Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel St. Wendel/Wallhalben: Rekordjäger wollen 168 Stunden ohne Unterbrechung kicken

Beim ersten Versuch 2015 hat der Rekord nicht geklappt. Jetzt soll’s endlich hinhauen.  Archivfoto: Laborenz
Beim ersten Versuch 2015 hat der Rekord nicht geklappt. Jetzt soll’s endlich hinhauen. Archivfoto: Laborenz

Im Regelfall dauert ein Fußballspiel 90 Minuten. Südwestpfälzische Kicker wollen bei St. Wendel nun zum dritten Mal - einen Weltrekord aufstellen: Über sieben Tage soll das Spiel gehen. Dazu haben sich die Rekordjäger jetzt auch eine eigene Spendenaktion ausgedacht.

Es ist ein Kraftakt. Sieben Tage muss das Spiel ununterbrochen laufen. Es werden Tore fallen. Viele Tore. Allein in den beiden vergangenen Weltrekordversuchen sind jeweils über 1000 Stück geschossen worden. Das muss auch immer der Spielansatz sein, wie Mitveranstalter Dirk Stiwitz berichtet. Alle Spieler auf dem Platz müssen immer spielen, keiner darf - sofern er gerade nicht ausgewechselt ist - herumsitzen und sich ausruhen. Ansonsten ist der Weltrekord ein weiteres Mal futsch. Anpfiff ist am 29. Mai auf dem Sportplatz in Winterbach – nicht im pfälzischen Winterbach, sondern im Saarland. Der Ort gehört zu St. Wendel.

Beim ersten Weltrekordversuch vor vier Jahren, bei dem gegen den Nachbarort Winterbach (Pfalz) – also ein anderes Winterbach als der jetzt geplante Austragungsort – eine Spielzeit von 75 Stunden angepeilt war, lief parallel ein Weltrekordversuch über 102 Stunden in England. Und kurz darauf spielten zwei schottische Teams sogar 105 Stunden gegeneinander. Der Rekord - kurz vor der Nase weggeschnappt. Ein Jahr später die nächste Pleite: 108 Stunden lang sollte es gehen. Die Wallhalber spielten 111 Stunden, also sogar länger, eine Partie gegen eine Hamburger Mannschaft. Die Freude war nach dem Abpfiff groß. Doch Guinness World Records schüttelte den Kopf: Die Dokumentation sei nicht lückenlos. Manche Aufnahmen seien zu schlecht, um als Beweis zu dienen. Der Rekord - abermals nicht gebrochen.

An mangelnder Dokumentation soll es nicht mehr scheitern

Und genau bei der Dokumentation des Spiels soll laut Stiwitz dieses Mal nichts dem Zufall überlassen werden. „Wir arbeiten für die Beweisführung mit einem IT-Unternehmen zusammen, das uns Material wie etwa Kameras stellt“, erklärt Stiwitz. Dieses werde zu Guinness World Records geschickt, wo die Aufzeichnungen auswertet würden. „Wir könnten zwar auch einen Juror zu uns bestellen, nur würde das Kosten im fünfstelligen Bereich verursachen“, sagt Stiwitz.

Im Gegensatz zu den ersten beiden Rekordversuchen tritt er dieses Mal nicht mehr mit dem VfL Wallhalben an. Er hat vor zwei Jahren mit 15 Mitstreitern den Verein „Thank God It’s Friday Event Club“ Wallhalben gegründet. In diesem sei die Idee zum Turnier wieder hochgekocht. Die Planung läuft bereits seit einem dreiviertel Jahr. „Wir müssen prinzipiell ja zwei Events planen. Das Spiel an sich und das Rahmenprogramm mit etwa der Musik“, so Stiwitz. Zudem mussten 60 offiziell anerkannte Schiedsrichter aufgetrieben werden, die die Partie im Zweistundentakt pfeifen.

Die Regeln von Guinness World Records sind streng. „Pro Mannschaft sind 18 Spieler erlaubt, von denen aber keiner das Sportgelände verlassen darf“, sagt Stiwitz. Geht einer - es sei denn, er muss wegen einer Verletzung zum Arzt - sei er ausgeschlossen, und sein Team müsse ohne ihn weitermachen. Die Spieler sind laut Stiwitz in Schichten eingeteilt. Nachts sind die Schichten länger als am Tag - „damit sich die Leute nachts etwas länger ausruhen können“, erklärt er.

Die Spieler campen auf dem Sportgelände

Geschlafen wird auch auf dem Sportgelände: in Wohnwägen. Dazu hat Stiwitz eine Spendenaktion im Internet ins Leben gerufen. Wer Geld spendet, bekommt aber – je nach Betrag – auch etwas zurück: Für 15 Euro kann man mit dem Ball auf einen Spieler schießen, für 20 kann man einen Fußballer aussuchen, der Liegestütze machen muss, und für den Höchstspendenbetrag von 250 Euro bekommt man einen signierten Spielball. Insgesamt gibt es zehn Spendenprämien. Rund 900 Euro sind zusammengekommen - knapp ein Drittel des Spendenziels von 3000 Euro.

Von 168 Stunden voller Fußballspannung wie in der Champions League geht Stiwitz aber nicht aus. Ganz ohne aufregende Spielzüge wird es aber auch nicht ablaufen. Intern laufen zum Teil auch schon Wetten. In Winterbach hat ein Torwart gewettet, dass bei ihm nicht ein einziger Ball ins Tor gehen soll. Stiwitz rechnet für die komplette Woche mit etwa 5000 Zuschauern.

Info

Die Spendenaktion läuft auf

kicker-crowd.de/fussballfieber2019

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