Rheinpfalz Spengler als Stecher standfest wie ein Felsen

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„Super-Verlauf, prima Stimmung“ – Christoph Engel, der Wirt vom Paddelweiher, war mit der Ausgabe 2014 des Fischerstechens sehr zufrieden, auch wenn heuer nur zehn Teams zu dem – im wahrsten Sinne des Wortes – feucht-fröhlichen Wettbewerb angetreten waren. „Mannschaften“ aus Hauenstein und der Vorderpfalz und vor allem aus Baden hatten sich um den Siegespreis von 200 Euro beworben. Den räumten am Ende die „Lords of Baden“ aus Neusatz im Schwarzwald ab.

„Gut, wir hatten schon mehr Teilnehmer als in diesem Jahr“, meinte Christof Engel, gewann dieser Tatsache aber auch einen positiven Aspekt ab: „Es war alles ruhiger, gemütlicher, ist nie in Stress ausgeartet. Und der will zu dieser Veranstaltung, die ja vom Spaß und der Gaudi lebt, eh nicht passen.“ Kurzerhand hatte man das System etwas umgekrempelt, um den zahlreichen Zuschauern viel Wasser-Spaß zu bieten. Der Fischerstecher-König wurde in einer doppelten Ko-Runde ausgespielt. Die Verlierer traten gegeneinander an und konnten sich so doch noch für die nächste Runde qualifizieren. Die Spielregeln des Fischerstechens sind denkbar einfach: Jeweils zwei drei- oder vierköpfige Teams fahren mit den Tretbooten in die „Kampfzone“, auf dem Bug eines jeden Bootes steht der Stecher, der versuchen muss, den gegnerischen Bugmann mittels einer dick gepolsterten Lanze ins Wasser zu stoßen. Als Trefferzone ist jeweils der Oberkörper definiert, Treffer auf andere Körperteile werden mit Strafpunkten geahndet. Wer ins trübe und kühle Nass platscht, muss ins Verliererduell, der Sieger kommt direkt weiter. Manchmal reicht schon der erste Stoß, um den Gegner zur Freude des Publikums zu den Fischen zu befördern: So dauert es im Duell zwischen den „Holzbächlern“ aus dem Holzbachtal (bei Karlsruhe) und den schwarz-rot-gold gewandeten „Jogis Paddelstürmern“ – die WM lässt grüßen – gerade mal 20 Sekunden, ehe der Jogi-Bugmann ins grüne Nass muss. Und manchmal –wie beim Duell der späteren Sieger gegen die ebenfalls in schwarz-rot-gold antretenden „Germanen“ – wird minutenlang erbittert gefightet. „Ich kann nimmie“ – der Ruf des Stechers vom Germanenboot macht deutlich, dass die Gaudi ganz schön anstrengend ist. Moderator Armin Klein aus Wernersberg kommentiert den Wettbewerb sehr launig, hat immer einen Spruch parat und die Lacher auf seiner Seite. Vor allem als Gaudi nehmen denn auch die Teilnehmer und Zuschauer, die mit anfeuernden Kommentaren nicht sparen, den feuchten Wettbewerb, der auch heuer von nahezu idealen Wetterbedingungen begleitet war. „Es sah ja manchmal schon bedrohlich nach Gewitter aus. Aber es hat Gott sei Dank gehalten“, war Veranstalter Christof Engel auch mit diesem Aspekt zufrieden. Am standfestesten auf dem schmalen Bugbrett erwiesen sich schließlich die „Lords of Baden“ mit den Hääschdner Michael Spengler als „Stecher“. Sie hatten in der Vergangenheit kein Fischerstechen ausgelassen und durften sich diesmal über den Siegespreis von 200 Euro freuen. Auf den zweiten Platz und dritten Platz stachen sich die „Musketiere“ aus Offenbach /Queich, die sich einen Hunderter erkämpften. Dritter wurden mit den „Paddelstürmern“ die Lokalmatadoren, deren Mühen mit einem Fünfziger belohnt wurde. Und weil auch ein Preis für die beste Verkleidung ausgesetzt war, gingen die Teams auch allesamt kostümiert aufs Wasser: Michael Spengler stand fest wie ein Felsen und cool wie ein Eisblock im Rock und weitem Mittelalterhemd auf dem Boot, das zwei Schwarzwälder im Ordensbruder-Ornat steuerten, die „Schwarzen Brüder“ aus Hauenstein kamen als Schornsteinfeger. Sie mussten aber den „Hot Dragons“ aus Otterstadt (bei Speyer), die im grünen Drachenkostüm angetreten waren, beim Outfit-Preis den Vortritt lassen. (ran)

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