Rheinpfalz Sie sorgen für gute Aussichten
Hinterweidenthal hat im Gegensatz zu einigen anderen Orten im Wasgau wenig Aussichtsfelsen. Ihre Zugänge sauber und sicher zu halten, machen sich die Mittwochsrentner vor 14 Jahren zu ihrer Aufgabe.
Inzwischen sind die Mannen in die Jahre gekommen und „Jungrentner“ sind nur schwer zum Mitmachen zu motivieren. Es begann im Jahr 2002: Elf junge Rentner setzten sich zusammen und beschlossen, sich aktiv daran zu beteiligen, die Gemeinde attraktiver zu machen. Gemeinsam mit der Ortsgemeinde und der Ortsgruppe des Pfälzerwald-Vereins (PWV) überlegten sie, welche Arbeiten in Wald und Flur zu erledigen wären. Sie stellte Sitzbänke auf, reparierten sie später wieder, räumten die örtlichen Wanderpfade und schnitten hereinwuchernde Büsche zurück. Jeden Mittwoch sind sie seither rund um Teufelstisch, Ernstberg und rund um das Seebachtal unterwegs. Die anfängliche Unterstützung durch die Ortsgemeinde besteht nicht mehr, der PWV hat sich inzwischen aufgelöst. Trotzdem sind die Männer weiterhin aktiv. Jetzt suchen sie sich ihre Arbeitsfelder selbst. Inzwischen sind einige wegen ihres Alters nicht mehr so gut zu Fuß unterwegs und die Arbeit im Wald ist schon anstrengend. Nicht mehr dabei sind Reinhold Meyer, Egon Lutz, Heinz Bosch, Heinz Winter und Wolfgang Soyez. Dafür sind die verbliebenen restlichen sechs umso aktiver. Bereits über 80 sind Otmar Schmitt und Kurt Brödl. 78 Jahre alt sind Heinz und Adolf Meyer. Als Newcomer vervollständigen Rudi Weber und Gerhard Gruber die Mannschaft. Jüngst räumten und säuberten sie den Pfad rund um den Handschuhkopf. Dort fanden Archäologen vor vielen Jahren Reste einer keltischen Fliehburg. Das Queichtal war bereits im Altertum besiedelt, bildete es doch bereits vor über 2000 Jahren einen wichtigen natürlichen Handelsweg von Ost nach West. Die heutige verkehrstechnisch wichtige B 10 steht somit in einer direkten Nachfolge dieses alten Handelswegs. Vom Felsen des Handschuhkopfs hat man eine schöne Aussicht zum Rappenfels und über Hinterweidenthal. Herrlich wäre der Ausblick, wenn der Felsen freigeschnitten würde. Dass in Hinterweidenthal nichts passiert, bedauern die Mittwochsrentner sehr. Sie sehen ihre Arbeit von der Gemeinde nicht genügend gewürdigt. Trotzdem machen sie weiter. |wnr