Kultur Südpfalz Sie können Bigband und mehr

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Anspruchsvolle sinfonische Bläsermusik aus einem breitgefächerten Repertoire, dargeboten von einem harmonisch zusammenwirkenden Klangkörper und hervorragen Solisten: Das war das Rezept zum gelingenden und nachhaltig beeindruckenden Jahreskonzert der Landauer Stadtkapelle in der Festhalle.

Mit einem Lied aus einem Medley mit Schlagern der 1950er-Jahre auf den Lippen verließen viele gut gelaunte Besucher am späten Samstagabend die Festhalle. Reichlich Beifall vor, zwischen und nach jedem Beitrag, entspannte Gesichter, verträumte Blicke oder ein spontanes Lächeln zeugten ebenso davon, dass das Programm dem Geschmack des Publikums entsprach. Mit reichlich Beifall bedachten das Publikum den saarländischen Gastdirigenten Bernhard Stopp. Der stellvertretende Bundesmusikdirektor führte die Landauer Stadtkapelle geschmeidig durch den ersten Teil des Konzerts und gestaltete mit dem Landauer Ensemble ein, selbst für Profiorchester sehr anspruchsvolles Stück zu einem von vielen Höhepunkten. Dem eher poetischen Dirigat von Stopp setzte Bernd Gaudera im zweiten Teil rhythmischen Schwung gegenüber. „Solo für die Besten“ stand über dem Konzert, das dem 20. Geburtstag der vereinseigenen Musikschule gewidmet und damit eine Hommage an preisgekrönte Lehrer und talentierten Nachwuchs war. Nach der bravourösen Interpretation eines Flötenkonzertes nach Cecile Chaminade zweifelte kein Zuhörer daran, dass die Abiturientin Luisa Naumann die Aufnahmeprüfung an der Mainzer Universität für ein Studium der Schulmusik souverän meistern wird. Vielleicht wird sie in die Fußstapfen ihres Flötenlehrers treten und am Ort ihrer Talentschmiede junge Nachwuchsflötisten unterrichten. Günther Schmitz hat an der Musikhochschule Köln und in Amerika Querflöte studiert und bringt heute an mehreren Musikschulen Schülern die richtigen Flötentöne bei. Auch das musikalische Talent des Trompeters Andreas Schnell wurde bei der musikalischen Früherziehung erkannt und gefördert. Heute bereichert der studierte Jazz-Trompeter mehrere Ensembles mit seinem Spiel und vermittelt Trompetenschülern die perfekte Technik. Zusammen mit dem 1997 geborenen Nachwuchstalent Julius Gawlik, der seit seinem 13. Lebensjahr Saxofon spielt, mittlerweile in das Landesjugendjazzorchester aufgenommen wurde und außer der Brassconnection der Stadtkapelle einige landesweit bekannte Jazzformationen unterstützt, begeisterten Schmitz und Schnell mit fulminanten Soloeinlagen den „Pacific Rainbow“. Peter Herbolzheimer, der als Großmeister des Bigband-Jazz mit eigenen Kompositionen den Jazzrock für große Orchester salonfähig gemacht hat und damit dem sanften Swing einen gewaltigen Schwung verpasste, ist einer von Gauderas Lieblingskomponisten. Zusammen mit der Stadtkapelle, die er seit 1994 leitet, demonstrierte der Dirigent: „Wir können auch Bigband“. Flötenlehrer Michel Roublot überzeugte mit einer Interpretation von Stephen Bullas „Rhapsody for Flute“. Das Publikum tat seine Begeisterung mit „Bravo“-Rufen und Zwischenapplaus kund. Im ersten Teil bewiesen Bernd Gaudera und sein Kollege Kyrill Rybakov, Klarinette, ihre Kunst im Konzertstück, das Felix Mendelssohn angeblich als Entlohnung dafür komponiert hat, dass er bei Freunden mit seinem Leibgericht Dampfnudeln und Rahmstrudel bewirtet wurde. „Dass Dampfnudeln auch ein Leibgericht von unserem Bernd Gaudera sind, ist kein Geheimnis“, plauderte Helga Schreieck aus dem Nähkästchen. Mit angenehmer Stimme und launigen Worten stellte die charmante Moderatorin jeden Programmbeitrag und die Solisten vor. In der Ansage eines Melodienreigens aus dem Musical „Fiddler on the roof“ lobte die Moderatorin die „Orchester-Sternchen“ für viele kleine Solo-Einlagen. Vor dem 50er-Jahre Medley stellte sie Dietrich Hilkenbach vor, der immer dann von Herbert von Karajan angerufen wurde, wenn der Star-Dirigent einen zusätzlichen Alt-Klarinettisten brauchte und der nun seit zwei Jahren in der Stadtkapelle spielt. Als Belohnung für den lang anhaltenden Schlussapplaus des Publikums in der Festhalle präsentierte die Landauer Stadtkapelle als Zugabe und letzten Höhepunkt den Konzertmarsch „Die Sonne geht auf“. (srs)

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