Rheinpfalz „Spüre Geschlossenheit“
LUDWIGSHAFEN. Die rheinland-pfälzische SPD hat ihren Landesvorsitzenden Roger Lewentz nach dem Debakel um den gescheiterten Verkauf des Flughafens Hahn mit einem kleinen Dämpfer wiedergewählt. Der 53-Jährige erhielt beim Landesparteitag am Samstag in der Ludwigshafener Friedrich-Ebert-Halle 87,7 Prozent Zustimmung (RHEINPFALZ am SONNTAG berichtete). Vor zwei Jahren hatte er noch 89,9 Prozent bekommen. Redakteur Arno Becker hat mit Lewentz gesprochen.
Ich freue mich. Es war ein turbulentes Jahr mit einigen Emotionen auch in dem Teilbereich, den ich zu verantworten habe. Ich habe ein klares Ergebnis bekommen. Es ist eine Nuance schlechter als das Ergebnis bei meiner Wiederwahl vor zwei Jahren. Ich bin sehr zufrieden damit. Aber Sie waren auch auf ein schlechteres Ergebnis gefasst? Ich hatte überhaupt keine Zielvorgaben im Kopf. Nach so einem Jahr weiß man nicht genau, wie die Delegierten reagieren. Aber ich spüre schon seit Wochen viel Geschlossenheit in der SPD. Wir wollen gemeinsam nach vorne blicken, um auch in den kommenden viereinhalb Jahren eine sehr erfolgreiche Politik für Rheinland-Pfalz zu machen. Was ist Ihr Ziel als Innenminister: Bis wann wollen Sie den Flughafen Hahn verkaufen? Wir hoffen alle, bis Mitte Januar 2017 zu wissen, ob und gegebenenfalls mit wem wir die Abschlussverhandlungen über den Verkauf des Flughafens führen werden. Ich hoffe, dass diese Verhandlungen dann sehr schnell zum Abschluss gebracht werden. Wie schnell? Bei Verhandlungen kann man sich nicht gegenseitig Zeitvorgaben machen. Welches Wahlziel setzt sich die Landes-SPD für die Bundestagswahl im kommenden Jahr? Wir wollen in Rheinland-Pfalz noch einmal deutlich stärker werden. Vor vier Jahren hatten wir 3,7 Prozentpunkte auf 27,5 Prozent zugelegt. Das war besser als auf Bundesebene, aber noch nicht das Ergebnis, das wir haben wollen. Ich glaube, dass die SPD im nächsten Jahr die Chance hat, elf statt bisher zehn Bundestagsmandate zu gewinnen.