Rheinpfalz Sprache im Fokus

Placeholder-Image

Mannheim. „Sprache macht stark“ heißt das Projekt, bei dem seit 2011 Fach- und Grundschulen in der Metropolregion Rhein-Neckar gemeinsam mit dem Mannheimer Zentrum für Empirische Mehrsprachigkeitsforschung (Mazem) und der Universität Konzepte zur frühen sprachlichen Bildung und Sprachförderung entwickelt haben. Ab 2016 können weitere Schulen daran teilnehmen.

Das Thema Sprachförderung ist angesichts des Flüchtlingszustroms hochaktuell. Bei der Präsentation der Projektergebnisse im Mannheimer Schloss betonten die Lehrer der sechs teilnehmenden Grund- und vier Fachschulen für Erzieher übereinstimmend, wie hilfreich und fruchtbar die Zusammenarbeit mit den Wissenschaftlern, aber auch der Austausch über die Grenzen der Bundesländer hinweg mit ihren so unterschiedlichen Lehrplänen gewesen sei. Das Projekt „Sprache macht stark“ ist die Weiterführung des gleichnamigen Vorgängerprojekts, das sich auf Sprachförderung in Kitas konzentrierte und von der BASF im Rahmen ihrer Initiative „Offensive Bildung“ seit 2005 in 70 Kitas der Metropolregion vorangetrieben wird. „Sprache ist der Schlüssel für Bildungserfolg und Integration“, betonte Daniela Kalweit von der BASF, die das Projekt finanziell unterstützt. Nun wird die Sprachförderung auf Grundschulen und Fachschulen für angehende Erzieher ausgedehnt. Jede Projektschule entwickelte dazu zusammen mit den Wissenschaftlern ein individuell zugeschnittenes Konzept. Dieses wurde dann sogleich in die Praxis umgesetzt und fortlaufend überprüft sowie gegebenenfalls Abläufe korrigiert. „Es wurde an das angeknüpft, was da ist. Das Sprachförderkonzept ist eine gute Grundlage für unsere weitere Arbeit“, berichtete die Leiterin der Ludwigshafener Erich-Kästner-Grundschule. Eine wichtige Erkenntnis sei gewesen, dass der Spracherwerb alle Fächer betreffe, nicht nur den Deutschunterricht, sagte Rosmarie Tracy, die Professorin, die das Projekt wissenschaftlich begleitete. Diese Erkenntnis wurde dann auch bei den Fachschulen umgesetzt und fließt nun verstärkt in die Erzieherausbildung mit ein. „Die Schüler lernen jetzt, dass Sprachförderung und -entwicklung Querschnittsaufgaben sind, die sich durch die ganze Kita ziehen“, erläuterte Sabine Endlich von der Weinheimer Helen-Keller-Schule. Über die positiven Erfahrungen der Projektschulen hinaus gibt es auch objektiv messbare Ergebnisse. Mit computergestützten Testverfahren verfolgte Tracy die Entwicklung der Grund- und Fachschüler. „Die Sprachförderkompetenzen der Fachschüler verbesserte sich innerhalb eines Schuljahres signifikant“, berichtete die Inhaberin des Lehrstuhls für Anglistische Linguistik an der Uni Mannheim. Und auch die Grundschüler profitierten offenbar von den neuen Sprachförderkonzepten und verbesserten sich in den Bereichen Wortschatz, Sprachproduktion, Sprachverständnis und Leseverständnis. Ab 2016 können zwölf weitere Schulen teilnehmen. (rad)

Mehr zum Thema
x