Rheinpfalz Stadtrat rettet Zoo vor Zahlungsunfähigkeit

Der Stadtrat in Kaiserslautern hat am Montagabend die drohende Zahlungsunfähigkeit der Zoo GmbH abgewendet. Er bewilligte 120.000 Euro für deren Kapital-Rücklage (wir berichteten). Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion muss dem Beschluss noch zustimmen.
Der Betriebskostenzuschuss der Stadt für den Zoo erhöht sich nun auf 850.000 Euro in diesem Jahr. Ohne das zusätzliche Geld wäre es laut Peter Kiefer, Beigeordneter und Zoo-Aufsichtsratschef, eng für den Tierpark geworden. Der Stadtrat verknüpfte seine Entscheidung mit der Forderung nach Vorlage eines Zukunftskonzepts für den Zoo bis zum 29. September, kontinuierliche Berichterstattung über die wirtschaftliche Entwicklung und eine stärkere Suche nach Sponsoren. Beschlossen wurde ferner die Einrichtung einer Projektgruppe „Zukunft Zoo“ aus Mitgliedern des Zoo-Aufsichtsrats und des Stadtrates. Einmütig unterstützte der Stadtrat einen Vorschlag Kiefers, der der Lebenshilfe Westpfalz eine Übernahme des Zoos nach dem erfolgreichen Modell der Gartenschau schmackhaft machen solle. In finanzielle Bedrängnis war der Zoo durch den Verlustvortrag von 50.000 Euro aus dem Vorjahr gekommen, durch erhöhte Personalkosten nach der Tarifsteigerung in diesem Jahr und schließlich durch den besucherschwachen April, der 10.000 Euro Eintrittsgelder weniger in die Kassen brachte als zunächst erhofft. Den Rest gab der Zoo-Gesellschaft ein Besuchereinbruch im Mai und Juni. Er machte es notwendig, die Aufstockung zur Kapitalrücklage des Zoos von zunächst geplanten 70.000 Euro auf 120.000 Euro zu erhöhen. Der Besucherrückgang hatte ein Minus von rund 40.000 Euro in die Kasse gerissen. SPD-Fraktionsvorsitzender Andreas Rahm führt den Besucherrückgang im Siegelbacher Tierpark auf fehlende Attraktionen zurück: Löwe und Tiger leben dort nicht mehr. Harry Wunschel (CDU) begrüßte Pläne für ein begehbares Lemuren-Gehege. Besucher würden nun einmal von exotischen Tieren angelockt, sagte er. Als Konsequenz aus der Geldnot des Zoos bezifferte Aufsichtsratschef Kiefer den nötigen jährlichen Betriebskostenzuschuss der Stadt für den Zoo auf künftig 800.000 Euro, statt bisher 730.000 Euro. (rdz)