Rheinpfalz Siegerentwurf mit Turm
Aus dem Realisierungswettbewerb um die Neubebauung des Kaufhof-Areals an der Ostbahnstraße ist ein Sieger hervorgegangen. Der Gewinnerentwurf stammt vom Büro Tilmann Probst Architekten aus München. Das hat der Projektentwickler Ehret & Klein aus Starnberg gestern Morgen mitgeteilt. Er ist nach eigenen Angaben auf die Revitalisierung von gemischt genutzten Gebäuden und Quartieren spezialisiert. Der Siegerentwurf sieht einen Neubau mit klarem Fassadenraster und einer stark betonten Ecke in Gestalt eines zehnstöckigen Turms an der Kreuzung von Ostbahn- und Maximilianstraße vor. Er greift damit das Turmmotiv des Altbaus auf, rückt den hohen Gebäudeteil aber an die Straßenecke. Zusammen mit dem hohen Gebäude auf der anderen Seite der Ostbahnstraße ergibt sich damit ansatzweise eine Stadttor-Situation – ein Slogan, der im Zusammenhang mit der Neugestaltung mehrfach benutzt worden ist. Der Siegerentwurf bildet die Grundlage der weiteren Planung. Schon im April sollen Haupt- und Bauschuss den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan fassen. Die Jury hatte am Mittwoch, 30. Januar, getagt. Sechs Büros waren zu dem Wettbewerb eingeladen worden. Auf Platz zwei landete Ankner Buchholz Architekten aus Ulm. Platz drei ging an das Karlsruher Büro JMN Architekten. Ebenfalls angetreten waren Kahlfeld Architekten, Berlin, sowie die Werkgemeinschaft und Hausgemacht Architekten, beide aus Landau. Nach Einschätzung von Projektentwickler Michael Ehret integriert sich der Siegerentwurf sehr gut ins Stadtgefüge, „gleichzeitig bleibt er mutig und verleiht Landau ein neues Stadtbild.“ Auch Oberbürgermeister Thomas Hirsch befürwortet den Vorschlag: „Ich bin überzeugt, dass die Umsetzung des Siegerentwurfs die östliche Innenstadt und besonders den Boulevard Ostbahnstraße und das Bahnhofsumfeld noch attraktiver gestalten und weiter aufwerten wird.“ Er begrüßte, dass sowohl eine Fachjury als auch die Bürgerschaft in die Entscheidung über die Entwicklung des stadtbildprägenden Areals am Bahnhofsvorplatz eingebunden worden war. Vergangenen Sommer hatte es einen gut besuchten Bürgerworkshop im alten Kaufhof gegeben . Die dabei gemachten Ideen und Anregungen waren in den Auslobungstext des Wettbewerbs eingeflossen. Eine Umwandlung des Areals wird nach Auslaufen des Kaufhof-Mietvertrags im Frühjahr 2021 beginnen. Die Fertigstellung des neuen Landauer Cityquartiers soll bis Ende 2024 erfolgen. Ehret & Klein hat die Kaufhof-Immobilie im Januar 2018 gekauft und schnell kommuniziert, dass es nicht um Sanierung und Umnutzung geht, sondern um Abriss und Neubebauung für eine Mischnutzung aus Wohnen, Gewerbe, Gastronomie und Handel. Das nicht unter Denkmalschutz stehende, 1964 eingeweihte Gebäude hat knapp 18.000 Quadratmeter Geschossfläche, die nur noch zum Teil von Galeria Kaufhof heute genutzt werden. Info — Alle Wettbewerbsentwürfe werden ausgestellt: Sie sind vom 8. bis 22. März in der Sparkasse Landau in der Ostbahnstraße 10 zu sehen. Die Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 8.30 bis 16 Uhr.