Rheinpfalz Straßen-Striche im Leiningerland müssen weg

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Die Grünstadter Straße in Colgenstein ist eine lange Straße in einem Wohngebiet. Wer auf ihr fährt, wird an vier Stellen von durchbrochenen weißen Linien darauf aufmerksam gemacht, dass von rechts ein Auto kommen könnte.

Der Beigeordnete Siegfried Sell-Sommerrock (SPD) hatte die Männer vom Bauhof im Mai damit beauftragt, diese Striche zu ziehen – und er ist überzeugt von deren Wirksamkeit: „Man fährt automatisch langsamer.“ Dass er die Striche jetzt entfernen lassen soll, wie ihm die Verbandsgemeinde mitgeteilt hat, sieht er nicht ein: „Ich mach’ sie nicht weg. Die stören niemanden.“ Ihm sei die Sicherheit der Autofahrer wichtiger als Vorschriften, deren Sinnhaftigkeit er nicht erkennen könne, zumal die Anwohner die Aktion gelobt hätten.

Die Verbandsgemeinde setzt mit ihrer Aufforderung an die Gemeinde Obrigheim eine Anweisung des Landesbetriebs Mobilität aus dem April 2018 um. Der will diese weißen Linien an Rechts-vor-links-Einmündungen nicht haben. Sie sollen entfernt werden, heißt es in einem Schreiben, das die Behörde verschickt hat. Die Argumentation des Landesbetriebs ist folgende: Weil in der Straßenverkehrsordnung geregelt ist, dass an Kreuzungen und Einmündungen diejenigen Vorfahrt haben, die von rechts kommen, braucht es keine Markierungen mehr, die zusätzlich auf die Vorfahrtsregeln hinweisen. Und außerdem müssen sich die Städte und Gemeinden an die Straßenverkehrsordnung und die Verwaltungsvorschriften halten und dürften damit auch nur solche Verkehrszeichen verwenden, die Bundes- und Landesbehörden erlauben.

Nicht nur in Obrigheim gibt es solche Striche, sondern auch in Bockenheim, weiß Hanns Gauch, der das Ordnungsamt seit Anfang August leitet. „Ob noch anderswo welche sind, wissen wir nicht.“ Deswegen will die Verbandsgemeinde in den nächsten Wochen alle Ortsgemeinden mit Frist dazu auffordern, die eigenständig aufgemalten Markierungen zu entfernen. „Wir sind gehalten, das umzusetzen“, sagt Gauch. Die Behörde müsse sich an diese Anordnung halten.

Sell-Sommerrock aus Obrigheim versteht die Aufregung um die Striche nicht. „Überall, wo ich hinkomme, sind weiße Striche“, sagt er. Seiner Ansicht nach hätte die Verbandsgemeinde „wichtigere Dinge zu tun“, als sich um Striche zu kümmern.

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