheim und entlang der Bergstraße. Eine Überbelastung des Stromnetzes wegen zu hohen Verbrauchs oder zu großer Einspeisung von Photovoltaik sei als Ursache für die Störungen auszuschließen. Auch das Alter der Leitungen sieht die MVV nicht als ursächlich für die Stromausfälle. Zwar stamme ein großer Teil des rund 3900 Kilometer langen Stromleitungsnetzes noch aus den 1960er- und 1970er-Jahren. „Aber wir verfolgen seit vielen Jahren ein langfristig ausgelegtes Wartungskonzept“, teilte eine MVV-Sprecherin auf Anfrage der RHEINPFALZ mit. Dabei investiere das Unternehmen durchschnittlich zwölf bis 15 Millionen Euro jährlich in das Stromnetz der Stadt, sei es für Wartung, Instandhaltung oder Modernisierung. Ausdruck fänden diese regen Investitionen auch darin, dass Mannheim in den zurückliegenden Jahren in Sachen Stromausfällen regelmäßig unter dem Bundesdurchschnitt gelegen habe, sagte die MVV-Sprecherin weiter. Während laut Bundesnetzagentur etwa im Jahr 2013 deutschlandweit der Strom pro Jahr durchschnittlich 15,3 Stunden weggeblieben sei, seien es in Mannheim lediglich 9,6 Minuten gewesen.