Rheinpfalz Standfeste Vorstellung im Tretboot

Nein, diesmal war es beileibe keine Strafe, ins Wasser und zu den Fischen geschickt zu werden. Hochsommerliche Temperaturen ließen bei dem feucht-fröhlichen Fischerstechen am Hauensteiner Paddelweiher zuweilen den Eindruck entstehen, als suchte mancher „Stecher“ nur allzu gerne den Sprung ins kühle Nass, statt sich mit dem Gegner schweißtreibend zu beharken.
Sei’s drum: Wie im vergangenen Jahr bewarben sich am Samstag zehn Teams aus Hauenstein, der Vorderpfalz und aus Baden um den Siegespreis von 200 Euro. Diesmal gab’s einen Heimsieg: Als besonders standfest auf dem schmalen Bugbrett des Tretbootes erwiesen sich die „Säächmähl-Bulle“ um Michael Bohn. Die Spielregeln des Fischerstechens sind denkbar einfach: Jeweils zwei dreiköpfige Teams fahren mit den Tretbooten in die „Kampfzone“, auf dem Bug eines jeden Bootes steht der Stecher, der versuchen muss, den gegnerischen Bugmann mittels einer dick gepolsterten Lanze ins Wasser zu stoßen. Als Trefferzone ist jeweils der Oberkörper definiert, Treffer auf andere Körperteile werden mit Strafpunkten geahndet. „Nur stechen, nicht schlagen oder rühren! Am Kopf tut’s weh, weiter unten auch“, hatte Moderator Armin Klein aus Wernersberg diesen Teil des Regelwerks erläutert. Wer ins trübe und kühle Nass platscht, muss ins Verliererduell, der Sieger kommt direkt weiter. Manchmal reicht schon der erste Stoß, um den Gegner zur Freude des Publikums ins dunkelgrüne Wasser des Paddelweihers zu befördern. So hält sich im ersten Duell seines „Reinigungsteam Ost-West“ Bugmann Joschi Zwirnlein keine zehn Sekunden auf dem Brett, eher er ins Nass muss. „Häbb doch noch gor nix gemacht“, ist der früherer Regionalliga-Torwart des SCH enttäuscht. „Hettscht ääfach stehe bleiwe misse. Bischt awwer mit Würde runnergfalle“, tröstet der Moderator. Manchmal – wie beim Duell der „Lords of Baden“ gegen die „Camper“– wird aber auch minutenlang erbittert gefightet. „Die stehen wie ä Ääns“, lobt Klein die Akteure. Er kommentiert den Wettbewerb sehr launig, hat immer einen Spruch parat und die Lacher auf seiner Seite. Vor allem als Gaudi nehmen denn auch die Teilnehmer und Zuschauer, die mit anfeuernden Kommentaren nicht sparen, den feuchten Wettbewerb, der heuer von idealen Wetterbedingungen begleitet war. „Hoffentlich hält’s bis nach der Siegerehrung“, hatte am Nachmittag Christoph Engel, der Wirt des Paddelweihers, in Anbetracht der Gewitter-Meldungen noch sorgenvoll zum Himmel geschaut. Es hielt. Erst als die Preise vergeben waren, zog ein kurzer Schauer über das Queichtal. Am standfestesten auf dem schmalen Bugbrett erwies sich schließlich ein Hääschdner Team: Die „Säächmähl-Bulle“ mit Michael Bohn an der Lanze und mit Maggie und Julian Bohn an den Pedalen waren nicht zu schlagen. Im Finale schickten sie die „Black Pearls“ mit dem mehrfachen „Stecherkönig“ Thomas Born und Sabine Jung und Janina Weinheimer (Landau/Hauenstein) ins Wasser. Den dritten Platz belegten die „Mutschelbacher Jungs“ aus Baden mit Thomas Guthmann, David und Nicki Trost. Nicht in die Entscheidung eingreifen konnten diesmal die Sieger des vergangenen Jahres, die „Lords of Baden“ aus Neusatz im Schwarzwald mit dem Hääschdner Michael Spengler als „Stecher“. Und weil zudem ein Preis für die beste Verkleidung ausgesetzt war, gingen die Teams auch allesamt kostümiert aufs Wasser. Der Outfit-Preis, den die Teilnehmer selbst per Abstimmung vergeben, ging an das Hauensteiner Team „I love beer“ (Philip Spengler, Philipp Bergdoll, Christian Naab). „Hat alles gepasst, prima Stimmung, keine Verletzten“ – Christoph Engel zeigte sich sehr zufrieden. „Zehn Teams wie im vergangenen Jahr, das ist okay“, bilanzierte er. „Viele kommen ja jedes Jahr, man kennt sich, man versteht sich.“ Und deshalb gehe es „sehr kollegial“ und ohne erbitterten Konkurrenzkampf zu. „Der würde zu unserer Veranstaltung, die ja vom Spaß und der Gaudi lebt, eh nicht passen.“ (ran)