Kultur Südpfalz Singen für den Frieden

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Am Sonntag, 6. März, führt der Oratorienchor Landau unter der Leitung von Hans Jochen Braunstein um 18 Uhr in der Stiftskirche Karl Jenkins Friedensmesse „The Armed Man“ für Soli, Chor und Instrumentalensemble auf. Der Eintritt ist frei, der Chor bittet jedoch um großzügige Spenden zur Deckung der nicht unbeträchtlichen Unkosten, mit denen jedes Konzert verbunden ist.

Seit Jahrtausenden verbreitet der „bewaffnete Mann“ als Symbol für den Krieg Furcht und Schrecken unter der Menschheit, und es scheint nicht so, als würde er je besiegt. Auch nicht mit den Mitteln, die die Musik bieten kann. Doch schon seit dem 15. Jahrhundert sind Messen bekannt, die das alte Lied vom „L’homme armé“ zum Ausgangspunkt nehmen. Sechs Jahrhunderte lang wurde die Tradition der „Armed-Man“-Messen fortgesetzt, die Komposition von Jenkins gehört zu den jüngsten. Zur Jahrtausendwende erhielt der walisische Komponist von den englischen „Royal Armouries“ den Auftrag für diese Komposition, er schrieb dieses Werk unter dem Eindruck des Kosovo-Krieges und widmete es seinen Opfern. Jenkins verwendet hier bewusst auch zahlreiche traditionelle Mittel, um ein immer auch gegenwärtiges Problem zu beleuchten, in der Musik spiegeln sich die Epochen der kriegerischen Vergangenheit nicht nur Europas. Es gibt Anklänge an die mittelalterliche Gregorianik wie an Fanfaren, Marschmusik und Folklore. Jenkins mischt effektvoll nicht nur die Kontraste von alter und neuer Musik, sondern auch die der verschiedensten literarischen Vorlagen mit den traditionellen Messetexten sowie Texte aus den großen Religionsgemeinschaften wie dem Buddhismus, dem Judentum, dem Christentum und dem Islam. Die Messe wurde im April 2000 in in London uraufgeführt, sie wurde nicht nur in England rasch ein Erfolg, sondern gilt heute weltweit als eines der am häufigsten gespielten Werke zeitgenössischer geistlicher Musik. Dirigent Hans Jochen Braunstein, der auch die Neustadter Liedertafel leitet, war im Januar mit diesem Chor nach New York gereist, wo in der Carnegie Hall das Werk von rund 400 Sängerinnen und Sängern in Anwesenheit des Komponisten aufgeführt wurde. Das Konzert fand in Erinnerung an den ermordeten Friedenskämpfer Martin Luther King statt. Seit 1986 gibt es immer am dritten Montag im Januar einen Gedenktag für ihn. Dem Oratorienchor war es ein besonderes Anliegen, nach „nur“ fünf Jahren dieses Werk erneut aufzuführen, um so auf die Grausamkeit aller Kriege aufmerksam zu machen. Der Chor möchte mit diesem Projekt viele Menschen erreichen können und sich deshalb zu dem ungewöhnlichen Schritt entschlossen, kein Geld für Eintrittskarten zu verlangen. Der Chor hofft, dass viele Zuhörer sich diese bemerkenswerte, oft verstörende, aber immer wieder begeisternde Messe anzuhören. (sma)

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