Rheinpfalz Soziales Miteinander einüben

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Konfliktlösungen erlangen große Bedeutung in den neu zur Förderung beantragten Projekten, die die Träger wie der Internationale Bund (IB), die Kreisvolkshochschule, Schulen und Kindertagesstätten am Donnerstag dem Begleitausschuss „Partnerschaft für Demokratie“ im Kreistagsaal der Kreisverwaltung vorstellten.

Marika Keller von der Fach- und Koordinierungsstelle berichtete aus den Arbeitskreisen. Der Arbeitskreis „Integration geflüchteter Menschen“ habe bei der Erörterung von Problemfällen sogleich mit Angeboten zur Problemlösung antworten können. Konkrete Projektanträge zum Thema „Bildung“ habe der zweite Arbeitskreis „Prävention und Bildung“ zur Förderung empfohlen. Das Jugendforum, teilte Keller mit, schwerpunktmäßig in Dahn und Hauenstein entwickelt, solle landkreisweit angeboten werden. Kreisjugendpfleger Jens Seegmüller nannte dabei die Unterstützung durch die Schulsozialarbeiter, gefördert durch die Schulleitungen, unverzichtbar. Sie hätten die Kontakte zu den Schülersprechern und über diese Stationen zu den Schülern aufgebaut. Mittlerweile lägen „positive Rückmeldungen aus allen Schulen“ für das erste Treffen Ende Mai vor. Seegmüller will die Ideen der Jugendlichen aufgreifen und sie dem Kreistag vorstellen. Von den Projektträgern hätten sich einige (Schulen, Kindergärten) an den IB gewandt, der ihnen bei der Durchführung behilflich sein könne, erklärte Keller. Nur deshalb tauche der Name IB gleich in vier Fällen auf. Zu diesen Schulen gehören die Integrierten Gesamtschulen in Waldfischbach-Burgalben und in Thaleischweiler- Fröschen. Die IGS Waldfischbach-Burgalben plant ein Kunstprojekt. Dabei will sie die Begegnung von Oberstufen-Schülern aus den Leistungskursen Sozialkunde mit Studenten aus Ruanda nutzen zur Erstellung eines interkulturellen Kunstwerks, vielleicht in Form einer Collage, das an einem „Tag der offenen Tür“ gezeigt und Gesprächsgegenstand werden soll. In einem weiteren Projekt der Schule – „Methodentage“ betitelt – geht es um Kommunikationstraining der siebten Klassen. Die Schüler, die sich auf dieser Stufe allmählich vom Klassenverband lösen, sollen angeleitet werden, auch in Kursen oder auf dem Pausenhof respekt- und rücksichtsvoll miteinander umzugehen. Bei den Methodentagen handelt es sich um eine dreitägige Schulveranstaltung. Aus aktuellem Anlass beabsichtigt die IGS Thaleischweiler-Fröschen, für zwei fünfte Klassen die Seminarreihe „Demokratisches Miteinander in der Klasse“ auf den Stundenplan zu nehmen. An zwei Nachmittagen mit jeweils drei Unterrichtsstunden pro Klasse geht es um den Erwerb von Schlüsselkompetenzen zum verantwortlichen Miteinander und zu Toleranz. „Es wird soziales Miteinander eingeübt“, merkte Dekanin Waltraud Zimmermann-Geisert dazu auf Zwischenfrage eines Ausschussmitglieds an, weil diese Tugenden „heutzutage nicht mehr so selbstverständlich funktionieren wie noch vor 20 Jahren“. Der IB steht mit einem Referenten auch der Kita in Kröppen zur Seite, wo laut einer Erzieherin Kinder im Grundschulalter „schon aggressiv aufgeladen und schreiend in den Hort“ kämen. Es werde Mobbing betrieben. Die Kita weise „einen hohen Hortanteil“ auf, so Verbandsbürgermeisterin Silvia Seebach, „in den Genuss der Maßnahme kommen entsprechend viele Kinder“. Thema ist der friedliche Umgang untereinander in Konfliktfällen. Erfahrungsgemäß, hieß es in der Runde, beruhen Konflikte hauptsächlich auf „unausgesprochenen Emotionen“ oder „unerfüllten Bedürfnissen“. Selbst- und Fremdbilder müssten hinterfragt werden, auch Vorurteile und eingefahrene Verhaltensweisen. Der Förderverein der Berufsbildenden Schule Rodalben hat sich als Projektträger der Schulungsreihe „Konfliktmanagement“ verpflichtet. „Wir stellen fest, dass die Konfliktfähigkeit abnimmt und die Hemmschwelle zur Gewaltbereitschaft sinkt“, sagte Schulleiter Hans-Peter Habelitz. Das Projekt wendet sich vor allem an die Höhere Berufsfachschule, in der die Ausbildung zum Erzieher vorbereitet wird. Diese Schüler, die bereits in ihren Praktika in verschiedene Einrichtungen kommen, sollen möglichst als Multiplikatoren in Sachen Konfliktlösung tätig werden. Die Kreisvolkshochschule wendet sich mit ihrem Projekt Senioren zu. Seniorenarbeit bezeichnete Karina Frisch von der Leitstelle „Älter werden“ auch als „praktiziertes soziales Miteinander. Die Senior-Online-Redaktion, die es schon seit beinahe fünf Jahren bei der KVHS gibt, plant die Herausgabe einer Sonderausgabe, auch gedruckt, zum Thema „Alt werden in der Südwestpfalz“. Bunt gemischt sollen die Beiträge sein aus Gedichten, Interviews und Erzählungen, so dass sich ein Kaleidoskop des Lebens entwickelt. Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung bewilligte der Ausschuss alle vorgestellten Projekte. Wie Marika Keller auf RHEINPFALZ-Anfrage mitteilte, belaufen sich die Gesamtkosten auf 28.000 Euro. Inbegriffen seien hierbei zwei schon bewilligte Projekte: einmal für eine noch auszuwählende Grundschule zum Kennenlernen und Dokumentieren demokratischer Prozesse, zum zweiten für die BBS Rodalben zur Thematik „Deeskalierendes Eingreifen“. Laut Keller stehen für dieses Jahr aus Mitteln des Förderprogramms des Bundes 105.000 Euro zur Verfügung. Dies sei dem Vorzug zu verdanken, dass die Südwestpfalz als eine von bundesweit 234 Partnerschaften gefördert werde. Der Landkreis selbst steuere nochmals 5000 Euro (2018 sind es 10.000 Euro) bei. Das Geld diene nicht nur der Förderung von Projekten, so Keller, sondern fließe auch in Fonds für die Jugendarbeit, in Vernetzungen und Öffentlichkeitsarbeit, es trage zur Finanzierung der Koordination und der fachlichen Begleitung bei.

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