Rheinpfalz Stillstand in der Tarifbewegung

Rund 2000 Mitarbeiter von Bosch und Bosch-Rexroth unterstützten am Mittwoch in Homburg die Forderung der Gewerkschaft IG Metall
Rund 2000 Mitarbeiter von Bosch und Bosch-Rexroth unterstützten am Mittwoch in Homburg die Forderung der Gewerkschaft IG Metall nach Gehaltserhöhungen und einem Tarifanspruch auf Arbeitszeitverkürzung, zum Teil mit Lohnausgleich. Am kommenden Donnerstag soll es zu weiteren Warnstreiks kommen.

«» Eine Woche Warnstreiks liegt hinter den Metallern in der Region. Jetzt plant die IG Metall in der Saarpfalz, noch mehr Mitglieder und Unterstützer auf die Straße zu bringen. „Nach dem Auftakt der dritten Verhandlungsrunde in Baden-Württemberg herrscht weiter Stillstand. Die Motivation unserer Mitglieder ist hoch. Höher als in den Tarifbewegungen der Jahre zuvor“, so erster Bevollmächtigter Ralf Reinstädtler.

Dieser Streit ist spürbar anders. Bei beiden Warnstreiks in der vergangenen Woche – am Donnerstag bei John Deere, am Freitag bei Terex und Pallmann – spielten die geforderten sechs Prozent Lohnerhöhung nur eine Nebenrolle. So kategorisch von der Gewerkschaft gefordert wie von den Arbeitgeberverbänden Pfalzmetall und ME Saar abgelehnt, sind tarifliche Regelungen zur Absenkung der Wochenarbeitszeit auf bis zu 28 Stunden das emotionale Thema. Weil im Saarland (inklusive Zweibrücken) der Anteil der Schichtarbeit Leistenden höher ist als bundesweit – die Gewerkschaft geht von zwei Drittel aller Beschäftigten in der Produktion aus – liege noch mehr Gewicht auf der Forderung nach einer Entlastung besonders Belasteter. Die IG Metall fordert neben dem Recht auf befristete Absenkung der Wochenarbeitszeit auf 28 Stunden ab einer Mindestschwelle auch einen Lohnausgleich, maximal 750 Euro im Jahr. Weil auch Kollegen aus niedrigeren Entgeltgruppen sich ihre Gesunderhaltung leisten können müssten, habe gerade diese Forderung einen hohen Rückhalt bei den Belegschaften, sagt Reinstädtler. Der Arbeitgeberverband Pfalzmetall sieht auch einen Stillstand, macht dafür aber die Gewerkschaft verantwortlich. Es gebe faktisch keine Erwiderung auf das in der zweiten Runde vorgelegte Angebot der Arbeitgeber, die Löhne um real 2,35 Prozent (inklusive Einmalzahlung) 2018 zu erhöhen. Am Donnerstag sitzt man in der Saarbrücker Saarlandhalle zum drittenmal zusammen. Es könne nur eine Lösung am Verhandlungstisch geben, sagt ein Pfalzmetall-Sprecher. Die für diese Woche angekündigten Warnstreiks verurteilt er.

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